Mit der Taschenlampe oder dem Licht am Handy müssen die Patienten in Egloffstein zum Zahnarzt gehen. Zumindest in der dunklen Jahreszeit, denn am Beginn der Schmiedgasse fehlt eine Straßenlaterne.
Bis kurz vor oder beim Rückweg kurz nach der Zahnarztpraxis ist es dort somit recht finster. Beschwerden darüber oder eine Anregung für die Errichtung einer Laterne seien noch nicht eingegangen, erklärt Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU), solches erfolge eher wegen Lichtverschmutzung.
Die Praxisadresse lautet Markgrafenstraße. Dort stehen drei Laternen. Allerdings befindet sich der Praxiseingang in der Schmiedgasse. Die Lampen leuchten nicht dorthin.
Es war ein unerwarteter Wintereinbruch, als eine Patientin abends die Praxis verließ und die Schmiedgasse entlanglief, um so in die Markgrafenstraße zum Parkplatz zu gelangen. Solange das Außenlicht der Praxis die Straße beleuchtete, war das Laufen kein Problem. Doch dann wurde es finster.
Weg zum Auto wird zu einer heiklen Angelegenheit
Die Patientin wusste nur, dass weiter unten in der Schmiedgasse irgendwo eine Treppe hinunterführt. Eine Taschenlampe hatte sie nicht dabei. Durch den zusätzlichen Reif war es eine heikle Angelegenheit, endlich die Schmiedgasse verlassen und in die beleuchtete Markgrafenstraße einbiegen zu können.
Warum wird in der Schmiedgasse keine Laterne aufgebaut und warum nimmt die Gemeinde Gefahren für Fußgänger in Kauf?, wunderte sich nicht nur die Patientin, die für ihren nächsten Zahnarztbesuch eine Taschenlampe einpackte.
„Es ist schon sehr dunkel“, stimmt ein Dreißigjähriger aus Gräfenberg zu, der sich den Weg mit dem Licht am Handy beleuchtet. Seine Frau, die Angst in der Dunkelheit habe, bestehe deshalb auf Termine am Vormittag.
Um die Praxis zu erreichen, läuft man vom Parkplatz aus links die Markgrafenstraße hoch, biegt rechts in die Schmiedgasse ein und läuft gut 50 Meter den Weg zum Praxiseingang hoch. Vier Meter des Weges kann man von der Markgrafenstraße aus über eine Treppe abkürzen.
Die Schmiedgasse bleibt im Dunkeln, denn auch wenn sich links neben dem Praxiseingang eine Laterne befindet, reicht deren Leuchtweite nur bis kurz nach dem Praxiseingang. Gerade im Herbst und Winter sind die restlichen 50 Meter der Schmiedgasse und die Treppe nicht erkennbar, weil es aufgrund der fehlenden Laterne am Straßenbeginn schlichtweg zu dunkel ist.
Dem Bürgermeister ist es hell genug
Bürgermeister Förtsch hat sich aufgrund der Anfrage die Situation vor Ort angesehen und ist durchaus der Meinung, dass genug Straßenlaternen vorhanden sind. Eine Straßenlaterne in der Schmiedgasse stehe nicht auf der Agenda.
Eher gebe es das Gegenteil: „Uns liegt eine Anfrage vor, ob die Leuchten in der Markgrafenstraße, in der Schmiedgasse und in der Arlesbrunnenstraße nicht gedimmt werden könnten, da die anfragende Person der Meinung ist, die Leuchten wären zu hell und würden zu stark blenden“, sagt Förtsch.
Regresspflichtig im Falle eines Unfalls sei die Gemeinde nicht. Der Bürgermeister nennt den Artikel 51 des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes als maßgeblich. „Die „Pflicht“ zur Beleuchtung, zur Reinigung, zum Räumen von Schnee und Streuen bei Glätte bestehe nur, wenn es dringlich erforderlich sei, begründete Bürgermeister Stefan Förtsch die Absage schriftlich.
Patienten fehlt da die Wertschätzung für die ärztliche Versorgung auf dem Land
Einen gut ausgeleuchteten und gestreuten Weg zum Zahnarzt erachtet die Gemeinde demzufolge als nicht erforderlich. Darüber kann ein anderer Patient nur verwundert den Kopf schütteln. Normal sei jede Gemeinde froh, ärztliche Versorgung bieten zu können. „Ein gut beleuchteter Weg zur Praxis drückt auch Wertschätzung gegenüber dem Arzt aus“, meint der junge Mann.
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