Schon bald könnten die ersten Windräder auf der Langen Meile stehen. Denn das Hochplateau zwischen Eggolsheim, Ebermannstadt und Heiligenstadt steht bei der kommenden Sitzung des Planungsverbandes Oberfranken-West am 14. Februar auf der Tagesordnung. Auf Antrag der Gemeinde Eggolsheim soll das Beteiligungsverfahren eingeleitet werden, um die Lange Meile zum Vorranggebiet für Windkraftanlagen zu erklären.
Bund und Land machen Tempo
Nach einer strategischen Umweltprüfung müssen dann die Pläne für die Vorranggebiete auf der Langen Meile sechs bis acht Wochen ausgelegt werden. Dazu werden sie voraussichtlich im Frühsommer sowohl im Internet als auch im Amtsblatt veröffentlicht. Alle Bürger können sich dann zu dem Plan schriftlich äußern und eventuelle Bedenken vorbringen.
Die Regierung von Oberfranken sichtet dann diese Stellungnahmen. Sollte es keine gewichtigen Belange geben, die gegen Windräder auf der Hohen Meile sprechen, würde sie wohl im Herbst die Vorrangebiete ausweisen.
Bei der Windkraft kommt Bayern unter Druck
Die Landesregierung ist dabei kräftig unter Druck: Bis Mai muss sie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) einen Plan vorlegen, wo bis 2030 in Bayern Windräder gebaut werden könnten. In Summe müssen diese Vorranggebiete zwei Prozent der Fläche des Freistaates abdecken.
Sollte der Staatsregierung das nicht gelingen, würden die bayerischen Landesgesetze, wie etwa die 10H-Regel, ungültig, wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums auf FT-Nachfrage erklärt. Das entsprechende Gesetz ist am 1. Februar in Kraft getreten.
Doch nicht nur Berlin, auch die Gemeinde Eggolsheim drückt in Sachen Windkraft aufs Tempo. Bereits im Februar soll mit Beratung der Energieagentur geklärt werden, wie eine Gesellschaft gegründet werden kann, die erste Schritte abwickelt.
Bei der Windkraft arbeiten Eggolsheim und Ebermannstadt zusammen
Im Norden will Eggolsheim dabei allein agieren, im Süden der Langen Meile bahnt sich eine Kooperation mit Ebermannstadt an. Die Stadt ist Windrädern auf der Langen Meile gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Nach der Information des Gemeinderates in der Februarsitzung könnte dann die Gesellschaft gegründet werden.
Bis Mitte März will die Gemeinde Eggolsheim zudem alle Eigentümer der Flächen auf der Langen Meile an einen Tisch holen. Dabei will sie die Landbesitzer zunächst umfassend informieren, aber auch erste Eckpunkte eines Flächenpachtvertrages besprechen.
Bereits für mehr als zwei Drittel der Fläche liegt von den Eigentümern die Rückmeldung vor, dass sie den Bau von Windrädern auf ihrem Land befürworten würden.
Bereits in den kommenden Wochen sucht die Gemeinde einen Projektentwickler für die Windräder
Parallel sucht die Gemeinde nach Projektentwicklern, die den Bau der Windräder organisieren. Die sollen ihre Pläne bereits im März oder April den kommunalen Gremien in Eggolsheim und Ebermannstadt vorstellen, die sich dann für einen der Bewerber entscheiden.
Für Öffentlichkeitsarbeit und die Moderation von Konflikten haben sich die Gemeinden auch beim bayerischen Wirtschaftsministerium im Projekt Windkümmerer 2.0 beworben, das Kommunen beim Bau von Windrädern berät und entsprechend unterstützt.
Wenn das Vorranggebiet erst ausgewiesen ist, dürfte die kommunale Genehmigung der einzelnen Windräder deutlich schneller ablaufen als bislang. So hat das Bundeswirtschaftsministerium Ende Januar aufgrund einer europäischen Notfallverordnung zahlreiche Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht.
Danach wären auf der Langen Meile zur Genehmigung der einzelnen Windräder keine Umweltprüfungen mehr nötig und auch die konkreten Pläne müssten wohl nur noch eine Woche ausgelegt werden – statt wie bislang vier Wochen.
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