Das evangelische „Haus für Kinder“ in Streitberg platzt aus allen Nähten. Die Kindertagesstätte unter der Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Streitberg muss dringend erweitert werden. Wie Pfarrer David Kieslich erklärt, ist die Notgruppe für die Kinderkrippe nur noch bis Dezember diesen Jahres genehmigt.
Nach den zu erwartenden Anmeldungen geht er davon aus, dass man spätestens danach Platz für zwei weitere Kinderkrippengruppen für insgesamt 24 Kinder unter drei Jahren schaffen muss. So schnell ist jedoch ein Anbau zum Garten hin an das „Haus für Kinder“ nicht zu realisieren. Deshalb muss für eine Übergangslösung eine andere Möglichkeit geschaffen werden, für die der Markt Wiesenttal zuständig ist.
Daher standen nun gleich drei Anträge auf Vorbescheid zur Errichtung einer Containeranlage im Außenbereich als Kinderkrippe auf drei verschiedenen Grundstücken auf der Tagesordnung des Bau-, Grundstücks- und Umweltausschusses des Marktgemeinderats Wiesenttal. Zur Auswahl als Standorte für die Containerlösung in Modulbauweise standen das gemeindeeigene geschotterte Grundstück an der B 470 gegenüber der Bushaltestelle vor dem Streitberger Bürgerhaus, das Grundstück hinter dem Bürgerhaus neben dem ehemaligen Spielplatz und der Parkplatz vor dem ehemaligem Waldschwimmbad in Muggendorf.
Bedarf von 227 Quadratmetern
Laut Bürgermeister Marco Trautner (FWW/CSU) habe man für eine Übergangsphase einen Platzbedarf von 227 Quadratmetern innen und 240 Quadratmetern außen für die Containerlösung. Zweiter Bürgermeister Konrad Rosenzweig (CSU) hielt die Containerlösung für dringend erforderlich und betonte, dass dies nur eine Übergangslösung sein könne. Er riet bezüglich Standort, eine Prioritätenliste zu erstellen, und plädierte für das Areal hinter dem Bürgerhaus.
Helmut Hofmann (Zukunft-Jura) betonte, dass man dem Landratsamt Forchheim deutlich sagen müsse, dass man den Container hinter dem Bürgerhaus wolle. Dort sei er einfach zu beheizen, Wasser- und Abwasseranschluss leicht zu verlegen. „Den Schlüsselberger wird es nicht stören, wenn auf ihm ein Container steht.“ Damit meinte Hofmann ein Bodendenkmal in Form eines Grabes unter dem Platz hinter dem Bürgerhaus, das kürzlich dort schon den Neubau eines Kinderspielplatzes verhindert hatte. Die Frage für Hofmann ist, ob man den Container mieten oder kaufen soll. Auch Christin Kellner (FWW) war für den Platz hinter dem Bürgerhaus. „Da können die Eltern gut parken“, meinte die Rätin. Julian Windisch (BGS) sprach sich ebenfalls für diesen Platz aus, da er ja bereits befestigt sei. Dies meinte auch Bürgermeister Trautner. Es finde ja kein Eingriff in den Untergrund statt, der das Bodendenkmal beschädigen würde. Zudem ist der Platz bereits teilweise asphaltiert und auf der anderen Hälfte geschottert. Außerdem könne der ehemalige Spielplatz daneben für einen Sandkasten mitgenutzt werden.
Landratsamt muss zustimmen
Falls das Landratsamt wegen des Bodendenkmals diesem Standort nicht zustimmt, ist Priorität 2 vor dem Bürgerhaus an der Bundesstraße 470. Den Standort in Muggendorf hielt niemand für ideal, da er viel zu weit weg sei von der Kindertagesstätte in Streitberg.
Zugestimmt wurde auch der Errichtung eines Spielplatzes in Albertshof für die Ortschaften Albertshof, Neudorf und Voigendorf. Dieses Projekt wird von der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) „Fränkische Schweiz aktiv“ gefördert und soll bis September verwirklicht sein. Weitere Sponsoren sind Vereine und Privatleute. Hofmann verwies auch darauf, dass vieles in Eigenleistung gemacht werde, der Pachtvertrag für das Grundstück vorerst für zwölf Jahre laufe und der Spielplatz dann neben dem Wanderweg liege. Ein Sommerfest in diesem Jahr soll weiteres Geld für den Spielplatz einspielen. Außerdem schlug Hofmann vor, mit der Zukunftsstiftung der Sparkasse Kontakt aufzunehmen.
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