Erhöhte Immissionswerte – Dioxin und Furane – waren im Steinbruch Endress in Gräfenberg 2018 einmalig festgestellt worden. Nach Aussagen zweier unabhängiger Geologen lag das an der Verwendung von Tausalz auf der Bundesstraße 2, was auch die Analyse der Grundwassermessstelle bestätigte. Nur ein Mal war dieser Wert überschritten worden. „Seitdem gab es nie mehr einen überhöhten Wert“, erklärte Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) nun im Stadtrat.
Steinbruch Endress: Gräfenberg will Gutachten überprüfen
Auf der Bürgerversammlung vor einem Jahr war Aufklärung zum Thema Grenzwertüberschreitungen der Immissionen gefordert worden. „Die Gutachter sind Haus- und Hofgutachter. Doch selbst wenn es stimmt, wurde der Vorfall nicht kommuniziert“, merkte Stadtrat Matthias Striebich (Grüne) an. Es gebe keine Transparenz und kein Vertrauen.
Kritik am Landratsamt Forchheim in Gräfenberg
Ähnlich sei das mit dem zu niedrigen Kamin gewesen. Die Firma Endress leite über einen zu niedrigen Kamin aus, lauteten die Vorwürfe. „Nun wird es so dargestellt, dass es nur ein einmaliger Vorfall war“, schimpfte Striebich. Er verlangte, das Landratsamt Forchheim aufzufordern, Überschreitungen sofort mitzuteilen.
„Das soll das Landratsamt machen. Warum sollen wir uns diesen Schuh anziehen? Es kann nicht sein, dass eine Behörde ihren Job nicht macht“, meinte Werner Wolf (FW). Die Behörde solle im Fall einer Überschreitung dies veröffentlichen. Konrad Hofmann (FW) forderte, endlich mit den Vorwürfen aufzuhören.
Gräfenberg: Rechtsanwalt soll Gutachten überprüfen
Die Steinbrüche brauche man auch für die Gewerbeeinnahmen. „Es muss endlich Schluss sein. Wir können nicht jemanden unter Generalverdacht stellen und eine Hexenjagd auf die Steinbrüche machen“, sagte Hofmann. „Das wird sie, wenn die Steinbrüche zugemacht werden“, benannte Lars Laufer (CSU) seiner Meinung nach die Intention der Steinbruchgegner, und er zählte dazu nicht nur die Interessengemeinschaft Steinbruch (IGS), sondern auch Ratskollege Striebich.
Bund Naturschutz hat Gutachten beauftragt
Zum Thema Steinbruch und den angeblichen Ungereimtheiten hatte eine vom Bund Naturschutz (BN) beauftragte Rechtsanwältin ein Gutachten erstellt. Das hat sich die Stadt nun über das Landratsamt geholt. Es ist beim Landratsamt auch für Bürger einsehbar. Die Stadt hat 5000 Euro im Haushalt und beauftragt damit einen Rechtsanwalt, um das Gutachten prüfen zu lassen. Eine zweite Stimme will sich die Stadt damit einholen und auch wissen, wofür in der Causa Steinbruch die Stadt zuständig sei und welche Handlungsmöglichkeiten sie habe.
Tüv bemängelt Kita in Gräfenberg
Zudem wolle die Stadt auch die Stellungnahme des Landratsamts zu dem Gutachten des BN. Darüber war Konrad Hofmann (FW) erstaunt. „Nun tauchen auf einmal 5000 Euro auf. Für die vom Tüv bemängelten Dinge in der Kita ist kein Geld da. Das wäre aber unsere Pflichtaufgabe und nicht einfach sagen, dazu ist kein Geld da“, ärgerte sich Hofmann und spielte auf die Haushaltssitzung an, in der die dringende Reparatur der Spielgeräte zurückgestellt wurde.
Im nächsten Jahr werde Geld in den Haushalt gestellt, merkte Bürgermeister Kunzmann an. Der Anwalt und die Stellungnahme des Landratsamts zum BN-Gutachten anzufordern, dies wurde bei Hofmanns Gegenstimme beschlossen.
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