Der Antrag auf ein Ratsbegehren zum geplanten Wohnbauprojekt in Eggolsheim ist gescheitert. Gegen die Befürworter, der Antragssteller Martin Albert (BB) und Zacharias Zehner (BB), stimmten bei einer Sondersitzung alle anderen Marktgemeinderäte. Zumindest einen Teilerfolg hatten hingegen die eingebrachten Einwände von Bürgern gegen das Wohnbauprojekt: Die Pläne sollen jetzt entsprechend angepasst werden.
„Wir haben das Projekt nochmals verbessert und es fügt sich besser ein“, waren die Worte von Geschäftsführer Thomas Siebenhaar von Projekt Bauart zum aktuellen Planungsstand des sozialen Wohnbauprojekts in Eggolsheim am Sportplatz. Seitdem bekannt ist, dass dort ein großes Mehrfamilienhaus entstehen soll, regt sich vor allem unter den direkten Anwohnern Widerstand.So fürchten beispielsweise die Tennisspieler neben deren Platz der Wohnkomplex entstehen soll, dass sie in ihrem Sport eingeschränkt werden. Anwohner besorgt vor allem die Dimensionen des Gebäudes. Das Ortsbild werde sich dadurch grundlegend verändern.
Planer reagieren
Die Planer reagieren jetzt auf die Sogen. Wegen der Probleme mit der Nachbargrenze sei an der Westseite das Gebäude von drei Geschossen auf zwei Geschosse reduziert worden. Somit entstehen jetzt vier Wohnungen weniger, statt 42 Wohneinheiten sind es nur noch 38. Insgesamt entspricht das einer Reduzierung der Wohnfläche von etwa 10 Prozent. Durch die Änderungen sei eine Anpassung der Grundrisstypen erforderlich geworden und die Balkone entfallen. Aber auch die staatliche Förderung von einigen Wohnungen sei nun nicht mehr möglich. Zudem sei durch die Reduzierung der Geschosse eine Aufteilung in zwei getrennte Baukörper erfolgt. Durch die gesamten eingebrachten Änderungen stimme der Wohnungsmix, der mit der Regierung abgestimmt war, nicht mehr und musste ebenso angepasst werden.
„Das alles wegen einem Einwand und kostet uns eine Menge Geld“, kommentierte Stefan Pfister (BB) die Ausführungen des Planers. „Welche Altersstruktur ist geplant?“, wollte Georg Peßler (WG NBE) vom Planer wissen und zielte damit auf die Anzahl der notwendigen Stellplätze und den Erhalt des Bolzplatzes.
Aktuell werde mit 1,5 Stellplätzen pro Wohneinheit entsprechend 52 Stellplätze gerechnet, dies entspreche der Stellplatzverordnung. Es werde aber in Zukunft eher weniger statt mehr Fahrzeuge werden, erklärte Siebenhaar. „Wenn das Tor am Bolzplatz etwas versetzt werde, dann wäre alles möglich“, aus Sicht des Planers „eine Top Lösung“. Sowohl die Stellplätze könnten eingehalten werden als auch der Bolzplatz.
Warum ein Ratsbegehren?
Zum geplanten Ratsbegehren erklärten Martin Albert und Zacharias Zehner, bei Junge Bürger, ihre Beweggründe. Beide stünden hinter dem Projekt, glauben aber, mit einem Ratsbegehren eher die Akzeptanz der Bürger zu erreichen, so Albert. „Wir haben viel diskutiert, wenn wir jetzt für ein Ratsbegehren stimmen, stellen wir unsere eigene Abstimmung in Frage“, warf Irmgard Heckmann (FW) ein. Der Antrag auf das Ratsbegehren wurde bei 11 Gegenstimmen abgelehnt.
Was folgte war ein wahrer Beschlussmarathon für die Gemeinderäte. Über 90 Beschlüssen zu Stellungsnahmen von verschiedenen Gremien wie Landratsamt, Tiefbau, Naturschutz und 31 Vorbinger von Stellungnahmen aus der Bürgerschaft waren notwendig um die zweite Änderung des Bebauungs- und Grünordnungsplanes „Sport- und Freizeitanlagen“ voranzubringen.
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