Der Turmfalke gehört zu den am häufigsten verbreiteten Vogelarten Europas. Auch in Bayern ist der Falke flächendeckend zu Hause und haust besonders gerne in Kirch- und Burgtürmen, daher auch der Name. Zwar gilt der Falke noch nicht als gefährdet, doch trotzdem geht der Bestand des bekannten Raubvogels drastisch zurück, heißt es vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV).
Turmfalken nisten in Wiesenthauer Scheune
Dem Falken fehlt es nämlich unter anderem immer mehr an geeigneten Nistplätzen. Umso erfreulicher ist es dann, wenn sich die Falken an etwas ungewöhnlicheren Orten niederlassen können. So etwa auch in Wiesenthau. Im Dachgiebel von Stefan Kroders Scheune nisten seit einigen Jahren bereits Turmfalken. Nach zweijährigem Ausbleiben schlüpften in diesem Jahr wieder gesunde Küken, trotz schwieriger Voraussetzungen.
Brutglück nach zwei Jahren Enttäuschung
„Die letzten zwei Jahre hatte der Marder nämlich mehr Glück als die Falken“, berichtet Stefan Kroder. Der langjährige Gastronom des Gasthauses Kroder in Schlaifhausen hat seit einigen Jahren eine geeignete Holzkiste für die Falken in seinem Scheunengiebel angebracht. Dennoch schaffen es Marder jedes Jahr aufs neue an die Kükeneier.
„Die letzten beiden Jahre haben sich die Marder immer die Eier schnappen können, dadurch gab es dann natürlich auch keine Küken“, erzählt Kroder. In diesem Jahr konnte der Marder aber effektiver abgewehrt werden. „Drei von vier Küken haben überlebt und sind gesund und wachsen auch ziemlich schnell“ freut sich Stefan Kroder im Gespräch mit der FT-Redaktion.
Deshalb sind Falken in der Fränkischen Schweiz so häufig
Generell sieht man Turmfalken wie diese in der Fränkischen Schweiz sehr häufig. „Wo es viele Streuobstwiesen gibt, gibt es auch viele Falken“, erzählt Kroder. Besonders deshalb könnte man besonders in der jetzigen Jahreszeit einen regen Falkenflug beobachten.
So ist dem Turmfalken in der Region geholfen
Wer übrigens selbst die heimischen Turmfalken in der Region schützen und behalten möchte, sollte ebenfalls einen Nistkasten für Falken am eigenen Haus oder Schuppen anbauen, rät der LBV. Die Kästen sollten möglichst hoch außen oder innen an der Süd- oder Ostseite von Kirchtürmen, Hallen, Lagerhäusern, Scheunen oder ähnlich hohen Gebäuden angebracht werden, rät der Landesbund.
In der freien Natur, also den Jagdrevieren der Falken, bräuchte es stattdessen häufiger sogenannte Sitzkrücken. Diese hohen Ansitze brauchen die Vögel, um entsprechend zu jagen. Ohne einen geeigneten Ansitz weichen die Vögel auf unsichere Erhöhungen wie Straßenlaternen und Strommasten aus. Beides birgt allerdings tödliche Gefahren, denn Strom- und Straßentod sind die häufigsten Todesursachen für Turmfalken, so der LBV.










