Die Stimmung beim Forchheimer Kreisbauern Hermann Greif am Tag nach dem bundesweiten Protestauftakt der Bauern am Montag wirkt beschwingt. Kein Wunder, denn zu der Kundgebung an der Bamberger Brose Arena, welche er mitorganisiert hatte, erschienen letztendlich knapp doppelt so viele Fahrzeuge, als erwartet. Trotzdem sei die Stimmung jedoch friedlich geblieben und in der Bevölkerung gut angekommen. Aus Greifs Sicht sind dies positive Vorzeichen für die geplanten Aktionen, die noch bevorstehen.
"Es war kalt, sehr kalt", berichtet Greif. Wohl auch, weil die Kundgebung auf der sonnenabgewandten Seite der Arena stattfand. "Letztendlich waren wir da ja aber nicht zum Grillen oder um uns zu vergnügen", betont der Kreisbauer. Es gehe um eine sehr ernste Angelegenheit. Folglich habe man das ungemütliche Wetter gerne in Kauf genommen – ebenso wie die Verzögerung, zu der es wegen der unerwartet hohen Anzahl an Veranstaltungsteilnehmern gekommen sei.
Bauern freuen sich über positive Resonanz
"Wir waren infolge dieser Resonanz total erschlagen", gesteht Greif. Letztendlich versammelten sich, wie es seitens der Veranstalter heißt, rund 1000 Fahrzeuge vor der Arena. Etwa 500 habe man ursprünglich erwartet. Ähnlich ging es offenbar auch den Organisatoren der Forchheimer Sternfahrt unter dem Slogan "#esreicht".
"Mit unserer Aktion wollten wir unsere Solidarität ausdrücken", berichtet Mitinitiator Andreas Lorenz. Teilnehmen können sollten auch all jene, die nicht in der Landwirtschaft arbeiten und trotzdem mit der Arbeit der Ampelregierung unzufrieden sind. Hierfür habe man extra eine WhatsApp-Gruppe gegründet.
Manche kamen mit mehreren Fahrzeugen
"Im Vorfeld haben wir für die Anmeldung der Aktion eine Abfrage in der Gruppe durchgeführt", berichtet Lorenz. Auf die Zahl dieser Meldungen habe man gut 25 Prozent aufgeschlagen und sei so auf insgesamt 250 voraussichtliche Fahrzeuge gekommen. "Das letztendlich mehr als doppelt so viele kommen, hat uns etwas überrascht", erklärt der Organisator. Manch ein Fuhrunternehmer sei jedoch nicht nur mit einem Sattelschlepper zu der Aktion gekommen, sondern habe gleich mehrere gestellt, ohne das vorher so mitzuteilen.
"Es war eine unglaubliche Erfahrung", betont Lorenz zurückblickend. Nach dem Stress der letzten Tage brauche er nun jedoch etwas Ruhe. "Das heißt jedoch nicht, dass die Sache jetzt für uns erledigt ist. Jetzt Schluss zu machen wäre schade", stellt er fest. Die WhatsApp-Gruppe bleibe weiter bestehen und biete den Bauern ihre Solidarität. Etwa für die am kommenden Freitag geplante Kundgebung der fränkischen Bauern in Nürnberg.
Traktoren in Nürnberg
"Gerne würden wir uns dort auch mit unseren Fahrzeugen anschließen", erklärt er. Selbstverständlich jedoch nur, wenn dies seitens des Bauernverbands, der die Veranstaltung angemeldet habe, erwünscht sei. Andernfalls würden viele der Gruppenmitglieder wohl eigenständig nach Nürnberg fahren und zu Fuß zum Kundgebungsort gehen.
Kundgebung zum Bauernprotest in Forchheim
"Wir sind noch dabei uns in Bezug auf die Kundgebung in Nürnberg abzustimmen", betont Hermann Greif. Fest stehe jedoch, dass infolge der angekündigten Bahnstreiks wohl nur wenige Bauern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Veranstaltungsort fahren würden. Manch einer, der an dem Tag einen wichtigen Termin habe, müsse folglich damit rechnen, auf seinem Weg dem einen oder anderen Traktor zu begegnen.
Bauern fahren nach Berlin
Nach Nürnberg würden die Forchheimer Bauern übrigens auch am kommenden Montag in Berlin dabei sein. Diesmal jedoch vermutlich mit dem Bus. "Ich würde mir wünschen, dass diese Demonstrationen nicht nötig seien", erklärt der Kreisbauer. Er halte es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Regierung bis dahin eine annehmbare Lösung biete. Und wenn in den Tagen nach Montag kein Angebot komme, dann müsse sich das Land auf weitere Aktionen seitens der Bauern vorbereiten.
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