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Kaiserpfalz
Noch eine Baustelle: Was auf Forchheim alles zukommt
Der Kaiserpfalz in der Innenstadt stehen in den nächsten Jahren einige Sanierungsarbeiten bevor.  Saniert und neu gepflastert werden sollen die Brücke, der Innenhof und der Rettungsweg durch die Nordmauer.
Der Kaiserpfalz in der Innenstadt stehen in den nächsten Jahren einige Sanierungsarbeiten bevor. Saniert und neu gepflastert werden sollen die Brücke, der Innenhof und der Rettungsweg durch die Nordmauer. // Marc Schechtel/Archiv
Forchheim – Rathaus und Paradeplatz sind noch längst nicht fertig, da stehen in der Innenstadt schon die nächsten Arbeiten an: Die Kaiserpfalz soll barrierefrei werden. Wieder ein Projekt, das sich lange hinziehen wird.

Touristen und Einheimische gleichermaßen sehnen sich zum Postkastenflair der Forchheimer Innenstadt zurück. Mit der langwierigen Großbaustelle auf dem Paradeplatz und der nicht minder aufwendigen Generalsanierung des Rathauses bleibt dem Flaneur zur optischen Erbauung derzeit noch die Kaiserpfalz übrig. Aber wie lange noch?

Das Gebäude, das zu den wichtigsten Profanbauten Süddeutschlands zählt, beherbergt das Pfalzmuseum, der Innenhof steht zudem innerstädtischen Veranstaltungen als einer der letzten Kulturanker zur Verfügung. Nun sollen Teile der Kaiserpfalz in den kommenden Jahren saniert und barrierefrei ausgebaut werden.

Konkret geht es um die Brücke am Eingang, den Innenhof und den Rettungsweg. Forchheims Stadträte haben sich im Planungsausschuss in dieser Woche auf drei Bauabschnitte geeinigt, um die Baustellenbelastung in der Altstadt so gering wie möglich zu halten.

Die Kaierspfalz gehört zu den wichtigsten Profanbauten Süddeutschlands.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Kaierspfalz gehört zu den wichtigsten Profanbauten Süddeutschlands. // Ronald Heck/Archiv

Baustelle: Was in der Kaiserpfalz Forchheim geplant ist

Schon im kommenden Jahr soll die aus dem 18. Jahrhundert stammende Brücke abgedichtet und barrierefrei neu gepflastert werden. Zudem sollen die Brüstungsmauern einen Handlauf erhalten, um die Sicherheit zu erhöhen.

Im zweiten Schritt soll dann der Innenhof barrierefrei ertüchtigt werden. Entgegen ersten denkmalschützerischen Bedenken stamme das dortige Pflaster laut Heike Wolter vom Bauamt Forchheim nicht aus dem Jahr 1911, sondern wie sich später herausstellte aus den frühen 1950er Jahren. Dennoch wolle man versuchen, die historischen Granitsteine zum Teil wiederzuverwenden.

Heike Wolter vom Bauamt ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Heike Wolter vom Bauamt Forchheim // Daniel Karmann/dpa

In einem dritten Bauabschnitt soll der bestehende Rettungsweg (Schlupfpforte in der nördlichen Hofmauer) verbreitert und ebenfalls barrierefrei ausgebaut werden.

Stadtverwaltung Forchheim hatte ursprünglich engeren Zeitplan im Sinn

Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung den Plan vorgestellt, die drei Bauabschnitte nahtlos aneinanderzureihen. Heißt: In diesem Jahr noch sollen die Planungen weitgehend abgeschlossen werden, 2024 würde Bauabschnitt 1 starten, 2025 Abschnitt 2 und 2026 Abschnitt 3. Diesem straffen Zeitplan steht der Großteil des Planungsausschusses aber kritisch gegenüber.

Zwar solle der museale Betrieb in der Kaiserpfalz während der Bauarbeiten nicht oder im späteren Bauverlauf so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Auch weil beim Bau der Brücke keine Vollsperrung möglich sei, werde die jeweils halbseitig passierbar bleiben.

Der Kulturbetrieb aber muss spätestens mit Beginn der Pflasterarbeiten im Innenhof zurückstecken. Dann, wie Heike Wolter vom Bauamt sagt, würden im Baujahr dann keinerlei Veranstaltungen mehr stattfinden können.

Da das zum „Haus der Begegnung“ umgebaute Rathaus dann noch nicht fertig ist und bis dahin wohl keine Alternative zur Verfügung stehen wird, bliebe der sommerliche Kulturbetrieb abgesehen vom Königsbad weitgehend auf der Strecke.

Der Innenhof der Kaiserpfalz ist ein gern genutzter Ort für kulturelle Veranstaltungen, wie hier beim diesjährigen Weinfest.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Innenhof der Kaiserpfalz ist ein gern genutzter Ort für kulturelle Veranstaltungen, wie hier beim diesjährigen Weinfest. // Musik- und Spielmannszug Forchheim

Kritische Bauphase erst nach Ende der Rathaussanierung in Forchheim

Schnell lenkt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) ein und legt den Räten den Vorschlag vor, die Bauarbeiten im Innenhof voraussichtlich erst im Jahr 2027, frühestens aber nach Ende der Rathaussanierung, beginnen zu wollen. Die nehmen diese Idee wohlwollend auf und sprechen sich einstimmig dafür aus, dass die Stadt die Planungen vorantreiben soll.

Wie viel die Sanierungsarbeiten an der Kaiserpfalz den Stadtsäckel kosten werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret sagen. Laut Heike Wolter habe man im Moment lediglich grobe Schätzkosten zu Papier bringen können.

Demnach könnten die drei Bauabschnitte mit Kosten von 894.000 bis zu 1,8 Millionen Euro zu Buche schlagen. „Wir können aber jetzt richtig in die Planungen einsteigen und schon bald konkrete Zahlen vorlegen“, so Wolter.

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