Die plötzliche Schließung des Kindergartens Rabbel Zabbel hat nicht nur die betroffenen Familien überrascht. Seit Bekanntwerden der Entscheidung versuchen Eltern nun ihre Kleinen in anderen Einrichtungen unterzubringen. Zwei der insgesamt 18 Kinder nimmt der katholische Kindergarten Heilig Dreikönig auf. Deren Einrichtungsleiter Michael Friedrich hat Verständnis dafür, wie sich die Familien jetzt fühlen, aber auch für die Entscheidung des Trägers.
Zwei Kinder kommen nach Burk
„Wir hatten noch einige weitere Anfragen, mussten die Familien jedoch an andere Einrichtungen verweisen“, erklärt Friedrich. Unter dem Jahr sei es sehr schwierig, einen Kindergartenplatz zu bekommen. „Eigentlich hätten auch wir keinen Platz in unserem Kindergarten freigehabt“, berichtet er. Anfang des Monats sei es dann aber doch zu einer Vakanz gekommen. Diesen Platz habe man einer Familie anbieten können.
Bei dem zweiten Neuzugang handle es sich um ein Vorschulkind. „Das wird nur noch einige Wochen bei uns verbringen“, erklärt er. Folglich habe man entschieden, ihm auch einen Platz zu geben. „Wir wollen ja kein Kind im Stich lassen“, betont der Erzieher. Schließlich sei es für die Familien ja nicht möglich, ihren Nachwuchs einfach daheim zu lassen.
Zum Wohl der Kinder
Trotzdem habe er Verständnis für die Entscheidung des Trägers, den Kindergarten infolge akuten Personalmangels zu schließen. „Ich bin mir sicher, dass man es sich nicht leicht gemacht und am Ende primär das Wohl der Kinder im Sinne hatte“, erklärt er. Das sei eine starke und verantwortungsvolle Leistung – ohne genau zu wissen, woran es im Fall Rabbel Zabbel gelegen habe.
„Warum es in einer Einrichtung zu Personalproblemen kommt, kann unterschiedliche Gründe haben“, berichtet er. Mancherorts würden zwischenmenschliche Probleme dazu führen, andernorts stelle ein Mitarbeiter fest, dass er nicht in das Konzept der Einrichtung passe. Dann sei es kein Problem für Mitarbeiter, sich einen neuen Betrieb zu suchen. Infolgedessen steige aber der Druck auf die verbliebenen Kollegen – was mitunter zu weiteren Kündigungen führen könne.
Größere Träger haben es leichter
„Das Schwierigste ist im Prinzip nicht primär, neue Mitarbeiter zu finden, sondern diejenigen zu halten, die man hat“, erzählt er. Damit dies gelinge, sei es wichtig, Probleme und Konflikte frühzeitig anzusprechen und sich sein Team so zusammenzustellen, dass es einander gut ergänze. Gelinge dies, falle die Arbeit allen leichter und die Stimmung bleibe positiv.
Eine solche Zusammenstellung von Teams falle großen Trägern wie der Katholischen Kirche deutlich leichter, da Mitarbeiter dort hausintern von einer Einrichtung in die andere wechseln könnten, ohne zu kündigen. Außerdem könne man hier Mitarbeiter von einem Kindergarten kurzzeitig abziehen, um andernorts solange ein Personalloch zu stopfen. Kleine private Träger, die mitunter nur über eine einzige Einrichtung verfügen, verlören Mitarbeiter, die besagte Unternehmen verließen, hingegen permanent.
Bewerbungsprozesse überdenken
Ganz verhindern lasse sich das selbstverständlich nicht, also seien große sowie kleine Träger gefragt, sich Rekrutierungsstrategien zu bieten. „Es reicht beispielsweise nicht, Bewerbungen bei der Agentur für Arbeit oder auf der eigenen Internetseite zu veröffentlichen“, betont er. Suche man Personal, solle man sich dort präsentieren, wo die potenziellen Mitarbeiter sich in ihrer Freizeit aufhielten – etwa auf Social Media.
Dort müsse man sich hervorheben. Zwar sei jedem bewusst, dass man als Erzieher nicht reich werden könne, Corporate Benefits, Vergünstigungen und Angebote wie, sie in der Industrie mitunter bereits üblich sind, könnten für neue Mitarbeiter jedoch ein Anreiz sein, sich zu bewerben. Bisher würden nur wenige Träger so etwas offen anbieten. Auch sollten Bewerbungsprozesse überdacht und vereinfacht werden. Statt E-Mail könne man etwa eine Kontaktaufnahme per WhatsApp ermöglichen. So gelinge es vielleicht auch einem kleineren Träger, ein gut funktionierendes Team zusammenzustellen.
Eltern wichtig für gute Stimmung
Eltern sollten übrigens froh darüber sein, wenn es in ihrem Kindergarten ein gut funktionierendes Team gebe. „Das darf man den Erziehern gerne auch ab und an mal so sagen“, erklärt Friedrich. Schließlich sorge auch eine gute Beziehung zur Elternschaft dafür, dass die Stimmung in einer Einrichtung positiv bleibe.
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