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Rathaussanierung
Forchheims Megabau: Wieder später fertig, wohl noch teurer
Die Fertigstellung des sanierten Rathauses verzögert sich weiter.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Fertigstellung des sanierten Rathauses verzögert sich weiter. // Matthias Litzlflelder
Forchheim – Schlechte Nachrichten aus Forchheims Megabaustelle: Die Probleme bei der Sanierung des Rathauses häufen sich, der Zeitplan hält erneut nicht stand. Auch bei den Kosten tut sich wieder was.

Die Präsentation von Stephan Fabi endet mit dem Wunsch eines fröhlichen Weihnachtsfestes. Geschenke hat der Rathaus-Architekt den Forchheimer Abgeordneten allerdings nicht mitgebracht.

Ganz im Gegenteil.

Verzögerungen wegen Statik und fehlender Heizung

Zwar werde laut seines Berichtes derzeit weiterhin fleißig an der Generalsanierung des historischen Rathauses in Forchheim gearbeitet, aber es tun sich stets neue Schwierigkeiten auf. So lägen die Zimmererarbeiten im Zeitplan, auch die Winterpause für die Arbeiten am Naturstein und am Fachwerk seien eingerechnet (beides soll im Spätsommer 2024 fertig werden).

Aber sowohl beim Rohbau, beim Trockenbau als auch den Bohrarbeiten kommt es zu Verzögerungen.

So war scheinbar beim Bau der Bodenplatte über den neuen WC-Anlagen in der großen Rathaushalle die Statik nicht richtig bedacht worden. Das Problem: Die Lastaufnahme reicht für die gewünschten Anforderungen nicht aus. Die Folge: neues Bodengutachten, neues Konzept, Zeitverzug und Mehrkosten.

Rathaussanierung: Unter der Säule befinden sich die neuen WC-Anlagen. Doch es gibt einige statische Probleme.Forchheim & Fränkische Schweiz
Rathaussanierung: Unter der Säule befinden sich die neuen WC-Anlagen. Doch es gibt einige statische Probleme. // fabi architekten

Aber auch an zahlreichen anderen Stellen zwingen statische Probleme die Baumeister zum Verzug, etwa in der späteren Bierothek. Insgesamt wirft das den Zeitplan um Monate zurück.

Fertigstellung „Haus der Begegnung“: Erst im August 2026

Ebenfalls der Innenausbau verzögert sich, weil die Bauheizung erst in der zweiten Dezemberwoche in Betrieb ging. Das für den Weiterbau wichtige Aufheizen der Räume aber dauert, dann schließen sich direkt die Weihnachtsferien an – das verschiebt die gesamte Zeitschiene aller im Nachgang geplanten Arbeiten.

Projektsteuerer Michael Neef rechnet daher mit einer Fertigstellung des Umbaus zum „Haus der Begegnung“ erst im August 2026. Wieder zwei Monate später als gedacht.

Und Neefs fügt vorsichtig, aber bestimmt, ein „nach jetzigem Stand“ hinzu. Ein klares Ja, dass dieser Zeitplan eingehalten werden könne, scheint sich niemand zu trauen.

Kein Wunder, laut Neefs häuften sich sogenannte Bauzeitennachträge, also dass Firmen mehr Zeit für ihre Arbeiten einfordern. „Das werden wir noch zu spüren bekommen“, sagt er. Vorsichtshalber wird daher nun gar ein Sachverständiger ins Boot geholt Die Angst baut scheinbar mit.

Kostenplan der Rathaussanierung wohl nicht mehr lange zu halten

Das wirkt sich auch auf die Kosten aus. Zwar rechnen die Planer nach wie vor mit der Gesamtsumme von 34,4 Millionen Euro. Aber die Ausgaben sind gestiegen, alleine schon durch beschriebenen Verzögerungen. Aber beispielsweise kosten auch die Elektroarbeiten mit gut 1,7 Millionen Euro wohl eine halbe Million Euro mehr als ursprünglich im Budget vorgesehen.

Diese Summe an Steigerungen lassen sowohl die Indexprognose für kommende Ausschreibungen (die etwaige Mehrkosten durch teurere Aufträge abfedern soll) als auch die Risikoreserve schmelzen dahin, so dass die Gesamtkostenzahl wohl nicht mehr lange zu halten sein wird.

Eine aktualisierte Kostenrechnung wird derzeit erstellt, die Öffentlichkeit erfährt die neuen Zahlen aber erst im März 2024. Stand jetzt bleiben den Stadtsäckel-Hütern und den Einwohnern nur das Prinzip Hoffnung. Hoffnung darauf, dass die erneuten Mehrkosten in einem vertretbaren Rahmen bleiben.

Architekt Stephan Fabi (links) muss ab 2024 auf seinen Kollegen Peter Krackler verzichten.Forchheim & Fränkische Schweiz
Architekt Stephan Fabi (links) muss ab 2024 auf seinen Kollegen Peter Krackler verzichten. // Ronald Rinklef

Kunst am Bau: Pflicht, sonst gibt es keine Fördergelder

Ein gewisser Anteil der Baukosten muss die Stadt Forchheim als öffentlicher Bauträger für „Kunst am Bau“ investieren.

Das heißt, dass eigens angefertigte oder zumindest angeschaffte Kunstwerke im, am oder um das später sanierte Rathaus herum installiert werden müssen. Dafür angedachtes Budget: 225.000 Euro. An der Kunst-am-Bau-Regelung hängen auch Förderzusagen.

Um geeignete Kunstwerke auszuwählen, soll es hierfür einen Wettbewerb geben. Erste Gespräche haben bereits mit dem Berufsverband bildender Künstler stattgefunden.

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