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Prominente Gäste beim „Blätterwald“ in Forchheim
Joe BauschForchheim & Fränkische Schweiz
Arzt, Schauspieler und Schriftsteller Joe Bausch wird in Forchheim zu Gast sein. // Wolfgang Schmidt
Signet des Fränkischen Tags von Natália Dos Reis Gonçalves
Forchheim – In Forchheim wird beim Literaturfestival „Blätterwald“ ein Programm zu aktuellen Themen geboten – und es gibt dabei nicht nur klassische Lesungen. Den Auftakt macht ein bekannter Schauspieler.

Vom 4. bis 15. November findet das elfte Literaturfestival „Blätterwald“ statt und lädt Literaturbegeisterte in das Forchheimer Land ein. Unter dem Motto „In welcher Gesellschaft leben wir und wie wollen wir diese gestalten?“ bietet das Festival ein breit gefächertes Programm, das sich den aktuellen Themen widmet.

 Joe Bausch vom Kölner „Tatort“ beim Literaturfestival „Blätterwald“ Forchheim

Neben den klassischen Lesungen aus Belletristik und Sachbüchern stehen auch musikalisch-literarische Darbietungen, eine Ausstellung und ein Filmabend auf dem Programm. Einer der Höhepunkte ist die Lesung des Schauspielers und Autors Joe Bausch, der vielen durch seine Rolle im Kölner „Tatort“ ein Begriff ist.

Am Montag, 4. November, will Bausch mit seinem autobiografischen Buch „Verrücktes Blut. Oder: Wie ich wurde, der ich bin“ das Publikum in seinen Bann ziehen. Darin erzählt er von seinem Aufwachsen als Bauernsohn in der Nachkriegszeit und den zum Teil traumatischen Erfahrungen seiner Kindheit und Jugend.

Diese Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, der Volkshochschule und der Sparkasse Forchheim organisiert wird, bildet den Auftakt der Literaturtage.

Die Schriftstellerin Nele Neuhaus wird in Forchheim zu Gast sein.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Schriftstellerin Nele Neuhaus wird in Forchheim zu Gast sein. // Andreas Malkmus

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe am 15. November bestreitet die Bestsellerautorin Nele Neuhaus, die mit ihrem Kriminalroman „Schneewittchen muss sterben“ ihren Durchbruch feierte. Bei der Abschlusslesung präsentiert sie ihren neuesten Roman „Monster“. Neuhaus gehört zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen Deutschlands.

Auch Kinder- und Jugendlesungen

Zwischen diesen beiden großen Namen finden über die zwei Wochen hinweg zahlreiche weitere Lesungen und Veranstaltungen statt, die sowohl ein breites Publikum als auch besondere Zielgruppen ansprechen. So gibt es wieder Kinder- und Jugendlesungen an Kitas und Schulen. In Kooperation mit örtlichen Büchereien werden über 40 Lesungen an 29 Grund- und weiterführenden Schulen im Landkreis organisiert – zehn mehr als im Vorjahr. Unter den Autoren, die für das junge Publikum lesen, sind Isabel Abedi, Anna Albrecht, Martin Beyer und Andreas Thamm. Diese Lesungen sollen die Begeisterung für das Lesen fördern.

Berührender Film im Kinocenter Forchheim

Ein weiteres Highlight soll der Kinoabend werden, der am Dienstag, 12. November, im Kinocenter Forchheim stattfindet. Gezeigt wird der Film „Es sind die kleinen Dinge“ von Mélanie Auffret, der die Freuden und Mühen des Lesenlernens thematisiert. Der berührende Film erzählt von der jungen Lehrerin Alice, die zugleich Bürgermeisterin eines Ortes in der französischen Bretagne ist. Als ihr dann auch noch dem temperamentvollen Émile begegnet, befindet sie sich an der Grenze zur Überlastung. Der 65-Jährige will unbedingt lesen und schreiben lernen. Aber auch das soll nicht lange ihre größte Sorge bleiben: Die Schule soll geschlossen werden.

Ausstellung „Zwischen zwei Seiten“

Eine ganz besondere Veranstaltung ist die Ausstellung „Zwischen zwei Seiten“, die ab November in der Stadtbücherei Forchheim zu sehen sein wird. Kuratiert von Ingeborg Traube zeigt die Ausstellung Lesezeichen aus aller Welt und wirft einen faszinierenden Blick auf diese oft unscheinbaren, aber doch so wichtigen Alltagsgegenstände. Am 13. November wird Traube vor Ort sein, um Geschichten zu ihrer Sammlung zu erzählen, begleitet von der Musikerin Alexandra Eyrich. Die Ausstellung wird bis Januar in der Bücherei zu sehen sein und bietet Literaturfreunden die Möglichkeit, in eine Welt kleiner Kunstwerke einzutauchen.

Ein Schwerpunkt wird auch auf aktuelle Themen gelegt. So wird der Journalist Alex Rühle in seiner Lesung aus „Europa, wo bist du?“ von seinen Reisen durch Europa berichten und die Frage stellen, wie die Menschen in den verschiedenen Ländern den Kontinent und dessen Zukunft sehen.

Der Historiker Christian Pantle wird in seinem Buch „Der Bauernkrieg“ die Entstehung der modernen Gesellschaftsideen beleuchten. Pantles Werk beschäftigt sich mit den Wurzeln von Demokratie, Freiheit und gesellschaftlichem Wandel und zeigt auf, wie die Ereignisse der Vergangenheit noch heute nachwirken.

Für das jüngere Publikum dürfte die Lesung von Ole Liebl etwas Besonderes darstellen. Der Philosoph und Influencer befasst sich in seinem Buch „Freunde lieben“ mit den traditionellen Vorstellungen von Freundschaft und Beziehung und stellt diese kritisch infrage. Liebl, der vor allem durch seine Social-Media-Präsenz eine große Fangemeinde hat, will auch jüngere Besucher in den „Blätterwald“ ziehen.

Auftritt von Mundartautor Helmut Haberkamm

Literatur und Kulinarik verbinden sich bei der Lesung von Lisa Graf, die in ihrem Roman die Geschichte des Familienunternehmens „Lindt & Sprüngli“ erzählt. Bei dieser Veranstaltung dürfen sich die Besucher nicht nur auf spannende Einblicke in die Welt der Schokoladenproduktion freuen, sondern auch auf eine süße Verkostung, die das literarische Erlebnis abrundet.

Ein regionales Highlight ist der Auftritt des Mundartautors Helmut Haberkamm, der seine Gedichte, Lieder und Texte aus „Edzerdla hammers“ präsentieren wird. Unterstützt wird er dabei vom Gitarristen Johann Müller, der den fränkischen Abend musikalisch begleiten wird. Haberkamm, der im Aischgrund geboren ist, gilt als wichtiger Vertreter der fränkischen Mundartliteratur.

Die „Blätterwald“-Literaturtage werden durch die finanzielle Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, des Landratsamtes Forchheim und der Sparkasse Forchheim ermöglicht. Landrat Hermann Ulm betont die gute Zusammenarbeit: „Es ist nicht selbstverständlich, dass alle so gut vernetzt sind und zusammenarbeiten. Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.“

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