Vor knapp drei Jahren hatten die Räte beschlossen, einen Energienutzungsplan erstellen zu lassen, um ein Gesamtkonzept für die energetische Entwicklung und Optimierung der Gemeinde Hallerndorf zu erhalten. Der Klima- und Umweltschutzmanager Pleyer wurde engagiert. In Bürgerversammlungen zwischen November 2024 und April 2025 erhielten die Interessierten aller Gemeindeteile Gelegenheit, an der Priorisierung der einzelnen Maßnahmen mitzuwirken. Die Ergebnisse flossen in Abschlussbericht sowie Nutzungsplan ein, den Pleyer nun vorstellte.
Mögliche Energiequellen
Der Fachberater fasste zunächst die möglichen erneuerbaren Energiequellen zusammen, die für die Gemeinde machbar sind: Geothermie (Erdwärme), Windenergie, Biogaserzeugung aus Biomasse der Forst- und Landwirtschaft, Photovoltaik (sowohl Dachflächen- als auch Freiflächenanlagen) und Wasserkraft. Insgesamt verfüge Hallerndorf über ein sehr großes Energie-Erzeugungspotenzial und könne, theoretisch betrachtet, 100 Prozent der benötigten Strom- und Wärmeleistung über regenerative Energien abdecken. „Sie sind für die Zukunft sehr gut aufgestellt!“, fasste Pleyer vor den Gemeinderäten zusammen.
Bei der Priorisierung der möglichen Maßnahmen kam es zu Übereinstimmungen, aber auch Unterschieden zwischen der Bevölkerung und den Gemeinderäten: So platzierten sowohl Räte als auch die Öffentlichkeit eine Machbarkeitsstudie in Bezug auf ein Nahwärmenetz ganz oben. Die Bürger stellten die Wärmegewinnung aus der Aisch auf den zweiten Platz, den bei den Räten die erneuerbaren Energien für die Stromversorgung belegte. Sowohl der Abschlussbericht als auch das gesamte „Ranking“ sollen in Kürze auf der Internetseite der Gemeinde Hallerndorf veröffentlicht werden.
Die Diskussion im Gemeinderat kreiste vor allem um die Frage, wie repräsentativ die Bürgerbefragung sei. Unter anderem Mathias Erlwein (CSU) und Katharina Rebl (für die Gemeinde) bezweifelten deren Aussagekraft, da von den 4300 Einwohnern der Gemeinde nur ein Bruchteil beteiligt war. „Wer geht schon deshalb zur Bürgerversammlung!“, so Rebl.
Online-Befragung wird kritisch beurteilt
Ihr Vorschlag, durch eine Online-Befragung aussagekräftigere Zahlen zu bekommen, wurde von Geograf Pleyer kritisch gesehen, da aus seiner Erfahrung auf diesem Gebiet eine digitale Beteiligung technisch und logistisch schwer sei.
Werner Fischer (Wählergemeinschaft Hallerndorf) betonte, dass die Studie durchaus eine gute Basis für weiterführende Entscheidungen sei: „Jeder hatte die Möglichkeit, zur Bürgerversammlung zu kommen. Wir Räte sind außerdem gewählt, um die Bürger zu vertreten.“ Aus diesem Grund sehe er keine Notwendigkeit, die Bürgerbeteiligung zu ergänzen.
Stefan Beck (Wählergemeinschaft Willersdorf-Haid) gab zu bedenken, dass die Hallerndorfer möglicherweise nicht so informiert seien wie Fachleute beziehungsweise Gemeinderäte und daher in der Bürgerversammlung „aus der Hüfte geschossen haben“. Ihnen würde beispielsweise der Hintergrund zur finanziellen Lage der Kommune und zu den Kosten für die jeweiligen Investitionen fehlen. „Wir müssen uns ja schließlich nach dem richten, was wir haben!“
Rebl dagegen war der Meinung, dass die Bürger durchaus „klug und teils vom Fach“ seien. „Das Abfrageergebnis bietet sehr viel Info für uns und wir müssen es in unsere zukünftige Arbeit im Hinblick auf erneuerbare Energien einbeziehen“, ergänzte sie.
Damit ging sie konform mit der Zusammenfassung von Bürgermeister Gerhard Bauer (Wählergemeinschaft Hallerndorf): „Die Interessen der Gemeinderäte mögen in einigen Bereichen von denen der Privatleute abweichen. Die Ergebnisse der Bürgerversammlung bieten aber eine gute Basis für unsere zukünftigen Entscheidungen.“














