Die Ergebnisse der Europawahl am gestrigen Sonntag liefern vielen Seiten eine Vorlage, einmal mehr die Ampelregierung infrage zu stellen. In Forchheim mussten vor allem die Grünen eine herbe Niederlage einstecken und mit 10,4 Prozent der Stimmen ein Minus von 6,8 Prozent hinnehmen. Damit liegt die Partei auf Platz 3 hinter der CSU (42,6 Prozent) und der AfD (13,1 Prozent). In manchen Kommunen sieht das Ergebnis sogar noch bitterer aus: In Gößweinstein zum Beispiel liegt die Partei auf Platz 5 hinter CSU, AfD, Freie Wähler und SPD.
Auch die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum zeigt sich auf Nachfrage mit dem Ergebnis der Wahl unzufrieden, „auch wenn man miteinbeziehen muss, dass 2019 eine dezidierte Klimawahl war und seitdem Pandemie, Ukrainekrieg und Energiekrise passiert sind“, so die Politikerin. Ein weiterer Aspekt, der die Europawahl von der Bundestagswahl unterscheide, sei die Fünf-Prozent-Hürde. Da es diese bei der Europawahl nicht gibt, würden mehr Menschen kleine Parteien wählen. Vor allem Volt habe davon stark profitiert. „Auch das sind Stimmen, die von uns weggegangen sind“, erklärt die gebürtige Forchheimerin.
Starker Stimmverlust bei jungen Wählern
Zu den Konsequenzen äußert Badum sich vorerst nicht. Diese müsse man nun in Ruhe besprechen, schreibt sie auf Anfrage. Klar abzeichnen würden sich ihrer Meinung nach zwei Tendenzen: „Abwanderungen in das Nichtwählerlager und zu kleinen Parteien und auch zu Konservativen“, so Badum. „Besonders besorgniserregend finde ich die Hinwendung eines Teils der jungen Generation zur AfD“, schreibt Badum weiter. Im Vergleich zur letzten Europawahl 2019 verloren die Grünen am Sonntag vor allem in der Gruppe der 16- bis 24-Jährigen massiv Stimmen. Die AfD hingegen gewann genau aus dieser Gruppe rund zwölf Prozent dazu.
Aber nicht nur bei der Gruppe der jungen Wähler, auch insgesamt schnitt die AfD am Sonntag gut ab. Im Landkreis Forchheim erreichte sie zum Beispiel in Obertrubach einen Höchstwert von 20,9 Prozent. Badum beobachtet die Entwicklung kritisch: „Insgesamt machen mir die Ergebnisse für die Rechtsextremen im Landkreis Forchheim, aber besonders im Landkreis Bamberg, große Sorgen.“
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