Die Dorferneuerung in Leutenbach und dessen Ortsteilen hat der Gemeinderat schon länger auf der Agenda. Nun war auf Einladung von Bürgermeister Florian Kraft (FW) Abteilungsleiter Thomas Müller vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) zur jüngsten Gemeinderatssitzung gekommen. Große Hoffnungen machte Müller den Gemeinderäten nicht, dass Dorferneuerungsmaßnahmen in Leutenbach schnell umgesetzt werden können.
Bis die ersten Bagger rollen oder Maßnahmen begonnen werden könnten, rede man laut Müller von einem Zeitraum von zehn bis 12 Jahren. Der Wunsch der Leutenbacher Räte besteht darin, die gesamte Gemeinde im Rahmen der Dorferneuerung zu betrachten. Wie Müller erklärte, habe sein Amt vollste Auftragsbücher und die Warteliste sei enorm. „Viele Anträge sind noch abzuarbeiten, und wer sich mit dem Thema befasst, muss sich erst einmal hinten anstellen“, sagte Müller.
„Selbst machen oft günstiger“
Es stehe dem Rat jedoch frei, einen Beschluss zu fassen, dass alle Ortsteile im Rahmen der Dorferneuerung betrachtet werden sollen. Dann werde man aber ein Schreiben mit der Frage zurückbekommen, was konkret gemacht werden solle. „Bei einigen Ortsteilen geht es schneller und günstiger, wenn Sie es selber machen“, sagte Müller weiter. Denn wenn es das Amt mache, dann gescheit.
Ein bisschen auf der Überholspur wäre Leutenbach, wenn noch Bereiche der Flur dabei wären. Also die klassische Flurneuordnung. Eine weitere Möglichkeit wäre die Aufstellung eines Gemeindeentwicklungskonzepts, in dem alle Ortsteile betrachtet würden und das ein Türöffner sein könne. Doch auch dies sei ein langwieriger Prozess und nur mit Bürgerbeteiligung möglich. Letzteres hätte den Vorteil, dass der Gemeinderat die Wünsche der Bürger auf eine sachlichere und neutralere Ebene stellen könne.
Müller sprach von einem „Blumenstrauß“ der Möglichkeiten. Eine Flurneuordnung gab es in den Leutenbacher Ortsteilen Dietzhof, Seidmar und Oberehrenbach zwar schon einmal, theoretisch könnte man aber in einigen Bereichen auch heute noch etwas tun. Der Ausbau der Kernwegenetze sei momentan nicht möglich. „Dies ist ein schwieriges Thema“, sagte Müller. „Da ist die Luft komplett raus.“
Kleine Maßnahmen selbst machen
Zur Dorferneuerung gibt es zwei Möglichkeiten: die umfassende oder einfache Dorferneuerung. Der Klassiker für die einfache wären zum Beispiel ein Dorfplatz oder ein Dorfgemeinschaftshaus in einer Ortschaft. In Ortspitz hatte man den Fuß schon halb in der Tür. Müllers dringende Empfehlung lautet jedoch, diese kleinen Maßnahmen selbst zu machen. Das kommt wesentlich günstiger als mit Zuschuss. Denn dafür bräuchte es dann eine Objektplanung mit entsprechendem Büro. Und das kostet und dauert lange.
Auch im Hauptort Leutenbach sei eine Dorferneuerung wegen der verwinkelten Ortsdurchfahrt mit Staats- und Kreisstraße nicht so einfach. Es sei denn, der Kreis macht gerade die Straße neu. Dann könne man Synergieeffekte nutzen. Fördertechnisch sei man im Hauptort bei den Kollegen der Städtebauförderung bei der Regierung von Oberfranken ohnehin besser aufgehoben. Da gäbe es 60 Prozent Zuschuss, während es bei der Dorferneuerung nur 47 wären, plus einem zehnprozentigen Bonus wegen der Mitgliedschaft in der ILE. Grundsätzlich sei aber ein Gemeindeentwicklungskonzept mit der Städtebauförderung kombinierbar. „Was wird aus dem Krämershaus, kann man einen neuen Dorfplatz machen?“, wollte Reinhard Weber wissen. Für Raimund Dorfler ist der Leutenbacher Kirchplatz schon seit x Jahren ein Thema. Zweiter Bürgermeister Roland Schmidt sah ganz große „Spielfelder“ in Mittel- und Oberehrenbach. „Ich wäre schon eher für die Dorferneuerung, gleichzeitig sollten wir aber auch das Gespräch mit der Städtebauförderung suchen“, sagte Kraft nach Müllers Vortrag.
Der Rat beschloss schließlich einstimmig, dass alle Gemeindeteile in Betracht kommen sollen und man sich mit der Regierung und dem ALE abstimmt.












