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Café und Konzerte
In die alte Schottersmühle kehrt neues Leben ein
SchottersmühleForchheim & Fränkische Schweiz
Das ehemalige Gasthaus Schottersmühle ist ab 14. Oktober an zwei Wochenenden im Monat geöffnet. // Katharina Steinhäuser/Archiv
Wiesenttal – Idyllisch eingebettet zwischen Bäumen und Felsen liegt die Schottersmühle. Hinter dem Haus plätschert leise die Wiesent. Ab 14. Oktober ist das ehemalige Gasthaus wieder geöffnet.

Im alten Gastraum knistert ein Feuer im Ofen. Lisa und Santtu Weniger sind gerade dabei, die letzten Vorbereitungen zu treffen. Über zwei Jahre haben sie die alte Mühle renoviert.

Die Idee hat sich zufällig ergeben: „Wir sind schon immer gern in die Fränkische Schweiz gefahren und haben eines Tages diese Mühle entdeckt“, erzählt Lisa Weniger. Der ehemalige Besitzer habe die Mühle zum Verkauf angeboten. „Wir haben uns die Mühle zeigen lassen und uns gleich verliebt“, schwärmt Weniger.

Mit dabei sei von Anfang an ein sehr guter Freund gewesen: Birk Müller. Er habe den Traum des Paars geteilt, die alte Mühle als Café und Kulturzentrum zu bewirtschaften. „Dadurch, dass wir zu dritt zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, hat sich das so gefügt“, sagt Weniger.

Schottersmühle über zwei Jahre renoviert

Das war im Mai 2021. Seitdem seien sie sooft es ging vor Ort gewesen, hätten gestrichen, die Küche hergerichtet, den Bar-Bereich neu gestaltet, Boden verlegt und vieles etwas anders gestaltet. „Es war vorher eine ganz traditionelle Gastwirtschaft, wo es Schnitzel und Braten gab. Unsere Idee ist eher ein Mühlencafé mit kulturellen Veranstaltungen“, erklärt Weniger.

Gerade im Kaffeesaal hätten sie die Inneneinrichtung getauscht und etwas schlichter gestaltet. „Aber vom Grundcharakter wollen wir gerne das Alte erhalten“, betont Weniger. Gerade das Herzstück, die alte Mühlengaststube, solle auf alle Fälle so bleiben und damit an die Geschichte der Mühle anknüpfen.

Santtu und Lisa Weniger im Gastraum der Mühle: Zusammen mit Freunden haben sie das Gebäude in den vergangenen zwei Jahren hergerichtet.Forchheim & Fränkische Schweiz
Santtu und Lisa Weniger im Gastraum der Mühle: Zusammen mit Freunden haben sie das Gebäude in den vergangenen zwei Jahren hergerichtet. // Katharina Steinhäuser

Das Haus sei ein bisschen in die Jahre gekommen gewesen, weil sich lange niemand darum gekümmert habe, sagt Santtu Weniger. „Wenn da mal zwei Jahre der Kachelofen nicht angemacht wird, dann kommt Feuchtigkeit rein und unter den Sitzbänken bildet sich Schimmel. Das kommt ganz von allein“, erklärt er.

So sah die Schottersmühle früher aus.Forchheim & Fränkische Schweiz
So sah die Schottersmühle früher aus. // Kulturverein Schottersmühle/Archiv

Bevor ihr Traum Realität werden konnte, gab es also einiges zu tun. Mit der Unterstützung von Freunden haben die drei fast alles selbst renoviert. „Deswegen hat es auch so lange gedauert“, sagt Lisa Weniger. Neben dem Berufsalltag schaffe man es nur am Wochenende, immer ein Stück weiterzumachen.

Weniger arbeitet als Pfarrerin, ihr Mann ist Mediengestalter bei der Universität in Erlangen. Das Paar lebt in Nürnberg und pendelt regelmäßig zur Mühle in die Fränkische Schweiz.

SchottersmühleForchheim & Fränkische Schweiz
In der Schottersmühle können es sich Gäste in Zukunft bei Kaffee oder Brotzeit gemütlich machen. // Katharina Steinhäuser

„Es schaut zwar im Moment noch wild aus“, sagt Lisa Weniger und lacht, „aber 90 Prozent sind geschafft.“ „Mehr noch. Es ist ja nur noch nicht aufgeräumt“, erwidert ihr Mann. Am Wochenende vor der Eröffnung haben sie noch mal Helfer eingeladen, um alles in Schuss zu bringen. Die Freunde, die anfangs geholfen haben, seien jetzt Mitglieder des Kulturvereins, den sie gegründet haben.

Gemeinsam die Mühle gestalten

„Es war ein Prozess sich zu überlegen, in welcher Form wir die Mühle betreiben wollen“, sagt Lisa Weniger. Im Kulturverein Schottersmühle kommen nun alle zusammen, die sich bei der Mühle beteiligen wollen. „Es ist viel schöner, gemeinsam mit anderen was auf die Beine zu stellen und sich da gegenseitig zu unterstützen“, sagt Weniger. Das Interesse, sich einzubringen, sei groß gewesen.

SchottersmühleForchheim & Fränkische Schweiz
Lisa und Santtu Weniger laden ab 14. Oktober Gäste in die renovierte Schottersmühle ein. // Katharina Steinhäuser

Von Vorteil sei auch, dass sie als Verein keinen Gewinn erwirtschaften müssten. „Es ist ein Herzensprojekt und keine Verdienstquelle“, sagt Lisa Weniger. 20 Mitglieder hat der Verein aktuell. Nach der Eröffnung kämen vielleicht noch mehr Leute dazu, hoffen die Betreiber. Das Paar kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.

„Bei Werkelwochenenden, wenn viele Leute da waren und Leben hier ist in dem alten Gemäuer, dann spürt man, wie schön es ist“, berichtet Lisa Weniger. Wenn viele Leute da seien, die sich einbringen, dann wisse man wieder, warum man das eigentlich alles auf sich nehme. Die Schottersmühle soll ein Ort der Begegnung werden, an dem Menschen aus allen Himmelsrichtungen, jeden Alters und jeder Herkunft zusammenkommen. Auch Wanderer und Einheimische sollen hier aufeinandertreffen.

Gästezimmer in der Schottersmühle

„Uns ist es wichtig, dass wir Teil des Wiesenttals sind und dass wir nicht die Städter sind, wo alle sich fragen, was tun die hier eigentlich?“ Damit sie am Abend nicht wieder nach Nürnberg pendeln müssen, haben sich die Betreiber in der Mühle eine kleine Wohnung eingerichtet.

LindeForchheim & Fränkische Schweiz
Die Zimmer in der Schottersmühle sind nach Bäumen gestaltet. Hier zum Beispiel die Eingangstür zum Linden-Zimmer. // Katharina Steinhäuser

Auch für Vereinsmitglieder und andere Gäste gibt es Zimmer. Diese wurden ebenfalls neu hergerichtet. Jedes Zimmer wurde nach einem Baum benannt und gestaltet. Unter dem Dach liegt zudem ein Seminarraum.

Schottersmühle: Kaffee, Kuchen und Brotzeiten

Obwohl die Mühle renoviert wurde, fühlt es sich doch an wie eine kleine Zeitreise. Im Flur steht eine alte Schreibmaschine, im großen Saal ein Plattenspieler. Alte Bilder von früher zieren die Speisekarte. Darin stehen herzhafte Brotzeiten, aber auch Kaffee und Kuchen. Ein veganes Angebot ist für die Wenigers selbstverständlich. 

SchreibmaschineForchheim & Fränkische Schweiz
Gegenstände, wie eine alte Schreibmaschine, dienen als Dekoration in der Schottersmühle. // Katharina Steinhäuser

Die Sachen, die wir anbieten, sollen aus der Region kommen“, erklärt das Paar. Sie hätten sich bewusst gegen ein großes Gastronomieangebot mit Schäuferla & Co. entschieden. Stattdessen sollen Begegnung und Kultur im Vordergrund stehen.

An jedem zweiten und vierten Wochenende im Monat öffnet das Mühlencafé. Am zweiten Samstag im Monat findet ein Konzert statt.

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