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Unfall oder Vandalismus?
Dreifaltigkeitskapelle schwer beschädigt
Franz Zambelli ist traurig über die Zerstörung der Vase.Forchheim & Fränkische Schweiz
Franz Zambelli ist traurig über die Zerstörung der Vase. // tw
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Weichert
Behringersmühle – Der Behringersmühler Berg ist ja seit dem Unwetter im August gesperrt. Jetzt ist eine kleine Kapelle, die am Wegesrand liegt, auch noch beschädigt.

Die kleine Dreifaltigkeitskapelle am Behringersmühler Berg zwischen Behringersmühle und Gößweinstein − im Volksmund auch „Zieglers-Kapelle“ genannt − ist beschädigt worden. Das massive schmiedeeiserne Gitter wurde gewaltsam aufgebrochen und die schöne Blumenvase auf dem kleinen Altar zerschlagen.

Auch am Außengemäuer der kleinen Kapelle sind Schäden entstanden. Dies stellte Franz Zambelli aus Behringersmühle fest. Er betreut das kleine Gotteshaus zusammen mit seiner Frau Elisabeth seit vielen Jahren ehrenamtlich.

Von Vandalismus allein will Franz Zambelli nicht sprechen: Es finden Straßenbauarbeiten am Behringersmühler Berg statt und kürzlich wurden dort auch Bäume gefällt. Bei den Schäden an der Außenwand könnte es sich daher auch um Spuren von einem Baufahrzeug handeln.

Das Schloss aufgebrochen, die Vase zerstört

Allerdings wurde auch das schmiedeeiserne Gitter, das mit einem Vorhängeschloss gesichert war, aufgebrochen und die Vase zerstört. „Dass das Inventar in Scherben liegt, hat doch sicher kein Bauarbeiter gemacht“, ist sich Zambelli sicher. Dass Aufgrund der Straßenbauarbeiten oder Holzfällarbeiten Beschädigungen am Gebäude und Eisentor entstanden sein können, hält er hingegen für wahrscheinlich.

Er ärgert sich dennoch: „Das hätte die Baufirma aber doch melden können, weil die doch bestimmt versichert ist.“ Wenn es denn tatsächlich so war. Jedenfalls will er nun die Sachbeschädigung bei der Polizei zur Anzeige bringen.

Die Legende zur Entstehung

Wann und von wem genau die Kapelle einst errichtet wurde, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Jedenfalls steht sie auf Privatgrund, der einer Gößweinsteiner Familie gehört. Aus Erzählungen älterer Behringsmühler habe ein gewisser „Ziegler“ die kleine Kapelle einst errichten lassen. Die Legende: Ein Mann namens Ziegler sei einst von Gößweinstein kommend mit seinem Pferdefuhrwerk den steilen Berg nach Behringersmühle hinuntergefahren. Just an der Stelle, wo heute die Kapelle stehe, habe sich oben am Berg ein großer Felsbrocken gelöst und die beiden Pferde erschlagen. Der Man habe überlebt und zum Dank dafür die Kapelle errichten lassen.

An der Stelle halten auch viele Wallfahrer kurz an, wenn sie nach Gößweinstein hochwallen. Der Vater von Elisabeth Zambelli, Georg Striegel, nahm sich nach dem Zweitem Weltkrieg des kleinen Gotteshauses an. Aus Dank über seine glückliche Heimkehr aus dem Krieg, in dem er zweimal nur durch Zufall dem sicheren Tod entronnen war, erzählt seine Tochter. Georg Striegel bewahrte damals die kleine Kapelle vor dem sicheren Verfall, richtete sie wieder her und ließ sie 1990 gründlich sanieren: Der alte Putz wurde innen und außen gründlich erneuert, das schmiedeeiserne Tor kam hinzu und der Gößweinsteiner Künstler Rudolf Bär malte das Bild der Heiligen Dreifaltigkeit, das noch heute an der Wand oberhalb des Altares hängt.

12.000 Markt hatte Georg Striegel damals in die Renovierung der Kapelle aus eigener Tasche gesteckt. Seit 1985 betreuen Elisabeth und Franz Zambelli die Kapelle, was sie einst Georg Striegel versprechen mussten. In der Zwischenzeit hatten sie die Kapelle auf eigene Kosten saniert. Eine früher in dem Gotteshäuschen befindliche und aus Lindenholz geschnitzte Dreifaltigkeitsdarstellung war in den 1970er Jahren gestohlen worden und ist nie mehr aufgetaucht.

Sehr ärgerlich ist nun für die Zambellis, dass die Kapelle, von wem auch immer, jetzt beschädigt wurde.

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