Alle drei Preisträger der sogenannten Tourismuskrone, die im Schlosshotel Betzenstein (Landkreis Bayreuth) zum sechsten Mal verliehen wurde, kommen heuer aus dem Verbreitungsgebiet dieser Zeitung. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz mit Unterstützung der Sparkassen Forchheim und Bayreuth seit 2019 touristische Unternehmen. Die Sieger konnten sich nicht nur über die Krone, sondern auch über die Preisgelder freuen.
Roland Wölfel von der Beratungsgesellschaft Cima aus Forchheim führte durch den unterhaltsamen Vormittag. Der Forchheimer Landrat Hermann Ulm sowie Harald Reinsch und Markus Zweck von den beiden Sparkassen hielten die Laudationes.
Hotel/Braugasthof Höhn ist „Leuchtturm“
Die Tourismuskrone in der Kategorie Leuchtturm, die mit 1000 Euro dotiert ist, ging an das Hotel/Braugasthof Höhn in Memmelsdorf (Landkreis Bamberg). Über den Preis konnten sich Lisa Höhn und ihr Partner Cornelius Hofmann freuen. Die Familie Höhn habe es bravourös bewiesen, dass es möglich sei, den Traditionsbetrieb über Generationen weiterzuführen und immer wieder zu investieren und neue Ideen zu entwickeln, inzwischen schon in der achten Generation seit über 235 Jahren.
Das Konzept von gehobener Hotellerie, Gasthof und Braukultur habe die Jury überzeugt, sagte Ulm. Die Pandemiezeit nutzte die Familie Höhn, um zu renovieren und die Digitalisierung voranzutreiben. Mit dem ersten Bamberger „Schäuferla Drive-in“, dem Wohnmobildinner“ und „Frühstück to go“ erweiterte man sehr innovativ das kulinarische Angebot. Freiflächen wurden erweitert, Gasträume neu gestaltet, E-Ladesäulen errichtet, und den Strom produziert die eigene PV-Anlage.
Das „Görchla-Bier“ wird in der kleinen Braumanufaktur im handbefeuerten Braukessel gebraut. Heute gibt es nur noch ganz wenige kleine Brauereien – eine davon Heckel-Bräu in Waischenfeld –, die mit Holz schüren. Das „Görgla-Bier“ ist eine Brauspezialität, die nur in Memmelsdorf ausgeschenkt wird. Der Einkauf der Waren erfolgt bei ortsansässigen Anbietern und es werden nur regionale Produkte verwendet.
Ebner für Innovation geehrt
Martin Ebner aus Muggendorf hat einen Offroad-Rollstuhl, den er Scuttler nennt, entwickelt und selbst gebaut. Scuttler-Touren ist ein Projekt, das weit über die Idee hinausgeht, Menschen mit Behinderungen barrierefreie Naturerlebnisse zu vermitteln.
„Es ist ein Vorzeigeprojekt, das zeigt, wie technologische Innovation, gesellschaftliches Engagement und tiefe Menschlichkeit zusammenwirken können, um unsere Welt inklusiver und lebenswerter zu gestalten“, sagte Reinsch. Und weiter: Scuttler-Touren trage dazu bei, die Fränkische Schweiz als Vorreiter in Sachen Barrierefreiheit zu etablieren und mache sie zu einem Vorbild. Ebners Engagement, seine Kreativität und seine Leidenschaft seien Inspiration für alle.
Dafür erhielt Ebner die Tourismuskrone in der Kategorie Innovation. Für den Oktober kündigte Ebner ein neues Projekt an, das sich Exoskelett nennt. So eine Maschine, die man anziehen kann, ist zwar nicht neu, Ebner will sie aber in der Fränkischen Schweiz etablieren, damit Menschen mit Gehbehinderungen die Natur erleben können.
Bio-Ferienhäuser in Kühlenfels
Die weitere gleichberechtigte Tourismuskrone in der Kategorie Innovation ging an die „Ferienhäuser zur Allee“ im Pottensteiner Ortsteil Kühlenfels. Dort hat Zimmermeister Michael Christ mit seinem Partner Stefan Amberg mit jeder Menge Tatendrang zwei Bio-Ferienhäuser von höchster Güte gebaut. Nun soll ein weiteres hinzukommen. Die Ferienhäuser weisen eine herausragende Ökobilanz auf. Hinzu kommt ein Saunahaus, ein Insektenhotel und kleines Biotop.
Lesen Sie auch:















