Im schönen Forchheim lebt ein graublonder Herr, stets umgeben von einer Gruppe Menschenfreunde, allesamt untadelig und rechtschaffen. Sie treffen sich mehrmals im Monat im provisorischen Ratssaal, um über die Geschicke der Stadt zu beraten. Nennen wir die Gruppe für dieses Gleichnis, sagen wir, Hiob.
Eines Tages kamen (wieder einmal) Boten in die Königsstadt, um dem Herrn und seinen Getreuen neueste Kunde von der Verschönerung der alten bröckeligen Gemäuer am Rathausplatz zu bringen. Wie fast immer waren jene Botschaften nicht von fröhlicher Gestalt, eher niederschmetternd und katastrophal. Als gäbe es einen Gott, der den Herren und seine hinzugewählten Gefolgsleute auf ihre Glaubenstreue prüfen wollte.
Wird „Haus der Begegnung" zum Turm zu Babel?
Zwar verlieren die hohen Ratsdiener nicht ihre Kinder, auch nicht ihre Gesundheit, wie es rein zufällige biblische Analogien vermuten ließen. Wohl aber ihren Reichtum. Genauer den ihrer Untertanen. Zyniker visionieren bereits den Turm zu Babel dahin, wo einst das „Haus der Begegnung“ die Massen besänftigen soll. Denn auch der wurde der Legende nach nie fertiggestellt.
Aus anderen Gründen freilich. Also zurück zu Hiob, unserer bauwilligen Lokalpolitikertruppe. Eine Hiobsbotschaft (die meistens mit dem wachsenden Loch im Stadtsäckel zusammenhängen) nach der anderen muss sie verdauen und versucht dabei doch so tapfer, nicht auch noch ihren Glauben zu verlieren.
Nicht zwingend an Gott. Oder Götter. Oder ähnliches.
Sondern, ob sie ihre Untertanen jemals noch in ihr millionenschweres Schmuckstück einladen können. Bevor es zusammenstürzt.
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