„Heute ist ein großer Tag einer tollen Geschichte.“ Dies sagte Martin Schöffel (CSU), Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium im Gräfenberger Rathaus, als er zwei große Schecks für den restlichen Breitband-Ausbau in Gräfenberg und Hiltpoltstein in der Gesamthöhe von 5,91 Millionen Euro an Bürgermeister Ralf Kunzmann (Gräfenberg) und an Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer (Hiltpoltstein) überreichte.
Jede der beiden Gemeinden muss selbst etwa 300.000 Euro beisteuern, was Kunzmann als „Wermutstropfen“ bezeichnete. Denn eigentlich sei der Breitbandausbau eine Bundesangelegenheit. Kunzmann lobte aber auch, dass der Anschluss mit Glasfaser bis in fast jedes Haus – für Gräfenberg sind es 694 Haus- und Grundstückseigentümer und für Hiltpoldstein 707, die angeschlossen werden – ein Standortvorteil sein wird. Denn Betriebe bekommen 16 Gigabit und Privatleute mindestens 200 Megabit Leitungskapazität.
Rechtzeitig auf den Weg gebracht
Für die Verwaltung werde die Umsetzung laut Kunzmann in den nächsten zwei Jahren „ein wahrer Kraftakt.“ Denn fertig sein soll alles spätestens bis Ende 2026. Kunzmann hofft eher auf Ende 2025. Bis dahin müssen viele Straßen und Gehwege aufgegraben werden. Überwachen werden dies Sandra Wolf und ihre Kollegen vom Bauamt.
Auch Staatssekretär Schöffel sprach von einer wichtigen Zukunftsinvestition in die Lebensqualität. Die aktuelle Bundesregierung kürze die Mittel für den Breitbandausbau immer mehr, sagte er. Dies werde auch zu Finanzierungsproblemen für den Breitbandausbau in Bayern führen. Die Gemeinden Gräfenberg, Hiltpoltstein und Weißenohe hätten daher großes Glück, dass sie dies rechtzeitig auf den Weg gebracht haben.
111 Adressen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) werden allerdings nicht direkt mit Glasfaser bis ins Haus angeschlossen. Sie gehören zum so genannten „Supervectoring-Gebiet“ in der Bayerischen Gigabitrichtlinie und werden nicht gefördert, weil sie mit der Kupferleitung bereits schnelles Internet haben. Wie Schöffel erklärte, wäre für diese Anschlussteilnehmer ein geförderter Ausbau nur über ein Bundesprogramm möglich. Dies sei aber derzeit nicht in Sicht.
Mit der Baufirma sprechen
Hiltpoltsteins Bürgemeisterin Gisela Schulze-Bauer riet diesen Haus- und Grundbesitzern daher, mit der Baufirma zu sprechen, wenn diese die Glasfaserleitung an ihrem Grundstück ohnehin vorbeilegt. Denn dann könne man für einen günstigen Preis die paar Meter Glasfaser von der Straße bis ins Haus selbst bezahlen. Für Schulze-Bauer steht und fällt die Vitalität einer Gemeinde mit der Infrastruktur.
Schnelles Internet sei besonders für die Jugend wichtig, damit sie in ihrer Heimatgemeinde bleibt, sagte Landrat Hermann Ulm (CSU). Schulze-Bauer regte bei dieser Gelegenheit aber auch gleich mal eine Verbesserung der ÖPNV-Verbindungen von und nach Hiltpoltstein an.
CSU-Landtagsabgeordneter Michael Hofmann unterstrich, dass die rund sechs Millionen Euro Förderung eine freiwillige Leistung im Staatshaushalt darstellen. Aberl Gräfenberg und Hiltpoltstein seien topografisch benachteiligt. „Sechs Millionen Euro sind ein Pfund“, sagte Hofmann. Insgesamt liegen die bisherigen Förderzusagen für alle drei VG-Gemeinden bei rund 9,2 Millionen Euro. Für Gräfenberg 3,75 Millionen Euro, für Hiltpoltstein 3,44 Millionen Euro und für Weißenohe 2 Millionen Euro. Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU) kündigte an, dass sie im Bundestag bei den Haushaltsberatungen versuchen werde, in Sachen Breitbandausbau nachzubessern.
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