0
Fensterbrettla
Die goldene Regel vom ignoranten Wagenlenker
Kurioses und Grenzwertiges aus Forchheim und der Fränkischen Schweiz - die Glosse "Fensterbrettla" greift das Tagesgespräch auf. Heute am Autorenpult: Stephan Großmann.Forchheim & Fränkische Schweiz
Kurioses und Grenzwertiges aus Forchheim und der Fränkischen Schweiz - die Glosse "Fensterbrettla" greift das Tagesgespräch auf. Heute am Autorenpult: Stephan Großmann. // Matthias Hoch
Wiesenthau – Die Ortsdurchfahrt Wiesenthau ist für den Verkehr gesperrt, nur hält sich kaum einer dran. Den Grund erkennt die FT-Glosse in physikalischem Unvermögen.

Es ist eine Unart des westeuropäischen übersättigten Menschen, in der Schule nicht aufzupassen.

Beim einen driften die Gedanken während der Faust-Lektüre ab, beim anderen führt das Feld der Stochastik zum sofortigen Lidschluss.


Hier können Sie FT-Glosse bequem anhören

Fensterbrettla: Die goldene Regel vom ignoranten Wagenlenker

FT-Redakteur Stephan Großmann spricht in seinem Fensterbrettla über physikalische Bildungslücken und deren Zusammenhang mit Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung.

Physik und die Lehre von den Körpern

In einem Fach aber  – der Physik – würde es sich lohnen, den Fokus aus dem Tagtraum in den Klassenraum zu verlegen. Zumindest während jener Unterrichtseinheit, die sich mit der Lehre von den Körpern   beschäftigt.

Sie wissen schon, Punktmassen, Konglomerate, kontinuierliche Verteilungen.

Nein? Okay, zumindest folgenden Satz haben Sie sicher schon gehört, er beschreibt ein Gesetz der klassischen Physik: „Wo ein Körper ist, kann kein anderer sein.“

Auch nicht, keinen Schimmer?  

Wenn sie nun noch ein Auto besitzen, ist der Beweis erbracht. Fahrschulwissen überschreibt eben jene Hirnareale, die für physikalisches Halbwissen gedacht sind.

Baustelle Wiesenthau: Unschuldig im Sinne der Straßenverkehrsordnung?

Zumindest würde das bedeuten, dass die Menschen nicht boshaft handeln, wenn sie beispielsweise widerrechtlich durch die Baustelle in Wiesenthau fahren.

Sie wissen es nur nicht besser, weil sie die   Körperlichkeit der Verbotsschilder und Baumaschinen nicht erkennen können. Sie sind keine Verkehrsrowdys, sie verdienen nicht den Zorn der leidgeplagten Anwohner und die Strenge der Straßenverkehrsordnung. Vielmehr sollten wir ihre physikalische Bildungslücke anerkennen und schließen.

So, erledigt, gern geschehen.

Wenn wir schon dabei sind, es gibt noch eine zweite goldene Regel, diesmal eine ethische.

Denn jeder Fahrende wohnt in der Regel auch irgendwo. Dort, wo er selbst seine Ruhe schätzt und sich nur ungern überfahren lässt. Diese Regel lautet: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ 

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!