Seit Monaten macht der parteilose Bürgermeister Claus Schwarzmann mächtig Tempo für die Windkraftanlagen auf derLangen Meile. Doch jetzt gibt es eine weitere Verzögerung. Eigentlich sollte am heutigen Mittwoch der Planungsverband Oberfranken West grünes Licht für die Vorranggebiete rund um den Feuerstein geben. Doch die Flächen zwischen Eggolsheim und Ebermannstadt stehen nicht mal auf der Tagesordnung.
Mehr als 2000 Einwendungen gegen Windkraft auf der Langen Meile sind eingegangen
„Das hat verwaltungstechnische Gründe“, sagt Stefan Loch, Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Eggolsheim. Im Beteiligungsverfahren konnten Bürger, aber auch Behörden und Verbände, ihre Bedenken gegen das Projekt schriftlich einreichen. Dabei seien mehr als 2000 E-Mails von Windkraftgegnern eingegangen. Diese müssen noch abgearbeitet werden. Auch die Abwägung der Stellungnahmen läuft derzeit in Bayreuth bei der Regierung von Oberfranken anscheinend noch. Zuletzt hatte aus dem Landratsamt die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde gefehlt. Aber auch die ist dem Vernehmen nach inzwischen eingegangen. Loch glaubt indes nicht, dass in den Mails und den Stellungnahmen noch Argumente schlummern, die den Bau der 250 Meter hohen Windräder verhindern könnten.
Denkmalschutz kritisch: Walberla muss geschützt werden
Ein Einwand kommt etwa vom Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz: Wegen der Nähe zum Walberla sehen die Münchner das Projekt kritisch. Der Berg steht als frühzeitliche Keltensiedlung unter besonderem Schutz. Schließlich ist die Ehrenbürg das bedeutendste Zeugnis der keltischen Kultur in ganz Franken.
„Aber die Windräder wären ja fünf Kilometer entfernt“, sagt Loch und glaubt nicht, dass dieser Einwand die Pläne zu Fall bringen könnte. Der ehrgeizige Zeitplan der Gemeinde muss aber wohl doch etwas angepasst werden.
Eggolsheim muss den Zeitplan für die Windkraft anpassen
In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte Schwarzmann noch davon gesprochen, dass man noch in diesem Jahr die ersten Verträge mit den Grundstückseigentümern machen werde. Das wird die Gemeinde wohl auf das erste Quartal 2024 verschieben müssen. Am 6. Februar soll das Vorranggebiet jetzt auf die Tagesordnung des Planungsverbandes kommen.
Laut Loch ist man sich aber schon mit so vielen Eigentümern einig, dass auf alle Fälle Windräder in beiden Gebieten gebaut werden können. Die Planungen wird man also vermutlich weiter vorantreiben. Eine Projektgesellschaft ist mit der die Arbeitsgemeinschaft Natur Strom Projekte GmbH inzwischen gefunden. 2026 sollen sich die Windräder drehen.
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