0
Mythen unter der Lupe
Sonne mit Vorsicht genießen
Wer, wie diese Paddler, längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt ist, sollte nicht ohne Bekleidung und Kopfbedeckung unterwegs sein.Forchheim & Fränkische Schweiz
Wer, wie diese Paddler, längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt ist, sollte nicht ohne Bekleidung und Kopfbedeckung unterwegs sein. // Christian König
Trotz der Freude an der Sonne sollte niemand vergessen: Die vor schädlicher UV-Strahlung schützende Ozonschicht in der Stratosphäre ist im Sommer „dünnhäutiger“ als sonst übers Jahr.Forchheim & Fränkische Schweiz
Trotz der Freude an der Sonne sollte niemand vergessen: Die vor schädlicher UV-Strahlung schützende Ozonschicht in der Stratosphäre ist im Sommer „dünnhäutiger“ als sonst übers Jahr. // Christian König
LKR Forchheim – Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Die Tücke liegt wie so oft im Detail. Im dritten Teil unserer Wettermythen Serie werden Mythen rund um den Sonnenbrand geklärt.

Wer kennt ihn nicht, den Seufzer der Erleichterung beim ersten frühsommerlichen Tag. Endlich wieder die wärmenden Sonnenstrahlen genießen, Licht und gute Laune tanken – das lieben wir doch alle. Allerdings ist die Formel nicht so einfach, wann und wie lange Sonnenschein auf die blanke Haut gesund und ab wann weniger gesund oder gar schädlich ist. Die Einflussfaktoren sind zahlreicher und leider komplexerer Natur, als wir auf den ersten Blick zu wissen glauben. In unseren gemäßigten Breiten kommen wir überwiegend hellhäutigen Menschen häufig blass aus dem eher wenig sonnenverwöhnten Winterhalbjahr.

Da sind wir naturgemäß besonders anfällig für einen ersten, meist unerwarteten Sonnenbrand. Dabei geht es nicht einmal um die Frage, ob eine ausreichend starke Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen wurde. Ausgerechnet hinein in den Frühsommer gehen sonnenscheinträchtige Hochdruckwetterlagen mit einem sogenannten Mini-Ozonloch einher. Zu Deutsch: über der wolkenarmen Großraumregion ist die vor schädlicher UV-Strahlung schützende Ozonschicht in der Stratosphäre buchstäblich dünnhäutiger als sonst übers Jahr. Zudem greift unser Reflex, Sonne und Wärme tanken zu wollen - im vermeintlichen Glauben, das tut jetzt erst mal gut und das wird die Haut schon packen.

Vorsicht: Sonne nicht unterschätzen

Und schon sind wir in die Falle getappt. Trotz aller physikalischen Fakten ist unser Wetterempfinden, ausgesprochen subjektiv, oft von der Tageslaune und spontanen Bedürfnissen geprägt. Und dadurch hält sich der weitläufige Irrglaube, dass die Sonnenstrahlen bei klarem Himmel, angenehm temperierter Luft und vielleicht auch noch auffrischendem Wind weniger riskant sind für die Oberflächenepithelien (Hautzellen), als bei großer Hitze. Weit gefehlt!

Es ist sogar umgekehrt: in der fortgeschrittenen Sommerjahreszeit haben wir uns meist schon wiederholt unfreiwillig einer erhöhten sogenannten Sonnenstrahlenexposition ausgesetzt. Es ist schließlich schwer, sich bei schönem Wetter im Freien von A nach B zu bewegen und sich zugleich in luftiger Sommerbekleidung der direkten Sonnenstrahlung zu entziehen. Kommt dann auch noch mehrtägiges Badewetter zustande, dass in der Regel durch hohe Temperaturen und eventueller Schwüle gekennzeichnet ist, dann suchen wir sowieso bevorzugt Schattenplätze auf und lassen uns nicht in der prallen Sonne braten. Hier reagiert der Mensch, zumindest meistens, vernünftig.

So wird die Haut am besten geschützt

Nebenbei bemerkt: kein Hund und keine Katze legen sich bei brütender Hitze in die pralle Sonne. Und so kommen viele von uns zur trügerischen Ansicht, dass die Sonne bei großer Hitze weniger kritisch für Sonnenbrand ist, als bei gemäßigteren Wetterverhältnissen. Da wir uns in der Urlaubs- und Ferienzeit befinden, sei darauf hingewiesen, dass dieser irreführende Reflex, sich länger in der Sonne aufzuhalten, natürlich erst recht direkt am Meer bei frischer Brise von der See auftritt.

Praktische Konsequenz daraus ist in jedem Falle: so oder so in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr bei längerem Aufenthalt in der Sonne auf unbedeckte Hautbereiche eine ausreichende Schutzcreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 - am besten Sun-Blocker - auftragen und nach einem Bad noch mal wiederholen. Dann steht in den Hochsommertagen kein mulmiges Gefühl im Wege, dass sich irgendwann die Haut rächen könnte. Faktisch bleibt die klare Ansage seitens der Dermatologen: Unsere Haut vergisst nichts.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!