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Kommentar
Warum Forchheim eine Mitschuld an der Kitaplatz-Not trägt
Der Mangel an Kitaplätzen ist eine Misere, auch in Forchheim. Enttäuschend, findet Digitalredakteur Stephan Großmann.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Mangel an Kitaplätzen ist eine Misere, auch in Forchheim. Enttäuschend, findet Digitalredakteur Stephan Großmann. // Matthias Hoch
Forchheim – Die Wartelisten für Krippen, Kindergärten und Horte bleiben in Forchheim lang. Seit Jahren ist trotz einiger Bemühungen keine Besserung in Sicht. Mit Ausreden muss es jetzt vorbei sein, meint unser Autor.

Eine Unwahrheit wird nicht wahrer, wenn man sie nur oft genug wiederholt. Das ist bekannt. Genauso wenig löst sich ein chronisches Problem in Wohlgefallen auf, wenn man es nur lange genug vor sich herschiebt.

Betreuungsplatzmangel zum Beispiel. Ein bundesweites Problem, ein komplexes, ein strukturelles. In Bayern fehlen 70.000 Plätze, auch in Forchheim sind die Wartelisten für Krippe, Kindergarten und Hort lang. Zu lang, für betroffene Familien heißt das oft, den Job nicht antreten oder gar nicht herziehen zu können.

Stadt Forchheim: „Nicht untätig"

Nun mag sich die Stadt Forchheim nicht vorwerfen lassen, untätig zu bleiben. Und tatsächlich sind Bemühungen zur Deeskalation erkennbar. Doch es bleibt der fade Beigeschmack einer stetig wachsenden Kommune, die ihren wachsenden Aufgabenberg nicht erklimmen kann.

Die Haushaltslage spannt sich bedrohlich an, nutzbare Flächen sind rar und Mitarbeitende, die sich um die vielen Pflichtaufgaben kümmern sollten, ebenso. Hinzu kommt der trägerübergreifende Mangel an pädagogischem Fachpersonal. Die eigenen Versäumnisse hinter diesen Missständen zu verstecken, ist aber kein feiner Zug. Es ist feige.

Es hätte längst mehr passieren müssen

Die Stadt Forchheim hätte in ihren „fetten Jahren“ ihre Betreuungspflichtaufgabe ernsthafter mitdenken, sich besser auf diese Situation einstellen müssen. Sie kommt nicht plötzlich daher, Bevölkerungszuwächse sind schon lange prognostiziert. Das aktuelle Agieren gleicht einem Pflaster, das einen Genickbruch versorgen soll.

Ein Kitaplatz bleibt Glückssache, ein an kindlichen Bedürfnissen ausgerichtetes und für Kinder wie pädagogisches Fachpersonal wertschätzendes Betreuungsangebot eine Utopie. Mitschuld daran trägt auch die Stadtverwaltung. 

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