Der Erlanger Reisebuchautor und Verleger Michael Müller (72) steht jetzt in einer Reihe berühmter Namen – zu nennen sei nur der Bergsteiger und Weltalpinist Reinhold Messner –, nachdem die Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ) Müller nun ihren Ehrenpreis 2025 verliehen hat. Sie würdigte den „Reiseführer-Pionier Michael Müller“ und dessen „hervorragende Leistungen im Tourismus“.
Sein gleichnamiger Verlag in Erlangen nehme 45 Jahre nach seiner Gründung eine führende Position bei den Individualreiseführern ein. Für viele Menschen hätten seine Bücher Kultstatus. Das hoben bei einem Ehrungsakt in der Erlanger Stadtbücherei VDRJ-Sprecher Martin Wein und Ehrenpreis-Geschäftsführerin Marina Noble hervor.
Michael Müller Reiseführer: Ehrenpreis verliehen
Mit der Auszeichnung würdige die Vereinigung auch Müllers Lebenswerk, das gedruckte Bücher und digitale Angebote umfasst. Gleichzeitig unterstreicht der Berufsverband mit der jetzt 50. Verleihung die Bedeutung des Mediums Reisebuch als Betätigungsfeld journalistischer Arbeit.
Von Portugal aus in die ganze Welt
Der aus Ebermannstadt stammende Michael Müller hat seinen Verlag 1979 in Erlangen gegründet. Den ersten Band brachte der Weltenbummler über Portugal heraus: praktische Tipps für Rucksack-Touristen, getippt auf einer Kugelkopfschreibmaschine und ergänzt mit selbst gezeichneten Karten.
Heute umfasst das Verlagsprogramm rund 250 Titel zu Zielen in Deutschland, Europa und in aller Welt. Das Erfolgsrezept seiner über 80 Autoren und Autorinnen sind echte Reise-Tipps und viele Details mit praktischem Nutzwert sowie Blicke hinter die Kulissen abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten.
Beitrag zur Völkerverständigung
„1979 folgte Müller den Spuren der Hippies und Weltenbummler und ebnete mit seinen exakt recherchierten Büchern voller konkreter Tipps Tausenden Individualreisenden den Weg ins persönliche Reiseabenteuer“, sagte der Vorsitzende der VDRJ, Martin Wein. Damit habe der Ehrenpreisträger nicht nur ein ganzes Bücher-Genre im deutschsprachigen Raum populär gemacht, sondern auch mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen ein neues Arbeitsfeld eröffnet. Letztendlich habe das Engagement und seine Begeisterung für die Sache zur Völkerverständigung beigetragen.
Mit dem Ehrenpreis würdigt die VDRJ Persönlichkeiten, Organisationen oder Initiativen, die Außerordentliches geleistet haben und nachhaltig erfolgreich waren. Michael Müller, so Marina Noble vom Organisationsteam des Ehrenpreises, sei in der sich rasant verändernden Branche stets mit der Zeit gegangen und nutzte neue technische Entwicklungen, u. a. mit GPS-gestützten Wander-Führern sowie Reiseführern als Apps und E-Books.
Die digitale Welt am Wegesrand
Für Michael Müller ist die Auszeichnung ein Ansporn, nicht nachzulassen. Der Preis motiviere ihn für weitere Reisen und Projekte. Da die Anforderungen der Reisenden an Aktualität steigen, sieht er die Zukunft im digitalen Reiseführer, ohne das gedruckte Buch aufzugeben. Beim sich entwickelnden Mainstream Künstliche Intelligenz hat er keine Sorge, dass diese zu einer echten Konkurrenz werden könnte: „ChatGPT kennt kein Erleben, hat keine Meinung, keinen Geschmack und keine Werte. ChatGPT war nie vor Ort“ ist die Überzeugung des Verlegers, der im übrigen stolz darauf ist, seit vielen Jahren auf die Kompetenz und Neugier vieler Autoren und Autorinnen bauen zu können.
Um die Zukunft des Reisebuches sei ihm nicht bange, betonte er, „schließlich ist das Buch in der Genetik der Deutschen festgelegt“.
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