Viele Straßen im Landkreis Forchheim weisen Schäden auf und müssten dringend saniert werden. Darüber hinaus verschlechtert sich der Zustand der betroffenen Kreisstraßen kontinuierlich. Dies verdeutlichte die Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) der Kreisstraßen, welche im Jahr 2023/24 zum insgesamt dritten Mal durchgeführt wurde.
Straßen Forchheim: Diese Kreisstraßen müssen saniert werden
Dieter Els, Leiter des Tiefbauamtes, hat die Ergebnisse dieser Prüfung in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Bauangelegenheiten vorgestellt. „Bei der Zustandserfassung und -bewertung soll der oberflächliche Fahrbahnzustand von allen Kreisstraßen im Landkreis Forchheim erfasst und anschließend bewertet werden“, sagt Els. „Dazu werden spezielle Messfahrzeuge mit Sensoren eingesetzt, die Längs- und Querebenheit, Griffigkeit des Fahrbahnbelags und zum Beispiel Risse, Flickstellen oder Ausbrüche im Fahrbahnbelag erfassen.“ so Els weiter.
Um diese Messdaten vergleichbar zu machen, werden diese anschließend in sogenannte Zustandsnoten von 1 für „sehr gut“ bis 5 für „sehr schlecht“ umgerechnet. Insgesamt wurde bei 14 Kreisstraßen eine Überschreitung des Stellenwertes festgestellt. Dies bedeutet, dass hier die Einleitung von baulichen und gegebenenfalls bis dahin verkehrsbeschränkenden Maßnahmen geprüft werden muss. Eine derartige Prüfung der Straßen im Landkreis, mit einer Gesamtlänge von 248,1 Kilometer, wurde erstmalig 2012/13 und dann 2017/18 und jetzt erneut 2023/24 durchgeführt. Zukünftig soll die ZEB der Kreisstraßen alle vier Jahre durchgeführt werden.
Straßen im Landkreis Forchheim: Ergebnis macht Sorge
Das Ergebnis der neuesten Prüfung gibt laut Els Anlass zur Sorge: Über die Jahre hat sich der Straßenzustand sukzessive verschlechtert. Aktuell liegen 37 Prozent der Straßen mit dem Gesamtwert über dem Schwellenwert von 4,5 – 5,0. Über dem Warnwert von 3,5 – 4,5 liegen weitere 23,8 Prozent der Kreisstraßen. Die Bestnote von 1,0 – 1,5 erreichen lediglich 1,8 Prozent der Straßen und der Rest liegt mit 37,4 Prozent dazwischen. Die Straßen, die die Bestnote erhielten, wurden kurz zuvor bereits durch eine Baumaßnahme instand gesetzt.
In Summe liegen 60,8 Prozent der Kreisstraßen über dem Warnwert und müssten dringend durch eine Baumaßnahme abgesichert werden. Obwohl der Kreis jährlich im Durchschnitt etwa 1,5 Millionen Euro für den Erhalt seiner Straßen ausgibt, verschlechtert sich deren Zustand sukzessive immer weiter. Denn für einen dauerhaften Erhalt der Straßen und deren Wert für die Bürger wären mindestens 3 Millionen Euro jährlich nötig – Geld, das im Haushalt fehlt.
Im Haushalt des Landkreises Forchheim aufgenommen
Els klagt: „Dieses Jahr war nichts verfügbar, da alle Haushalt-Ansätze gestrichen worden waren.“ Doch eine weitere Verschlechterung des Straßenzustandes mache später immer höhere Investitionen, durch umfangreichere Sanierungsmaßnahmen, erforderlich. Nahezu alle Straßen, die eine Dringlichkeitsstufe erhalten haben, wurden in die Haushaltsplanungen der nächsten fünf Jahre mit aufgenommen und der Fahrbahnbelag soll innerhalb dieses Zeitraumes erneuert werden.
Els erläutert dazu: „Das Tiefbauamt hat im Vorfeld bereits alle Planungen, wie Dorferneuerungen, Gemeinschaftsmaßnahmen und Baustellen berücksichtigt.“ Und führt weiter aus: „Dadurch hat sich auch nochmal eine andere Reihenfolge in der Abarbeitung der Straßenschäden ergeben.“ Landrat Hermann Ulm (CSU) fragte abschließend die Kreisräte und -rätinnen: „Wir können den Zustand der Straßen vor Ort begutachten. Besteht daran Interesse?“ Dies wurde mit großer Zustimmung angenommen und so schloss Ulm: „Gut. Dann treffen wir uns demnächst zu einer ‚rollenden Sitzung‘.“
Dies sind die zehn schlechtesten Straßen im Landkreis Forchheim (Bewertung nach ZEB):
1. Ortsverbindungsstraße Unterleinleiter - Dürrbrunn
2. FO 38 Verbindungsstraße Leutzdorf - Sachsenmühle
3. FO20 Obertrubach - Herzogswind
4. FO16 bei Hetzelsdorf
5. FO28 Gräfenberg - Guttenburg
6. FO21 bei Ühleinshof
7. FO29 bei Schellenberg
8. FO18 bei Pettensiedel
9. FO14 Gräfenberg - Kasberg
10. FO37 bei Wichsenstein
Weitere Themen aus der Sitzung des Ausschusses für Bauangelegenheiten
So steht es um die Brücken im Landkreis Forchheim
Besser steht es hingegen um die insgesamt 66 Brücken der Kreisstraßen in Forchheim, deren Zustand ebenfalls regelmäßig geprüft und bewertet wird. Bis auf die Thosbachbrücke, die aufgrund ihres Geländers schlechter bewertet wurde, befinden sich alle Bauwerke mindestens in ausreichendem Zustand. Der überwiegende Teil der Bauwerke wurde sogar mit einem Zustandswert zwischen sehr gut und gut beurteilt. Und auch die Thosbachbrücke wird, nach der Erneuerung des Geländers, welche noch im Jahr 2025 stattfinden soll, voraussichtlich wieder eine bessere Note erhalten. Da es sich sowohl bei dem Thema mit den Brücken als auch mit den Straßen des Landkreises lediglich um eine Information zum aktuellen Sachstand handelte, wurde hierüber nicht abgestimmt. Es war kein Beschluss nötig.
Nordwestumgehung Gräfenberg
Weiteres Thema der Bauausschusssitzung war der erste Bauabschnitt des Neubaus der Nordwestumgehung Gräfenberg. Hier wurde mit zwei Gegenstimmen beschlossen, dass das Bauvorhaben weiterverfolgt werden soll und hierzu in nächster Zeit Gespräche mit der Stadtverwaltung Gräfenberg geführt werden sollen, um die Planungen weiter voranzubringen.













