„Es haben nur noch ernst gemeinte Projekte eine Chance, berücksichtigt zu werden“, erklärte Projektentwickler Johann Kress von der FIMA Projekt GmbH dem Marktgemeinderat Eggolsheim. Es ging um die geplanten Vorhaben von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen im Gemeindegebiet. Wegen der geringen Netzkapazität seien die möglichen Einspeisepunkte der begrenzende Faktor.
Entsprechend bedürfe es der Zustimmung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes in den benachteiligten Gebieten, um Projekte umzusetzen. Dies sei der erste Schritt, um eine verbindliche Netzanfrage beim Bayernwerk starten zu können, berichtete der Projektentwickler. Bei den vorliegenden Planungen auf den Gemarkungen Eggolsheim, Kauernhofen, Schirnaidel und Unterstürmig mit einer Gesamtleistung von 17,5 Megawatt, sei die Wirtschaftlichkeit auf den nächsten 15 bis 16 Jahren gegeben.
Solaranlagen entlang von Autobahnen schwierig umzusetzen
„Aus Sicht der Landwirtschaft bin ich zwiegespalten“, startete Arnulf Koy (CSU) die Debatte. Die betreffenden Böden seien jedoch von schlechterer Qualität und deshalb für so ein Vorhaben geeignet. Zacharias Zehner (JB) fragte nach, ob die FIMA auch bei den privilegierten Flächen aktiv sei. Johann Kress bestätigte das. Er glaubt aber, dass es eher bei dem „Klein, klein“ bleiben werde, da an den Autobahnen wenig Einspeisepunkte verfügbar seien und sich ein extra Umspannwerk erst ab einer zusammenhängenden Fläche von 25 Hektar lohne.
Martin Albert (JB) äußerte Bedenken: „Wir verändern unsere Landschaft auf 17,5 Hektar mit einem Schwung.“ Frederik Jung (BB) entgegnete, dass ein Grundsatzbeschluss vorliege und 30 Hektar freigegeben seien. „Wird es eingezäunt und entsprechende 30 Zentimeter Höhen für Kleintiere eingehalten?“, wollte Hans-Jürgen Dittmann (CSU) erfahren. „Werden wir durch die Anlagen Flächen in den Jagdbögen verlieren?“, stieß Arnulf Koy (CSU) in die ähnliche Richtung.
Der Planer versicherte, dass die Flächen eingezäunt und mit einem Grünstreifen versehen würden und Kleintiere hineinkommen, auch für die Jagd blieben die Flächen erhalten. Gerade Hasen und Fasane würden die Flächen sehr gerne nutzen.
Der Marktgemeinderat stimmte gegen die Stimmen von Irmgard Heckmann und Ulrike Nistelweck (beide FW) für die Änderung des Flächennutzungsplanes in Eggolsheim.
Erneuter Diskussionsbedarf
Zu einer Fläche in Unterstürmig gab es wegen der Nähe zur Bebauung nochmals Diskussionsbedarf. Hier würde die Anlage in einer Entfernung von 80 Metern zur Bebauung entstehen und den möglichen Bauentwicklungsbereich einschränken. Georg Peßler (WG NBR) gab zu bedenken, dass es einen Grundsatzbeschluss gebe, der einen Abstand von 200 Metern vorsehe. „Wollen wir wirklich jede Fläche als Ausnahme behandeln?“, stellte er das Vorhaben in Frage. Der Marktgemeinderat beschloss mit 16 zu einer Stimme, die Flächen in Unterstürmig wegen der Nähe zur Bebauung zurückzustellen und mit dem Bauausschuss vor Ort zu besichtigen.
Mit 13 zu drei Stimmen votierte der Marktgemeinderat, die zukünftigen Einnahmen aus der kommunalen Beteiligung am Stromverkauf durch PV-Anlagen und möglichen Windkraftanlagen zu einem Drittel in ein Kommunalbudget fließen zu lassen. Der Fokus der Verwendung solle auf Maßnahmen der Natur- und Landschaftspflege, der Ortsverschönerung und -pflege, soziale Projekte, gemeinschaftliche Anlässe oder Feste sowie gemeinnütziger Anschaffungen liegen.
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