Die gute Nachricht aus dem Rathaus-Sanierungsausschuss des Forchheimer Stadtrats zuerst: Die Baukosten steigen nicht noch weiter an. Wie Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD), Architekt Stephan Fabi und Projektsteuerer Martin Sandl übereinstimmend feststellten, hat sich an dem zuletzt festgelegten Kostenziel von rund 44,6 Millionen Euro für die Komplettsanierung des historischen Fachwerkensembles nichts geändert.
Wie Fabi im Ausschuss erklärte, habe man jüngst mit der Sanierung des Rathaustürmchens begonnen und dazu in einer spektakulären Aktion den Turmhelm mit dem Kran abgehoben. Dazu führte Fabi ein Video vor, in dem das Entschwinden des Turmhelms in luftige Höhen in bewegten Bildern dokumentiert wurde.
Rathaussanierung Forchheim: Mehr als die Hälfte geschafft
Die alte Bausubstanz des Türmchens war laut Fabi "völlig marode", sodass sich im Laufe der letzten Jahrzehnte auch eine massive Schiefstellung des Türmchens ergeben hatte. Die Stützkonstruktion des Türmchens sei in der Vergangenheit unsachgemäß durch eingeleimte Bretter repariert worden, was allerdings das weitere Eindringen von Wasser in die Konstruktion nicht verhindert habe. Der Turm sei womöglich nur deswegen nicht schon längst heruntergestürzt, weil er zum Teil auch an der Dachkonstruktion befestigt gewesen sei.
Der Baubetrieb im alten Rathaus laufe mittlerweile seit 47 Monaten, so Fabi weiter. Damit seien 65 Prozent der geplanten Bauzeit bereits absolviert und die Rohbauarbeiten könnten voraussichtlich noch im Oktober abgeschlossen werden. Dann könnten auch die Gerüste an der Fassade entfernt werden, sodass diese wieder frei sichtbar werde. Über den Winter wolle man den Innenausbau weiter vorantreiben.
Hängewerke aus Stahl sollen das Dach stabilisieren
Auf der Baustelle gehe es im Moment "schnell vorwärts", erklärte der Architekt außerdem. Was allerdings einen hohen Abstimmungsbedarf zwischen den verschiedenen Gewerken mit sich bringe.
Wie Fabi und Kirschstein bekannt gaben, muss die Forchheimer Fußgängerzone am 24. September gesperrt werden. Dann sollen Hängewerke aus Stahl in die Dachkonstruktion gehoben werden, die aktuell von einem Stahlbauer angefertigt werden. Die Fußgängerzone werde dafür allerdings nicht den ganzen Tag gesperrt, so Kirschstein, sondern nur immer wieder kurzfristig, wenn das nächste Teil eingehoben werde.
Diese Maßnahme sei auch mit den von der Sperrung betroffenen Geschäftsleuten und dem Citymanagement abgestimmt, so Kirschstein weiter. Der OB zeigte sich zudem erfreut darüber, dass auch seitens der Öffentlichkeit großes Interesse an den Bauarbeiten besteht. So seien die über die VHS buchbaren Baustellenführungen innerhalb von nur einer Stunde nach dem Beginn der Online-Anmeldung in der Nacht von Montag auf Dienstag komplett ausgebucht gewesen.
Lob von Annette Prechtel, Kritik von Sebastian Körber
Annette Prechtel (FGL) lobte den Architekten: "Hut ab für das Management dieser Großbaustelle." Man fiebere bereits der Fertigstellung und Eröffnung entgegen. Insbesondere, weil jetzt der Baufortschritt immer deutlicher sichtbar werde und man sehen könne, wohin das viele Geld fließe, das die Stadt in ihr altes Rathaus investiert.
Eine gewisse Schärfe brachte Sebastian Körber (FDP) in die Ausschusssitzung, als er wiederholt eine detailliertere Kostenaufstellung in Wort und Schrift forderte und den Oberbürgermeister fragte, ob womöglich etwas verschleiert werden solle. Der zeigte sich von dieser Kritik allerdings unbeeindruckt: Wie Kirschstein erklärte, seien die Kosten schon mehrfach ausführlich offengelegt worden; die Forderung von Körber sei deswegen bereits erfüllt und selbstverständlich werde nichts verschleiert.
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