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Umleitung Buckenhofen
Genervte Forchheimer: Stadtteil kommt unter die Räder
Für Autofahrer ist Buckenhofen ein Geduldsspiel, für Anwohner eine Zerreißprobe:  Gleich zwei Ausweichrouten schlängeln sich durchs Wohngebiet. Das ruft Kritiker auf den Plan.Forchheim & Fränkische Schweiz
Für Autofahrer ist Buckenhofen ein Geduldsspiel, für Anwohner eine Zerreißprobe: Gleich zwei Ausweichrouten schlängeln sich durchs Wohngebiet. Das ruft Kritiker auf den Plan. // Stephan Großmann
Buckenhofen – Beschaulich schlängelt sich die Friedensstraße durch den Forchheims Westen. Nun stören umgeleitete Autokolonnen das Idyll. Anwohner sind sauer, zumal sich auf einer der Baustellen gerade nichts tut.

Tempo 30? Für die meisten egal. Rechts vor links? Vielen egal. Rücksicht auf spazierende Familien auf dem Gehweg? Einigen egal.

In der unter normalen Umständen durch Ruhe geprägten Friedensstraße im Forchheimer Stadtteil Buckenhofen liegen derzeit die Nerven der Anwohner blank.

Stoßweise drücken sich seit Wochen Autokolonnen, Laster und Linienbusse an den Wohnhäusern und einem beliebten Spielplatz vorbei. Seit dem 9. August kommt auch noch der Ausweichverkehr der gesperrten Autobahnauffahrt Forchheim-Nord hinzu. Jetzt scheint das Maß voll.

Vor den Baustellen in der Buckenhofener Straße und an der Anschlussstelle Forchheim-Nord verirrten sich nur selten Autos in die Friedensstraße. Das war einmal.Forchheim & Fränkische Schweiz
Vor den Baustellen in der Buckenhofener Straße und an der Anschlussstelle Forchheim-Nord verirrten sich nur selten Autos in die Friedensstraße. Das war einmal. // Stephan Großmann

Anwohnerin in Buckenhofen: „Haben Angst um unsere Kinder“

„Wir sind viel mit unseren Rädern unterwegs und haben Angst um unsere Kinder und um uns.“ Mit diesen Worten wendet sich eine aufgebrachte Mutter an den FT.

Die Bewohnerin der Friedensstraße stört die immens zugenommene Verkehrsbelastung und dass die „Kraftfahrzeugfahrer sich nicht an die Verkehrsregeln halten“. Vor allem, wenn Busse ins Spiel kommen, wichen viele Autos auf den Gehsteig aus, um schneller voranzukommen, berichtet sie.

Besonders eng wird es, wenn sich Linienbusse in der teils engen 30er-Zone begegnen. Dabei ist es schon zu mancher heikler Situation gekommen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Besonders eng wird es, wenn sich Linienbusse in der teils engen 30er-Zone begegnen. Dabei ist es schon zu mancher heikler Situation gekommen. // Stephan Großmann

Auch an die angezeigte Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern hielten sich ihrer Aussage zufolge nur die wenigsten Wagenlenker.

Warum tut sich auf der Baustelle nichts?

Auch Roland Schilling ist genervt. Er wohnt ebenfalls in der Friedensstraße, ihn stören die vielen Autos vor allem zu den morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten.

Er zeigt Verständnis für die Fahrer; die Umleitungen seien weiträumig, Ortskundige würden logischerweise den kürzesten Weg wählen. Ihm stößt eher auf, dass die Buckenhofener Straße voll gesperrt ist, obwohl dort seit Tagen nicht gearbeitet werde.

„Es gibt keinen Grund, warum die Straße im Moment nicht offen ist“, sagt er.

Buckenhofener Straße: Vollsperrung seit 3. Juli 2023 bis April 2024

Seit dem 3. Juli ist die Buckenhofener Straße zwischen dem Hirtenweg und dem Lindenweg bereits für den gesamten Verkehr gesperrt – bis voraussichtlich April 2024. Die Fahrbahn und die Gehwege werden neu ausgebaut, wie das Straßenverkehrsamt mitteilt.

Aktuell tut sich nichts auf der Baustelle in der Buckenhofener Straße.Forchheim & Fränkische Schweiz
Aktuell tut sich nichts auf der Baustelle in der Buckenhofener Straße. // Stephan Großmann

Aktuell tut sich dort aber tatsächlich nichts. Eine offizielle Erklärung liefert bis Redaktionsschluss niemand. Aber die automatische Bandansage der zuständigen Bamberger Baufirma zeigt, dass diese noch bis Ende August im Urlaubsmodus weilt. Das könnte der Grund sein.

Schilling und seine Nachbarn bleiben indes kopfschüttelnd in ihren Vorgärten zurück und fühlen sich veralbert.

Fehlplanung oder bloß Zufall?

Und nun noch die zweite Mammutbaustelle. Bis voraussichtlich Ende Oktober werden die Arbeiten an der Staatsstraße zwischen der Autobahnauffahrt Forchheim-Nord und Neuses noch dauern, in deren Zuge auch die Rampen der Autobahn-Anschlussstelle erneuert werden.

Dass seit 9. August auch die Straße zwischen der Autobahnauffahrt Forchheim-Nord und Neuses gesperrt ist, verschlimmert die Situation.Forchheim & Fränkische Schweiz
Dass seit 9. August auch die Straße zwischen der Autobahnauffahrt Forchheim-Nord und Neuses gesperrt ist, verschlimmert die Situation. // Stephan Großmann

Anwohner sind sauer: Viele Kommentare auf Facebook und Co.

Viele Anwohner und Mitfühlende ärgern sich unter anderem in den Sozialen Netzwerken über „mangelnde Absprachen“, andere sprechen gar von „Fehlplanungen“ und klagen das Verhalten der Behörden an.

Das Besondere in diesem Fall: Für die Sanierung der Buckenhofener Straße zeichnet die Stadt Forchheim verantwortlich, für die Arbeiten an der Staatsstraße das Staatliche Bauamt in Bamberg. An sich ist das nichts Ungewöhnliches, dass verschiedene Ämter an einigen Straßen gleichzeitig bauen wollen. Das Unglückliche in diesem Fall ist die räumliche Nähe zueinander.

Stadt Forchheim: „Zeitgleiche Ausführung nötig“

Auf Anfrage reagiert Forchheims Stadtverwaltung mit folgender Mitteilung: „Bei all diesen Baumaßnahmen liegen terminliche Zwangspunkte wie Mittelzusagen vor, die die Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten auf der A 73 und die zeitgleiche Ausführung der Arbeiten auf der Buckenhofener Straße und der Staatsstraße 2244 nötig machen.“ Im Klartext: Geht angeblich nicht anders.

Friedensstraße eigentlich keine Umleitung, bald Halteverbote?

Zugleich weist eine Stadtsprecherin noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Friedensstraße nicht als offizielle Umleitung für die Staatsstraße ausgewiesen sei.

Für die gesperrte Staatsstraße an der Autobahn ist die Friedensstraße eigentlich nicht als Umleitungsstrecke ausgewiesen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Für die gesperrte Staatsstraße an der Autobahn ist die Friedensstraße eigentlich nicht als Umleitungsstrecke ausgewiesen. // Stephan Großmann

Insgesamt seien dort drei Umleitungen veranschlagt (über Bammersdorf, die Untere Kellerstraße und die A 73 bis Forchheim-Süd). Zudem seien bereits Radarkontrollen in der Friedensstraße angeordnet worden, ein generelles Halteverbot, wie es einige Anwohner forderten, werde es jedoch nicht geben.

Aber: „Eine Entscheidung über ein wechselseitiges Halteverbot, sogenannte Parkblocks, steht noch aus“, heißt es von Seiten der Stadt.

Bis dahin bleibt Roland Schilling, der verängstigten Mutter und den anderen Anwohner entlang der Friedensstraße nichts anderes übrig, das Verkehrs-Chaos vor ihren Haustüren zu ertragen.

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