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Klettern für Jedermann
Klettermekka Forchheim: So spektakulär ist die neue Halle
Selten ist der Profisportler Alexander Megos aufgeregt. Jetzt schon, kurz vor der Eröffnung der brandneuen Kletterhalle in Forchheim. Das Wichtigste: „Anfänger oder Profi - jeder kann hier klettern"
Selten ist der Profisportler Alexander Megos aufgeregt. Jetzt schon, kurz vor der Eröffnung der brandneuen Kletterhalle in Forchheim. Das Wichtigste: „Anfänger oder Profi - jeder kann hier klettern" // Stephan Großmann
Forchheim – Die Profisportler Alexander Megos und Christoph Hanke eröffnen am Sonntag die neue Forchheimer Kletterhalle – mit nagelneuem Boulderbereich. Was Kletterfans dort erwartet: ein exklusiver Rundgang.

Stillstand kennt Alexander Megos nicht. Regelmäßig ist der 31-jährige Profi-Kletterer an atemberaubenden Felsen sowie Kletterhallen verteilt über die ganze Welt zu finden. Aktuell ist der zweimalige Olympionike tagtäglich in der Trettlachstraße 3 in Forchheim zu finden. Alteingesessene Kletter-Fans wissen sofort, was sich hinter dieser Adresse verbirgt, ambitionierte Neulinge werden es herausfinden. 

In der ehemaligen Magnesiahalle hat er zusammen mit dem deutschen Spitzenkletterer Christoph Hanke die Frankenjura Academy gegründet. Dort sollen fortan alle, ob blutige Anfänger oder Fortgeschrittene, geeignete Kletterrouten finden. Und endlich hat das Warten ein Ende: Am Sonntag, 20. Oktober, geht’s los.

Seit einigen Monaten hat die Kletterhalle bereits eingeschränkt offen - ab dem 20. Oktober ist die Frankenjura Academy dann regulär geöffnet.
Seit einigen Monaten hat die Kletterhalle bereits eingeschränkt offen - ab dem 20. Oktober ist die Frankenjura Academy dann regulär geöffnet. // Frankenjura Academy

Olympiakletterer Alexander Megos übernimmt sportliche Leitung

Es ist ein sonniger Oktobertag, an dem wir uns verabreden. In der Halle herrscht reges Treiben, allerdings im handwerklichen Sinne. Die letzten Vorbereitungen für die große Eröffnung laufen auf Hochtouren. Es sind nur noch ein paar Tage bis zum offiziellen Start am 20. Oktober, alle müssen mit anpacken. Megos ist heute daher nicht zum Klettern hier, zumindest nicht nur. Er steht gerade an der sogenannten Spraywall (spezielle Kletterwand, an der jeder seine eigenen Routen erstellen kann) und checkt, ob alles passt. Er nickt zufrieden.

Während die zwölf Meter hohe Kletterhalle in den alten Magnesia-Räumen weitgehend fertig ist und in den vergangenen Monaten auch schon rege genutzt wurde, bringt Megos‘ Team im brandneuen Boulderbereich nebenan derzeit noch die einzelnen Boulder an.

Das heißt, in den kommenden Tagen werden sie mehrere Tausend Griffe an die Wände schrauben, um möglichst viele verschiedene Schwierigkeitsgrade zu ermöglichen. Zur Erklärung: Unter Bouldern versteht man das Klettern ohne Seil und Gurt in absprungtauglicher Höhe, beim Lead oder Vorstiegsklettern geht es darum, eine definierte Route in einer vorgegebenen Zeit möglichst sturzfrei zu durchklettern oder höher als die anderen Starterinnen und Starter zu kommen.

Alexander Megos ist nicht nur Profikletterer und zweifacher Olympiateilnehmer. In Forchheim gibt er sein Können bald als Trainer weiter.
Alexander Megos ist nicht nur Profikletterer und zweifacher Olympiateilnehmer. In Forchheim gibt er sein Können bald als Trainer weiter. // Frankenjura Academy

Alexander Megos: „Halle ist für alle zugänglich“

„In unserer Academy sollen sowohl Hobbykletterer als auch Profi- und Parasportler auf ihre Kosten kommen“, erklären die Geschäftsführer Alexander Megos und Stefan Donner. Während Donner eher im Hintergrund arbeitet, werden die Profisportler Megos und Hanke unter anderem als Trainer in Erscheinung treten. Buchen können diese Trainings interessierte Privatpersonen genauso wie Unternehmen und Sportvereine, erklärt Antonia Gampert, die als Betriebsleiterin für den täglichen Betrieb zuständig ist. Auswahl gibt es genug, sowohl im gut 1200 Quadratmeter großen Kletterbereich als auch im 400 Quadratmeter großen Boulderareal.

Haben die Fäden in der neuen Kletterhalle in der Hand: Christoph Hanke, Antonia Gampert und Alexander Megos (von links).
Haben die Fäden in der neuen Kletterhalle in der Hand: Christoph Hanke, Antonia Gampert und Alexander Megos (von links). // Frankenjura Academy

20. bis 24. Oktober: Kostenlos klettern in Forchheim

Für die ersten Tage (von Sonntag, 20. Oktober, bis Mittwoch, 23. Oktober) verlangt die Frankenjura Academy keine Eintrittsgebühren, jeder könne zwischen 10 und 22 Uhr vorbeikommen. Danach wird es offizielle Eröffnungsfeiern für geladene Gäste geben. Regulär geöffnet ist dann ab Sonntag, 27. Oktober. Der Eintritt kostet 14 Euro, es gibt aber beispielsweise auch ein Abomodell für 50 Euro pro Monat.

Klettern darf, wer mindestens 14 Jahre alt ist (auch in Begleitung der Eltern) und vorab eine Einverständniserklärung heruntergeladen und beim ersten Mal mitgebracht hat. Für Erwachsene sei eine Registrierung vorab nicht zwingend nötig, Gampert rät allerdings dazu, um auch einen Platz zu bekommen, zudem gehe der Check-in vor Ort dann schneller.

Frankenjura Academy: Sportzentrum und Ausbildungsstelle zugleich

Breitensportlern und Profisportlern das tägliche Klettern und weltcuptaugliche Trainingsbedingungen zu ermöglichen oder vielleicht sogar einmal große Wettkämpfe nach Forchheim zu holen, ist aber nur ein Fokus der Frankenjura Academy. Man wolle laut Megos einen nationalen und internationalen Ausbildungsstandard etablieren, der die Akademie zum Anlaufpunkt für Aus- und Weiterbildungskurse für Kletter- und Bouldertrainer aus aller Welt mache. Außerdem sollen in Forchheim Routenbauer qualifiziert werden. Wichtigste Partner für das Academy-Team sind daher der Deutsche Alpenverein sowie die Berufsgenossenschaft.

Wie aus der Magnesiahalle die Frankenjura Academy wurde

Dass sich Megos und sein Team ausgerechnet die ehemalige Magnesiahalle für ihr ambitioniertes Projekt ausgesucht haben, ist kein Zufall. 2003 hatte der Forchheimer Unternehmer Albrecht Waasner das Kesselhaus der ehemaligen Spinnerei Forchheim entkernt und eine etwa 1400 Quadratmeter große Kletterhalle geschaffen. Schnell etablierte sich die Halle in der kletterverrückten Gegend rund um die Fränkische Schweiz und der internationalen Kletter-Gemeinschaft.

2021 musste die Halle dann schließen; ein schmerzlicher Verlust für die Szene. Dann traten der gebürtige Erlanger Alexander Megos und sein Freund Christoph Hanke auf den Plan. Sie kauften die Halle und bauten sie seit Februar 2023 zur heutigen Frankenjura Academy um. Seither gibt es kaum einen Tag, an dem sie und ihr Team nicht stundenlang gewerkelt haben, mindestens eine halbe Million Euro haben sie in den Um- und Ausbau investiert.

Dass die Arbeit nun Früchte trägt, mag Alexander Megos noch gar nicht glauben. Doch er freut sich schon, wenn endlich richtig losgeht. Dann fügt er seinem eigenen straffen Trainings- und Wettkampfplan noch die Geschäftsführung wohl eines der ambitioniertesten Projekte in der deutschsprachigen Kletterszene hinzu. Stillstand kennt er nicht.

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