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Über die Regnitz bei Hausen
Gefahrenstelle wird entschärft: Brücke für Radfahrer geplant
An der Straße FO 25 bei Hausen im Landkreis Forchheim müssen Radfahrer im Moment die Regnitz überqueren.  Nun ist dort eine Radbrücke geplant.
An der Straße FO 25 bei Hausen im Landkreis Forchheim müssen Radfahrer im Moment die Regnitz überqueren. Nun ist dort eine Radbrücke geplant. // Sandra Kupfer
Signet des Fränkischen Tags von Sandra Kupfer
Forchheim – Auf der stark befahrenen Straße bei Hausen sollen Radfahrer bald sicher die Regnitz auf einer Radbrücke überqueren können. Doch wer kommt für die Kosten von 3,18 Millionen Euro auf?

Das Radwegenetz im Landkreis Forchheim ist grundsätzlich, gerade im Bereich des Main-Donau-Kanals, gut ausgebaut. Ein Hindernis ist und bleibt jedoch das Queren: Über Autobahnen, den Kanal und andere fließende Gewässer, wie zum Beispiel die Regnitz. Oft bleibt Radfahrern nichts anderes übrig, als zum Übersetzen weite Umwege in Kauf zu nehmen, oder die viel befahrenen Autostraßen dafür zu nutzen.

Dabei steigt das Fahrrad zunehmend in der Beliebtheit unter den Verkehrsmitteln: E-Bikes ermöglichen es auch älteren oder unsportlicheren Personen bequem mit dem Rad zu fahren. Umso wichtiger ist es, sichere Querungsmöglichkeiten für Radfahrer und auch für Fußgänger zu schaffen, und zwar an den Stellen, wo diese benötigt werden.

Radwegenetz von Bamberg nach Nürnberg

Im Landkreis Forchheim bildet Hausen einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt (nicht nur) für Radfahrer. Dort verbindet das Radwegenetz die beiden großen Städte Bamberg und Nürnberg miteinander. Die Fahrradwege werden dort gern genutzt. Da jedoch die Verbindung über die Regnitz fehlt, müssen Radfahrer auf die viel befahrene Kreisstraße FO 25 ausweichen. Zuletzt wurden bei Verkehrszählungen an dieser Stelle im Mittel 6.759 Fahrzeuge pro Tag gemessen; darunter 718 Radfahrer täglich. Das geht aus Zahlen des Landratsamtes Forchheim hervor.

In der Nähe des Wasserrads bei Hausen wird die Brücke für Radfahrer aktuell schon gebaut.
In der Nähe des Wasserrads bei Hausen wird die Brücke für Radfahrer aktuell schon gebaut. // Sandra Kupfer

In der 44. Sitzung des Ausschusses für Bauangelegenheiten des Landkreises Forchheim, welche am 21. Januar 2025 stattfand, wurde besprochen, ob und in welcher Höhe der Neubau der Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die Regnitz an der FO 25 bei Hausen bezuschusst werden solle.

Radwege im Landkreis Forchheim: Brücke für 3,18 Millionen Euro

Zunächst erhält Dieter Els, Fachbereichsleiter des Tiefbauamts des Landkreises Forchheim, das Wort. Einleitend merkt er an: „Die geplante Brücke fügt sich ins Mosaik der West-Ost-Achse des Radwegenetzes im Landkreis ein.“ Weiter führt er aus: „Der Landkreis Forchheim wollte bereits vor einigen Jahren eine Brücke in Holzbauweise an der FO25 über die Regnitz bauen. Diese war bereits fix und fertig geplant, scheiterte dann aber sowohl an der Statik als auch an unüberwindlichen Grunderlass Problemen.“

Els begrüßt den Bau der Gemeinde Hausen sehr und schlägt eine Kostenbeteiligung des Landkreises in Höhe von 288.000 Euro vor, was der Hälfte der nicht zuwendungsfähigen Kosten des Brückenneubaus entspricht. Die Gesamtkosten des Brückenneubaus belaufen sich auf 3,18 Millionen Euro. Er führt weiter aus, es sei eine Vorgabe der Regierung Oberfrankens, dass nur Kosten bezuschusst werden dürfen, die nicht förderfähig sind und betont, es handle sich bei der Kostenbeteiligung um eine freiwillige Leistung. Bedingung sei, dass die Brücke unwiderruflich für den öffentlichen Fuß- und Radverkehr zur Verfügung gestellt werde.

 Metropolradweg Bamberg/Nürnberg wird ausgebaut

Dann tritt Bernd Ruppert, Bürgermeister der Gemeinde Hausen nach vorne. Er führt aus, dass der Metropolradweg Bamberg/Nürnberg jetzt aufgebaut werde und hebt die Nähe zum S-Bahnhof in Kersbach hervor. „Alle Gemeinden des östlichen Landkreises profitieren von diesem Bau.“ So wirbt Ruppert für „seine“ neue Brücke, die am Wasserrad in Hausen entstehen soll. Der Radweg solle bis zum Kreisverkehr und weiter nach Kersbach führen.

Ruppert weist nochmals auf die Gefahren der viel befahrenen FO 25 hin: „Wenn wir mit unseren Kindern Fahrrad fahren, dann fahre ich voraus, die Kinder in der Mitte und meine Frau fährt hinterher. Wir sind dann praktisch für unsere Kinder der Puffer, dass da nichts passiert.“ Außerdem bittet Ruppert nicht nur um eine großzügige Beteiligung des Landkreises an der Brücke, sondern auch darum, auf dem neuen Radweg von Hausen nach Kersbach noch weiße Linien anzubringen; dies würde das Fahren und Orientieren erleichtern. Landrat Hermann Ulm (CSU) geht sofort auf diesen Wunsch ein: „Da werden wir sicher noch einen Eimer Farbe finden.“

Freie Wähler und Grüne: Bau unterstützen

Nachdem Vertreter der Freien Wähler und der Grünen gefordert hatten, das Bauvorhaben großzügiger zu unterstützen, als es die Beschlussvorlage vorsieht, stellt Kreisrat Konrad Rosenzweig (CSU) folgende Fragen: „Ist es sinnvoll? Ist es gerecht? Ist es finanzierbar?“ und beantwortet sich direkt selbst alle drei Fragen mit „ja“, nennt den Neubau der Geh- und Radwegbrücke über die Regnitz bei Hausen gar ein Leuchtturmprojekt. Dennoch mahnt Rosenzweig maßvoll mit den Finanzmitteln umzugehen, da es im Landkreis noch weitere großartige Projekte gebe, die auch bezuschusst werden sollten. „Lassen Sie uns beim Beschlussvorschlag bleiben“, bittet er.

Auch Landrat Ulm betont: „Eine Gleichbehandlung aller Bürger und Projekte ist wichtig.“ Nachdem Kreiskämmerin Carmen Stumpf ausgeführt hat, dass die Investition im Haushalt auf die Jahre 2024 und 2025 aufgeteilt werde und die Finanzierung sichergestellt sei, kommt es zur Abstimmung. Es wird einstimmig entschieden, den Bau der Brücke mit 288.000 EUR zu fördern. Die endgültige Entscheidung hierüber wird jedoch im Kreisausschuss getroffen.

 

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