Baggerschaufeln, Absperrbaken, Umleitungsschilder – an der Anschlussstelle Forchheim-Nord der A 73 geht derzeit fast nichts mehr.
Das spüren die Anwohner und Unternehmen vor Ort deutlich, ebenso wie die Menschen, die entlang der teils weitläufig angelegten Umleitungsstrecken leben.
Wie Enes Altan von der Thesaurus GmbH in der Büg. Zwar ist er nicht direkt von der gesperrten Straße betroffen, leidet aber durch die gesperrte Autobahnzufahrt unter längeren Anfahrtswegen, vor allem für Laster aus Nürnberg kommend.
Und: Erst zwei Wochen vor der Sperrung am 9. August sei er per Schreiben informiert worden. Lange sei ihm nicht wirklich klar gewesen, wer aus welcher Richtung wann wohin käme.
Mit dieser Erfahrung ist er nicht allein. Wie eine FT-Umfrage unter ansässigen Firmen ergeben hat, müssen viele tagtäglich ihren Kunden erklären, ob oder wie sie denn nun zu erreichen seien.
Was aktuell auf der Baustelle an der Anschlussstelle Forchheim-Nord geschieht
Während der aktuellen Bauphase 1, die noch voraussichtlich bis zum 28. September dauert, lässt sich lediglich von Neuses kommend auf die A73 in Richtung Erlangen auffahren.
Sämtliche anderen Anschlussäste sind für den Verkehr gesperrt, teilte das Staatliche Bauamt Bamberg (StBA) mit. Selbiges gilt für die Durchfahrt bis nach Forchheim hinein. Nahtlos anschließen soll sich dann Phase 2. Ab dann soll die Autobahnanschlussstelle zwar wieder erreichbar sein. Allerdings nur von Forchheim aus kommend.
Wie das StBA am Freitag auf FT-Anfrage mitteilt, werde zwischen Kreuzung Bügstraße und Kreuzung Staustufe (Bauphase 1) der alte Oberbau der Staatsstraße und des Radweges abgetragen, die Schutzplanken ausgebaut, die Bodenverbesserung des Untergrundes vorbereitet und die Straßenentwässerung erneuert.
Und das Amt weist noch einmal darauf hin, dass der Baustellenbereich auch für Radfahrer und Fußgänger gesperrt ist.
Anwohner in Pautzfeld und Buckenhofen entlang der Umleitung genervt
Die Umleitungen erfolgen offiziell weiträumig ab Neuses über die Staatsstraße 2264 (vorbei an Hallerndorf) sowie die B 470 bis Forchheim-Süd – und gegenläufig. Dies merken alle Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig mit dem Auto durch Forchheim müssen, deutlich.
Nicht wenige nutzen aber die nähere Achse Pautzfeld-Buckenhofen als Ersatzstrecke. Ein Pautzfelder, wendet sich an den FT, ist genervt von der Situation. Dass es Jahr für Jahr mehr Autos würden, daran sei man ja gewohnt.
„Aber aktuell mehren sich schon auswärtige Kennzeichen, es muss also mit dieser Sperrung zusammenhängen. Jeder, der hier durchfährt, meint, auf der Autobahn unterwegs zu sein“, sagt er, der lieber anonym bleiben möchte.
Geblitzt werde nicht, warum, könne er nicht nachvollziehen. „Abends in Ruhe auf der Terrasse sitzen? Undenkbar zurzeit.“ Er sei sogar schon in Kontakt mit der Stadt getreten – nur passiert sei bisher nichts.
Friedensstraße Buckenhofen – jetzt mit Halteverbotsschildern
Ähnliche Szenen spielen sich in der Friedensstraße ab, ein paar Kilometer südlich, wo neben dem von der Autobahn verdrängten Verkehr auch der Umleitungsverkehr der ebenfalls gesperrten Buckenhofener Straße für Spannungen sorgt. Immerhin wurden dort jetzt Halteverbotsschilder angebracht und Geschwindigkeitskontrollen angeordnet, um die Situation zu entschärfen.
Ist THW in seiner Arbeit beeinträchtigt?
Beruhigen kann auch Christian Wilfling. Er ist Chef des Technischen Hilfswerks, das seinen Sitz an der Staustufe im Forchheimer Norden hat. Zwar sei man durch die Baustelle ebenfalls eingeschränkt, sagt er, aber für den Notfall gebe es Lösungen.
Und: „Erstens war es in den vergangenen Wochen relativ ruhig. Und in der Regel haben wir keine Einsätze, bei denen es um Minuten geht.“
Lidl-Zentrallager auch betroffen?
In Eggolsheim steht ein großes Zentrallager von Lidl. Merkt auch der Discounter die Auswirkungen? Auf Anfrage schreibt eine Sprecherin des Unternehmens: „Aufgrund der laufenden Sanierungsarbeiten nutzen wir die Strecke zur Ausfahrt Buttenheim, was vereinzelte Anpassungen in unserer Tourenplanung erforderte. Ansonsten bemerken wir keine Auswirkungen auf interne Prozesse."
Die tägliche Belieferung der Filialen mit frischen Lebensmitteln sei sichergestellt.
Bleibt die Baustelle im Zeitplan?
Manche sind mehr betroffen, andere weniger – mit der Baustelle leben müssen zurzeit aber alle. Drum fragen sich viele, ob das Staatliche Bauamt seinen straffen Zeitplan wirklich einhalten kann.
Auf Anfrage teilt eine Sprecherin der Behörde mit: „Das gute Wetter hat dazu beigetragen, dass aktuell die bauausführende Firma voll im Zeitplan ist. Der geplante Wechsel der Bauabschnitte (Ende September) und der Endtermin (Mitte Oktober) sind derzeit nicht gefährdet.“
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