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Lärm vorbei – und nun?
So geht’s jetzt weiter auf Forchheims Bahnbaustelle
Mit Stopfmaschine, Arbeitszug und Schotterpflug waren die Bahnarbeiter dieser Tage in Forchheim am Werk. Nun geht der Bau in eine neue Phase.Forchheim & Fränkische Schweiz
Mit Stopfmaschine, Arbeitszug und Schotterpflug waren die Bahnarbeiter dieser Tage in Forchheim am Werk. Nun geht der Bau in eine neue Phase. // Stephan Großmann
Forchheim – Der schlimmste Lärm entlang der Bahnbaustrecke ist erst einmal Geschichte. Warum das Hupkonzert notwendig war, was auf die Forchheimer noch zukommt und für wann ein Ende der Arbeiten geplant ist.

Endlich wieder Ruhe. Zumindest ein kleines bisschen.

Leidgeplagte Anwohner entlang der Bahnbaustelle in der Kreisstadt, die sich anonym an den FT gewendet und sich über den anhaltenden und „unbeschreiblichen Lärm“ beschwert hatten, können endlich aufatmen.

ATWS auf Bahnbaustelle Forchheim

Die Automatische Warnanlage (ATWS) schützt Bahnarbeiter vor Unfällen - für Anwohner ist der Geräuschpegel aber beinahe unerträglich auf Dauer.

Seit dem 28. August hatte ihnen das „Automatische Warnsystem“ (ATWS) der Bahn mehrfach – zum Teil alle paar Minuten – mit nervtötendem Tuten in den Ohren geklingelt. Ab Donnerstag soll damit Schluss sein.

Bahn: Laute Warnanlage ist vorgeschrieben

„Die Warnanlage ist noch bis einschließlich 20. September nötig, dann wird sie abgebaut“, schreibt eine Bahnsprecherin auf FT-Anfrage.

Das ATWS sei laut Bahn notwendig gewesen, weil derzeit zwischen dem Bahnhof Forchheim und der Autobahn A 73 „unter rollendem Rad“ gearbeitet werde, der Zugverkehr also weiterläuft. Um die Arbeiter nicht zu gefährden, habe die Anlage bei jedem herannahenden Zug automatisiert ein akustisches Warnsignal abgegeben.

Bis zu 126 Dezibel laut kann die Automatische Warnanlage tuten.Forchheim & Fränkische Schweiz
Bis zu 126 Dezibel laut kann die Automatische Warnanlage tuten. // Stephan Großmann

Die Lautstärke variierte demnach je nach Umgebungslärm zwischen 97 Dezibel (vergleichbar mit dem Stehen neben einem Lautsprecher in der Diskothek) und 126 Dezibel (ähnlich der Lautstärke eines Presslufthammers).

Die Warnanlage sei laut Bahn vorgeschrieben, wenn die Arbeiter nicht anders vor Gefahren geschützt werden könnten. Und das sei bei den aktuellen Arbeiten der Fall gewesen, wie die Bahnsprecherin weiter ausführt.

Seit Ende August wurden die neuen Gleise an die richtige Stelle gelegt. Seit dem 11. September werde das Gleis mittels einer Stopfmaschine, eines Arbeitszuges und eines Schotterpfluges (allesamt Großgeräte) gestopft und in Endlage gerichtet. Anfangs habe man die Arbeiter mittels einer festen Absperrung gegen die Gefahren aus dem Bahnbetrieb schützen können. Seit dem 11. September röhrte dann das ATWS.

Die Arbeiten finden „rollendem Rad“ statt. Der Zugverkehr geht also weiter.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Arbeiten finden „rollendem Rad“ statt. Der Zugverkehr geht also weiter. // Stephan Großmann

Seit Jahren wird nun schon im Forchheimer Stadtgebiet gebaut, um das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) 8 voranzutreiben. Hierbei wird auf dem 13,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen Forchheim und Eggolsheim die bestehende zweigleisige Strecke auf vier Gleise erweitert.

Video: Zu Besuch auf Forchheims Bahnbaustelle

Zu Besuch auf Forchheims Bahnbaustelle: Bis zum 20. September 2023 waren eine Stopfmaschine, ein Arbeitszug und ein Schotterpflug zugange.

Ab Donnerstag solle dann die technische Ausrüstung des Streckenabschnitts fertiggestellt werden, womit bereits Mitte September begonnen worden sei. Konkret teilt die Bahn mit, dass aktuell die Leit- und Sicherungstechnik, Signale, Oberleitungen, Telekommunikationsanlagen und Weichenheizstationen installiert werden sollen.

Noch im Dezember dieses Jahres sollen die neuen Anlagen und der Überholbahnhof Eggolsheim-Süd in Betrieb genommen werden. Ab 2024 wolle die Bahn mit den Oberbau- und Tiefbauarbeiten auf der Ostseite in Forchheim-Nord beginnen sowie die Lärmschutzwand an der Ostseite des Haltepunktbereichs in Eggolsheim errichten.

Nun  erfolgt die technische Ausrüstung des Streckenabschnitts (wie hier die Montage einer Oberleitung).Forchheim & Fränkische Schweiz
Nun erfolgt die technische Ausrüstung des Streckenabschnitts (wie hier die Montage einer Oberleitung). // Daniel Gallein/DB

Schon häufiger sah sich die Bahn Kritik ausgesetzt, etwa weil sich das Projekt und vor allem einzelne Baufristen immer wieder nach hinten verschoben haben.

Im Moment aber kann Daniel Gallein, DB-Teilprojektleiter für den Bahnausbau zwischen Forchheim und Eggolsheim, Positives vermelden: „Wir haben dieses Jahr in Forchheim schon viel geschafft. Die Bauarbeiten laufen planmäßig.“

Aktuell liege der Fokus der Bahn auf der Anbindung der neuen Brücke über die Autobahn sowie dem Überholbahnhof in Eggolsheim.

Daniel Gallein, DB-ProjektingenieurForchheim & Fränkische Schweiz
Daniel Gallein, DB-Projektingenieur // Barbara Herbst/Archiv

Abschluss nicht vor Ende 2024

Mit einem Ende des Bahnbaus ist im von den vielen Großbaustellen malträtierten Forchheim frühestens in einem Jahr zu rechnen. „Ende 2024 wird der Haltepunkt Forchheim-Nord in Betrieb gehen, bis dahin werden Arbeiten in Forchheim stattfinden“, schreibt die Bahnsprecherin.

Immerhin, von den „normalen Belastungen“ auf Grund der Baustellensituation abgesehen, könnten die lärmgeplagten Anwohner Glück haben. Laut Bahn erfolge „ab dem 21. September bei planmäßigem Bauablauf keine weitere akustische Warnung“.

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