Acht Meter ragt das Wegkreuz in die Höhe, direkt am Rand des Hetzleser Bergs, mit einem Blick ins Tal in Pommer bis nach Kasberg zum Windrad. Aus Alfred Backers Idee ist eine Gemeinschaftsarbeit der Bürger in Pommer und der Marktgemeinde Igensdorf geworden: das „Wummier“ Dorfkreuz.
Wummer, so wird Pommer bei den Einheimischen, genannt. Das Kreuz soll auch ein Zeichen für Frieden, Toleranz und Gemeinsinn sein. Der 95-jährige Alfred Backer ist ein christlicher Mann, der das Handwerk, die Traditionen und seine Heimat liebt. Eine frühere Tradition ist, kleine Kapellen, Kleindenkmäler oder Wegkreuze in freier Flur zu errichten, initiiert von Privatpersonen.
Christliche Werte sollen sichtbar sein
„Diese Personen hatten oft ein starkes Bedürfnis, der Allgemeinheit etwas aus Dank zurückzugeben“, sagt Backer. In seinem Fall sei es die Dankbarkeit für ein erfülltes Leben und um christliche Werte sichtbar zu machen, gerade heute. „Es soll in einer Zeit von tiefgreifenden Veränderungen und anknüpfend an die jahrhundertalte Tradition von Weg-, Flur- und Bergkreuzen ein fortwährendes sichtbares Zeichen zur Orientierung an christlichen Werten wie Frieden, Toleranz und Gemeinsinn symbolisieren“, erklärt Backer.
Die Idee zu dem Wegkreuz hatte er bereits 2019. Doch das Umfeld passte nicht. Es brauchte einen guten Platz für das Kreuz. Einen Platz, an dem jeder von der Schönheit der Landschaft berauscht werde. Dazu wurde die Gemeinde mit ins Boot geholt, ein Bauantrag gestellt, damit die Idee hinter dem Wegkreuz aufleben konnte. Die Grundstücksfläche löste die Gemeinde von einem Landwirt ab, damit das Kreuz errichtet werden konnte.
In Pommer, einem 150-Seelen-Dorf, hatte Alfred Backer von seinem Vorhaben bereits berichtet und ist auf offene Ohren gestoßen. Der Zusammenhalt in Pommer ist groß, was bereits andere Projekte zeigten. Tatkräftige Handwerker aus Pommer machten sich dann ans Werk, das Wegkreuz zu bauen. Direkt aus Pommer stammt die über 100 Jahre alte Eiche, die ein „Wummier“ Landwirt spendete.
Alwin Erlwein aus dem benachbarten Schlichenreuth schnitt aus der Eiche die Balken für das Kreuz, richtete es so her, dass es aufgestellt werden konnte. Um die Querabdeckungen aus Kupfer kümmerte sich Bernd Rackelmann. Der Landschaftsgärtner Johannes Rackelmann aus Pommer errichtete das Fundament auf dem künftigen Standort.
Schließlich transportierte Landwirt Bernd Trummer mit dem Radlader das acht Meter große Kreuz an Ort und Stelle am Rand des Hetzleser Bergs, wo Alfred Backer lebenslang mit seiner Frau Kuni die Felder bearbeitete und sie gemeinsam spazieren gingen, an einem der schönsten Fleckchen rund um Pommer.
Blick Richtung Ortskern vom Rastplatz um das Kreuz
Das Kreuz sollte mit Blickrichtung zum Ortskern von Pommer am Wegesrand, an der nordöstlichen Hangkante des Hetzleser Berges errichtet werden. Kopfeichenland wird dieses Stück Landschaft auch genannt, es ist ein Naherholungsgebiet. Jetzt noch mehr, hat doch die Gemeinde in der Nähe des Wegkreuzes eine Bank aufgestellt und einen Rastplatz errichtet.
Zur Einweihung setzte sich Alfred Backer gleich auf die Bank, den Blick über seine geliebte Heimat richtend. Das Kreuz ist nun Ersatz für die Hexenfichte, wie die sehr große Fichte, die früher dort stand, bei den Bürgern genannt wurde. „Nach einer überlieferten Erzählung hat diese sehr große Fichte, eine Art Wahrzeichen, unter anderem auch als Wegmarkierung, den Bürgern aus Gleisenhof und Hetzles beim nächtlichen Heimweg vom ,Wummier’Wirtshaus in ihr Heimatdorf den Weg gewiesen“, sagt Backer. Ob das von Pfarrer Malte Lippmann eingeweihte Kreuz nun Wegeweiser ist oder nicht, ein Zeichen mit Symbolcharakter ist es allemal.
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