Mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte denn je: Für den Landkreis Forchheim ist 2022 erneut ein Rekordjahr (34.290, 521 mehr als im Vorjahr).
Zugpferde für diese Entwicklung sind wie immer die Kreisstadt Forchheim sowie die wirtschaftlich so starke Achse zwischen Bamberg und Nürnberg.
Gleichzeitig mit dem Beschäftigungsplus steigt auch die Zahl derer, die sich hin zu ihrer Arbeitsstelle durch den Landkreis bewegen.
Neueste Zahlen im Pendleratlas zeigen Interessantes
Laut neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit verlassen insgesamt mehr Arbeitnehmer den Landkreis (30.641) als Menschen zum Arbeiten hineinfahren (13.479).
Hauptsächlich pendeln sie in die Städte Erlangen und Nürnberg sowie den Landkreis Erlangen-Höchstadt. Hinzu kommen noch sogenannte Binnenpendler (20.787), die innerhalb des Landkreises zur Arbeit fahren.
Beispielsweise aus Ortschaften in der Fränkischen Schweiz nach Forchheim.
Pendlersaldo in allen Kommunen negativ – außer in Forchheim
Auffällig ist, dass in fast allen Landkreiskommunen das sogenannte Pendlersaldo (Differenz zwischen der Zahl der Einpendler und Auspendler) negativ ist.
Zum Teil deutlich, wie zum Beispiel in Leutenbach und Weilersbach. Einzig Forchheim weist ein positives Saldo auf. Demnach pendeln täglich 12.572 Menschen in die Kreisstadt – Tendenz steigend.
Hinaus fahren 8914, woraus sich mit den innerstädtischen Pendlern eine Gesamtzahl von fast 27.000 Pendelbewegungen allein in Forchheim ergibt.
Professor Wolfgang Dauth: „Zu pendeln, ist normal für die Menschen“
„Dass Menschen nicht da wohnen, wo sie arbeiten, ist normal“, sagt Professor Wolfgang Dauth, Leiter des Forschungsbereichs Regionale Arbeitsmärkte am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.
Dies hänge jedoch stark von den ausgeübten Berufen ab; so pendelten etwa Akademiker im Schnitt häufiger als beispielsweise Verkaufspersonal im Einzelhandel.
Viel stehe auch mit der Haushaltssituation in Zusammenhang; wo arbeitet der Partner, wo werden die Kinder betreut und so weiter.
Homeoffice hat das Pendeln verändert – aber nicht beendet
Auch die Möglichkeit, von daheim aus zu arbeiten, hätte laut Dauth die Pendelei verändert. So würde deutschlandweit die Zahl der Pendler tendenziell zwar abnehmen, nicht aber deren zurückgelegte Distanz. Im Gegenteil.
„Wir sehen, dass etwa Jobwechsel seit 2021 häufiger weiter weg von Zuhause neu anfangen. Möglich machen das unter anderem die neuen Mobile-Office-Regelungen.“ Weniger Pendler, aber längere Strecken.
Studie IAB: Pendeln bedeutet Stress
Und dass obwohl die Menschen einer Studie des IAB zufolge ihre Pendeldistanzen eigentlich bestmöglich verringern wollten. „Pendeln bedeutet für die Menschen Stress“, erklärt Dauth.
Viele pendelten nicht freiwillig, sondern nähmen es vielmehr in Kauf, etwa um ein weiter entferntes, aber besseres Jobangebot annehmen zu können.
Stress bedeutet das Pendeln auch für die Verkehrsinfrastruktur der Städte und Gemeinden, die unter der hohen Verkehrsbelastung im wahrsten Sinne unter die Räder kommt.
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