Mit „Sheila Likes Tequila“ beschallt eine im Forchheimer Raum äußerst erfolgreiche und beliebte Formation seit über 30 Jahren hiesige Podien und Veranstaltungssäle.
Musikrichtung ist unverändert geblieben
Musikrichtung und Stil des Quintetts sind nahezu unverändert geblieben, einer früheren Ankündigung eines Veranstalters entliehen ist dieses Statement: „Partyrock ist wohl die treffendste Beschreibung der Musik von ,Sheila Likes Tequila‘. Stimmung von der ersten bis zur letzten Minute ist garantiert.“
Das Erfolgsgeheimnis von „SLT“ liegt wohl in einer Mischung aus den Protagonisten selbst, die vor und nach den Gigs, aber auch während ihrer Auftritte, niemals die Nähe zu ihren Zuhörern vermissen lassen.
Draht zum Publikum ist zu spüren
Jener viel beschriebene und imaginäre „direkte Draht“ zum Publikum ist nach wenigen Takten förmlich zu spüren. Diese Aura bezieht sich jedoch nicht nur auf die Sängerin Eva Knorr und dem Gitarre spielenden Gesangspartner und Bandleader Dieter „Schalke“ Zimmerer, der als einziges Gründungsmitglied bis heute noch dabei ist.
Auch das Trio im Hintergrund um Daniel Saffer (Bass und Hintergrundgesang) und Eddie Sari (Gitarre und Hintergrundgesang) sowie Schlagzeuger Martin „Filter“ Scherl beherrschen es, das Publikum für sich zu gewinnen.
Mitte der 90er wird es wild
SLT-Chef Dieter Zimmerer, seit Urzeiten als Fan des Ruhrpottclubs nur „Schalke“ genannt, sieht die Bandgeschichte im eigenen Rückblick „relativ unspektakulär“. Turbulent oder gar wild sei es erst etwa Mitte der 90er geworden, als man sich als Musiker etablierte.
Mit dem Privat- und Berufsleben nicht immer leicht vereinbar
Damals spielte „SLT“ in der Saison oft von Donnerstag bis Sonntag. Das war mit dem Privat- und Berufsleben nicht immer leicht vereinbar: „Zu jener Zeit gründete sich unser Fanclub ,Sheila-Fans-Franken‘, mit weit über 100 Mitgliedern, die nahezu bei jedem Auftritt dabei waren.
Kurios für die damalige Zeit war, dass sie in der Nähe der Location immer zelteten. Freitag Anreise, Samstag ging’s zum nächsten Auftritt. Wenn Sonntag gespielt wurde, waren auch noch einige dabei. Jährlich kreierten wir ein neues Fan-Saisonshirt, welches wir zum Auftakt im Mai präsentierten.“
Die große Zeit der Coverbands
Im Jahr 1990 liegt die Geburtsstunde der damals noch namenlosen Formation, als sich aus zusammengewürfelten Musikfreunden allmählich eine Struktur ergab, erinnert sich Schalke: „Die späten 80er und Anfang der 90er war die große Zeit der Coverbands. Im Radius von etwa 50 Kilometern gab es noch massig Tanzsäle oder im Jahrzehnt zuvor entstandene Dorf-Diskotheken.
Dort, sowie auf Kerwas und Zeltfesten, tummelten sich wöchentlich etliche Bands, die oft erst gegründet wurden.“
Mittlerweile erschwinglich gewordene Elektro-Instrumente und Equipment, erlaubten kleinere Konzerte mit Licht und Beschallung: „So richtig ernst wurde es für uns 1991, als wir beim ersten Forchheimer Open-Air mit ausschließlich einheimischen Bands auftreten sollten. Das Problem war, wir hatten noch keinen Namen.“
Namenssuche in der Küche
Die „Namenlosen“ um Zimmerer, Günther Bayer, Georg Buschner, Klaus Bach und Holmer Graap trafen sich als Gründer in Spe in „Schalkes Küche zum Brainstorming, zunächst erfolglos: „Die Erlösung kam in Person von Ralph Pfister, einem Musikkumpel der Bandmitglieder.
„Er blätterte meine LP-Cover durch und stieß auf einer Scheibe der US-Rocker ,Steelheart‘ auf den Song ,Sheila‘. Die im Text vorkommende Stelle ,Sheila likes Tequila‘ begeisterte uns jedoch noch nicht.“
Erst als Bedenken um die Assoziation zu einer mexikanischen Alkoholikerin und andere Einwände, wie vielleicht erwartete Auftritte mit Sombreros als billiger Abklatsch von ZZ-Top, zerstreut waren, wurde das Kind getauft.
Sheila Likes Tequila“ ist einprägsam
Dass „Sheila Likes Tequila“ nicht nur einprägsam, sondern klangvoll und melodisch angehaucht, sowie durch den Aufbau ähnlich eines Binnenreimes eigentlich genial war, wurde den Musikern erst später bewusst. In der Marketingbranche geben Kunden für derartige Begriffe oder Wortspiele mitunter viel Geld aus.
Name ist ein Volltreffer
Dass der Name ein Volltreffer war zeigt auch die folgende Begebenheit: „Ein Co-Produzent der Band Münchner Freiheit, der auch den Becks-Bier Werbesong ,Sail away‘ kreiert hatte, machte uns 1996 ein Angebot als Begleitband für ein Elvis-Musical, vor allem auch, weil er unseren Namen so geil und gut vermarktbar hielt.“
In der inzwischen 31-jährigen Bandgeschichte gab es wenige Umbesetzungen. Von den Gründern wechselte Schlagzeuger Holmer Graap 1995 zu J.B.O., ihn ersetzte Wolfgang Lukaschek. Ein Jahr später schied Klaus Bach aus, für den die Nürnberger Gitarrengröße Eddie Ben Sari anheuerte und bis heute zu SLT gehört.
Heike Malopolski stieß 1997 als Stimme hinzu
Heike (Stern) Malopolski stieß 1997 als Stimme hinzu, außerdem gehörten Werner Kandzora und Jürgen Hölzlein zum einstigen Line-up.
Berührt beantwortet Bandleader „Schalke“ die Frage nach dem nächsten Auftritt: „Wir pausieren aktuell. Auch aus Respekt zu unserem Schlagzeuger ,Filter‘ Scherl, der nach seiner Herz-OP erst wieder auf die Beine kommen soll.“
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