Update vom 14. März, 17:24 Uhr
Forchheims Stadträte geben grünes Licht für Metropolradweg
Die Planungen für einen neuen fast 65 Kilometer langen Metropolradweg zwischen Nürnberg und Bamberg können weitergehen. Einstimmig haben sich Forchheims Stadträte nun im Planungsausschuss dafür ausgesprochen.
Kein Baubeginn vor Ende 2025Konkret ist beschlossen worden, dass die Stadt Forchheim einem interkommunalen Interessensverbund unter der Federführung des Landratsamtes Bamberg beitreten will, der die Planungen gemeinsam vorantreibt. Noch in diesem Jahr sollen alle 13 an den neuen Radweg angebundenen Kommunen diesem Verbund beitreten.
Klappt das, soll die zweite Projektphase des Verkehrsprojektes mit detaillierten Planungen bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Vorab wird wohl nicht mit Bauarbeiten begonnen.
Über das Stadtgebiet Forchheim würden etwas mehr als sechs Kilometer des Radweges führen. In den nächsten Wochen und Monaten werden vor allem Problemstellen wie der Yachthafen an der Sportinsel in den Fokus der Entscheider treten.
Für einen alternativen Vorschlag haben die Planer nun den eigentlich geplanten Brückenneubau herausgenommen, um einen für die Stadt Forchheim günstigeren Trassenverlauf aufzuzeigen.
Dies wird wohl Gegenstand weiterer Diskussionen sein, denn nicht wenigen Räten ist der Brückenneubau ein wichtiges Anliegen.
Der ursprüngliche Artikel vom 13. März
So könnte der Metropolradweg durch Forchheim führen
1100 Fahrräder am Tag. Stimmt diese Prognose, wird künftig viel los sein auf dem Forchheimer Abschnitt des geplanten Metropolradwegs zwischen Nürnberg und Bamberg.
Diese Fahrradfülle solle den stetig wachsenden Pendelverkehr auf der Nord-Süd-Achse entschärfen und das Radeln sicherer machen, erhoffen sich die Planer.
Viele Kommunen zwischen Nürnberg und Bamberg beteiligt
2020 bereits hatten sich die drei Landkreise Forchheim, Erlangen-Höchstadt und Bamberg mit ihren Anrainer-Kommunen sowie die Städte Bamberg, Nürnberg, Erlangen und Fürth zu dem gemeinschaftlichen Großprojekt entschlossen.
Im ersten Schritt ist eine Realisierbarkeitsstudie erstellt worden. Deren Ergebnisse zeigen nun: Ein durchgängiger Metropolradweg mit einer Länge von 64,8 Kilometern ist möglich, also gut drei Kilometer weniger als angenommen.
Geplant ist eine sogenannte Radhauptverbindung, das heißt: Eine sichere Trennung vom Fußverkehr soll durch breitere Wege gewährleistet, Knotenpunkte übersichtlicher und Qualitätsstandards eingehalten werden (Winterdienst, Markierungen, Beleuchtung).
Metropolradweg: Kosten von mehr als 32 Millionen
Insgesamt könnten auf die beteiligten Kreise und Kommunen Kosten in Höhe von mehr als 32 Millionen Euro zukommen. Allerdings gehen sie von einem hohen Förderanteil aus.
Den Hauptteil (18 Millionenen Euro) verschlingt der Ausbau der Infrastruktur, zum Beispiel Asphaltierungen oder die in Forchheim empfohlene neue Brücke am Yachthafen beziehungsweise ein möglicher Brückenneubau an der Schleuse in Neuses.
Fällt Stadtrat Forchheim am 14. März sein Urteil?
Doch soweit sind die Radweg-Tüftler lange nicht. Im nächsten Schritt müssen die Kommunen erst einmal grundsätzlich beschließen, den Radweg zu wollen. In Forchheim könnte dies am 14. März im Planungs- und Umweltausschuss der Fall sein.
Danach können Forchheim und Co. dem Vorschlag des federführenden Landratsamtes Bamberg zustimmen, weitere Planungsschritte gemeinsam voranzutreiben. Das nächste Etappenziel lautet etwas sperrig: Gründung eines Interessensverbundes Metropolradweg.
Gemeinsamer Planungsverbund: Wohl oder Wehe?
Forchheims Bürgermeisterin Annette Prechtel (FGL) befürwortet vorab die Ideen sowohl für den Radweg als auch für das weitere Vorgehen, während Radverbände wie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Person von Rolf Hörnlein auch Bedenken anmelden.
„Es gibt alleine in Forchheim viele Problemstellen. Bis ein solch großer Planungsverbund das komplexe Projekt realisieren kann, könnte es viel zu lange dauern“, sagt er.
Prechtel widerspricht und glaubt, dass ein gemeinsames Vorgehen gar schnellere Erfolge beschere, zumal vor allem „kleinere Kommunen mit den Planungsleistungen schnell überfordert sein könnten“. Wer Recht behält, wird sich zeigen.
Radentscheid Bayern: Gefahr für Metropolradweg?
Dass Bayerns Innenministerium indes das von mehr als 100.000 Menschen unterzeichnete Volksbegehren „Radentscheid Bayern“ mit einem Umweg über den Verfassungsgerichtshof loszuwerden versucht, wollen hiesige Rad-Enthusiasten allenfalls als schlechte Symbolik auffassen.
„Negative Auswirkungen auf den Metropolradweg sehe ich nicht“, so Prechtel. Auch weil die Fördertöpfe des Verkehrswende-Projekts in Berlin stehen; weit weg von den Verantwortlichkeiten der Staatsregierung in München.
Integriertes Verkehrskonzept in Forchheim: Radweg würde passen
Wohl unstrittig bleibt, dass den Radweg-Anrainern im Landkreis Forchheim an einer Verbesserung ihrer Radinfrastruktur gelegen ist. Auch weil vor allem in der Kreisstadt ein neuer Premium-Radweg einem parallel geplanten integrierten Verkehrskonzept zupass käme.
Einer raschen Lösung könnten noch die jüngsten Haushaltsverhandlungen entgegenstehen, die Forchheims Räte nun mit Argusaugen über den Stadt-Etat wachen lassen.
Prechtel positioniert sich bereits: „Wir wollen mehr Menschen vom Auto aufs Rad bringen? Der Metropolradweg könnte das beschleunigen.“
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