Ein Lichtkegel durchdringt die Dunkelheit im Felsenkeller von Heidi Krauß nahe dem Nitsche-Keller in Ebermannstadt. „Ihr habt den Keller wirklich schön hergerichtet“, lobt Alexander Ebert vom Bauamt Ebermannstadt und läuft tief in den Felsenkeller hinein.
Fledermäuse können gut überwintern
„Hier sieht man, dass die Fledermäuse gut überwintern können. Nur der Spalt am Eingang muss vergrößert werden“, fügt Naturschutzwächter Helmut Schwengber hinzu.
„Stimmt, man könnte aber auch an der Holztür einen Schlitz ausschneiden“, bestätigt Andreas Niedling, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Forchheim. Die drei haben sich mit Naturschutzwächter Hans Thiem und Kathrin Radzik getroffen, die das Projekt „Erhalt der Felsenkeller in Ebermannstadt für Fledermäuse“ für den LPV organisiert.
„Felsen- und Steingewölbekeller bieten nicht nur optimale Lagerbedingungen für Bier oder etliche Gemüsearten. Auch Fledermäuse finden in ihnen geeignete Bedingungen, um den Winter zu überstehen“, erklärt Radzik.
Vor Frost sicher
Felsenkeller bieten neben Frostsicherheit und klimatisch optimalen Bedingungen beispielsweise für das Braune Langohr feucht-kühle Felsspalten zum Zurückziehen. Aber auch viele weitere Fledermausarten wie das Große Mausohr nutzen alte Bier- und Lagerkeller als Winterquartier.
Thiem und Schwengber sind auch engagiert im Fledermausmonitoring. „Ebermannstadt ist ja kellerreich, deshalb hatten wir die Idee, gemeinsam mit der Stadt an dem Projekt teilzunehmen“, berichtet Hans Thiem und fügt hinzu, dass Bürgermeisterin Christiane Meyer gleich angetan gewesen sei von der Idee.
Welche Keller sind für Fledermäuse geeignet?
Kathrin Radzik schaute sich alle 69 dokumentierten Ebermannstadter Felsenkeller auf ihre Eignung für Fledermäuse an. Bei einer Eignung wurden die Besitzer oder Pächter kontaktiert, so wie Heidi Krauß, die das Nutzungsrecht für den Felsenkeller am Schottenberg hat: „Wir haben einen naturnahen Garten und versuchen überhaupt, etwas für die Natur zu tun. Wenn wir was machen können, tun wir das.“
Warum ihr Keller geeignet ist, erklärt Andreas Niedling: „Er ist relativ groß und geht weit rein. Er ist auch zugänglich. Und der Eingangsbereich hat ein gemauertes Gewölbe mit vielen Spalten.“
Zugang ist zu klein
Nachteil sei, dass der Zugang noch zu klein sei: „Den müssen wir noch vergrößern, denn die Hufeisennasen wollen reinfliegen können.“ Weiter erklärt er, dass manche Fledermäuse im Keller überwintern wollen, andere geschützt außen im Eingangsgewölbe in den Spalten. Beispielsweise sei die Mops-Fledermaus kältetolerant, und auch die Wasser-Fledermaus bleibe lieber außen.
Betretungsverbot zwischen Oktober und März
„Außerdem können dann auch Feuersalamander oder bestimmte Käfer und Insekten hier überwintern“, ergänzt Niedling und erklärt, dass Menschen zwischen Oktober und März solche Keller nicht betreten dürfen, um die Tiere nicht zu stören.
Neben dem Keller von Heidi Krauß ist ein Keller, dessen Eingang verputzt ist und zu dem es keinen freien Zugang gibt. „Der ist nicht geeignet“, meint Schwengber.
200 Tiere überwintern im Ramstertal
Das Projekt läuft mit Felsenkellern in und um Ebermannstadt herum. „Im Ramstertal überwintern jedes Jahr etwa 200 Tiere von acht unterschiedlichen Fledermausarten“, berichtet Helmut Schwengber. „Letztlich kann sich aber jeder Kellerbesitzer melden“, stellt Niedling fest.
Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Fledermausschutzes werden zu 90 Prozent staatlich gefördert, und auch der LPV gebe zehn Prozent dazu. „Voraussetzung ist das Vorhandensein von Fledermäusen oder zumindest eine gute Eignung als Winterquartier. Außerdem soll durch das Projekt ermittelt werden, wer alte Rechte zur Nutzung für die Keller im Raum Ebermannstadt hat“, ergänzt Niedling.
Kontakt
Ansprechpartner LPV: Kathrin Radzik, Telefon 09196/9987277, Jana Wiehn und Andreas Niedling, Telefon 09191/86-4303; Ansprechpartner Stadt Ebermannstadt: Kathrin Daum, stellvertretende Kämmerin, Telefon 09194/506-24.
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