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Gegenwind für die Windkraft
Initiative "Gegenwind Altenhimmel" erhebt schwere Vorwürfe
Die Windkraftgegner der Initiative „Gegenwind Altenhimmel“ haben im Ahorntal große Transparente aufgestellt, auf denen Richtung Waldgebiet „Altenhimmel“ drei Windräder zu sehen sind. Inzwischen sollen es sechs werden.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Windkraftgegner der Initiative „Gegenwind Altenhimmel“ haben im Ahorntal große Transparente aufgestellt, auf denen Richtung Waldgebiet „Altenhimmel“ drei Windräder zu sehen sind. Inzwischen sollen es sechs werden. // Thomas Weichert
Ahorntal – In der Gemeinde Ahorntal melden sich die Gegner eines geplanten Windparks zu Wort. Gegen die Bürgermeister von Hummeltal erheben sie schwere Vorwürfe.

„Wir wurden nicht wahrheitsgemäß informiert. Anstatt der bisher drei Windräder sind es nun sechs.“ Das sagt Josef Schoberth von der Initiative „Gegenwind Altenhimmel“, die gegen die Errichtung des Windparks „Altenhimmel“ im Ahorntal beziehungsweise im Glashüttener und Volsbacher Wald kämpft. Schoberth will nun an die Öffentlichkeit gehen und die Bevölkerung aufrütteln für den Stichtag 26. Juli.

Denn noch bis zu diesem Freitag haben die Bürger Zeit, Einwände gegen die Planungen beim Regionalen Planungsverband Ost einzureichen (oberfranken-ost.de). Hauptsächlich geht es den Ahorntaler Windkraftgegnern um das Windenergieanlagen-Vorranggebiet Körzendorf-Ost und Nord-Ost.

In dieser Region sollen Windkrafträder gebaut werden.Forchheim & Fränkische Schweiz
In dieser Region sollen Windkrafträder gebaut werden. // Thomas Weichert

Überall heiße es, es gebe keinen Gegenwind gegen die Windkraftpläne. Doch das stimme nicht, sagt auch Wolfgang Hennig, ein Arzt aus Bayreuth, der seinen Zweitwohnsitz in Kirchahorn hat und der Vorsitzende des Vereins zur Rettung bedrohter Wildtiere ist. Denn im Ahorntal ist der Gegenwind ziemlich groß. Inzwischen gebe es eine Whatsapp-Gruppe mit 80 Leuten, der harte Kern der Gegner bestehe aus sechs Leuten.

80 Prozent gegen Windräder

Die Körzendorfer sind nach Einschätzung von Schoberth zu 80 Prozent gegen die Windräder. In Körzendorf wohnt auch Gemeinderat Manfred Richter, der Sprachrohr der Initiative im Gemeinderat ist. Im Ahorntaler Gemeinderat ist Richter der Einzige, der gegen die Windkraftpläne ist. „Die anderen sehen nur das Geld und den Profit und Gegenargumente werden nicht betrachtet“, sagt Richter.

Was ihn richtig ärgert, sei die Unehrlichkeit des Hummeltaler Bürgermeisters Patrick Meyer, die dieser an den Tag lege. „Die anderen zwei Bürgermeister sind nur seine Handlanger“, sagt Richter. Dass sein Bürgermeister Florian Questel (Grüne) nun öffentlich die Windkraftgegner beschuldige, sie hätten seine und die Autoreifen seines Glashüttener Amtskollegen Sven Ruhl mit Schrauben manipuliert, bezeichnet Richter als Verleumdung und Rufmord. „Wir haben damit nichts zu tun“, betont er.

Inzwischen sorgt die Diskussion für eine Spaltung im Ahorntal. „Wir wurden sogar beim Aufstellen unserer Transparente beschimpft“, sagt Schoberth. Mit den Worten, man solle uns den Strom abstellen. Jeder in der Gruppe suche nach Informationen, die der Öffentlichkeit offenbar bewusst vorenthalten werden sollen. Selbst der Planungsverband sehe in diesem Gebiet Windkraftanlagen kritisch.

"Aus wasserwirtschaftlicher Sicht sehr kritisch"

Schoberth und Hennig zitieren aus einem Beschluss des regionalen Planungsverbands vom 6. Mai, der unserer Redaktion vorliegt. Darin heißt es unter anderem, dass eine Überplanung der kleinräumigen Wasserschutzgebiete im Einzugsbereich der Quellen mit Vorranggebieten für Windenergieanlagen aus wasserwirtschaftlicher Sicht sehr kritisch gesehen wird, da nur eine geringe Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung vorherrsche und durch Bau und Betrieb von Windenergieanlagen Stoffeinträge durch schnelle Sicker- und Grundwasserströmungsgeschwindigkeiten zu besorgen sind.

Für das Ahorntal betreffe dies insbesondere die Quelle der Brauerei Stöckel und die Quelle Hintergereuth, die den Ailsbach speise, sagt Schoberth. „Einst wurden Millionen für den Erhalt der Bachmuschel im Ailsbach ausgegeben und jetzt plant man Windkrafträder in dessen Quellgebiet, was zur Austrocknung des Baches führen könnte“, befürchtet Hennig.

Das Vorranggebiet liege auch innerhalb eins Zwei-Kilometer-Radius der Quartiere der windkraftsensiblen Zwergfledermaus. Dazu heißt es im Beschluss im Protokoll des Planungsverbands, dass zum Schutz dieser Fledermausart ein „Gondelmonitoring“ gewährleistet sein müsse, damit diese nicht beeinträchtigt würden. „Dazu sind kamera- und/oder radarbasierte Antikontrollsysteme einzusetzen“, so der Planungsverband.

Volsbacher Wald könnte laut Forstfachleuten ganz austrocknen

Wie Wildtierexperte Hennig jedoch sagt, wird das nicht viel nützen. Denn durch den Unterdruck in der Nähe von Windrädern komme es zum Zerreißen der Lungen von Fledermäusen, aber auch von Vögeln. „Die Mahnung von Wissenschaftlern, dass wir die Artenvielfalt nicht dem Kampf gegen den CO₂-Anstieg opfern dürfen, wird von den drei Bürgermeistern völlig ignoriert“, sagt Hennig. Ebenso dass der Volsbacher Wald, der laut Forstfachleuten ohnehin schon zu trocken sei, ganz austrocknen und absterben könne.

Darauf weist auch das Forstamt in seiner Stellungnahme an den Planungsverband hin. „Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei zusammenhängenden Waldgebieten die Rodung von Wald zu Wärme- und Lichteintrag führt“, heißt es darin. „Um den Irrsinn auch noch zu komplettieren, zerstören wir jetzt auch noch unsere Wälder, die unsere grüne Lunge sind“, sagt Hennig dazu.

Zur Finanzierung erklärt der Arzt: „Wer gibt einer überschuldeten Gemeinde zirka zehn Millionen Euro für den Bau eines Windrads oder das Geld für den Rückbau, das nach 20 Jahren Laufzeit nicht kalkulierbar sein kann?“

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