Laster pfeifen heran, ab und an rauscht ein ICE vorbei. Martin Distler und Johannes Maier halten wegen der Lautstärke kurz inne, dann erzählen sie weiter.
Von ihrem Kampf gegen die geplante Tank- und Rastanlage, von den erhofften Alternativen, vom ohnmächtigen Gefühl, damit auf taube Ohren zu stoßen.
Die beiden engagieren sich mit vielen anderen aus dem Eggolsheimer Raum in der Interessensgemeinschaft Lebenswertes Regnitztal (IG). Oberstes Ziel: die Monsterrastanlage verhindern.
Schon ausgemachte Sache?
Die Idee der Anlage ist alt, sie geistert seit vielen Jahren durch das Regnitztal. Geredet wurde viel; erst jubelten die Anwohner einer großen Chance zu. Diese Euphorie wich recht schnell der nüchternen Erkenntnis darüber, wie die Kosten-Nutzen-Rechnung für die Region aussehen wird. Nur: Es scheint zu spät zu sein, der Bau ist ausgemachte Sache. Oder?
Planungen wirken beeindruckend
Die Zahlen beeindrucken. Geplant sind 128 Stellplätze für Laster, 133 für Pkw, eine Tankanlage, ein Überführungsbauwerk zwischen der West- und Ostseite, 5,5 Hektar neu versiegelte Fläche (fast acht Standard-Fußballfelder).
Aktuell erarbeite man die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren, teilt die Autobahn GmbH des Bundes mit. Dies, so ließe sich aus Sicht der Projektgegner meinen, liest sich als gute Nachricht.
Denn so weit waren die Planer auch im Sommer 2021 schon. Seither herrscht, zumindest was ein vorzeigbares Ergebnis betrifft, Stillstand.
Keine gute Nachricht für Gegner
Aber als gute Nachricht wollen es die Raststätten-Ablehner nicht auffassen.
„Dass das Berliner Verkehrsministerium an den Plänen festhält, ist enttäuschend und steht im krassen Widerspruch zu den angeblichen Bemühungen, mehr Verkehr auf die Schienen bringen und weniger Flächen versiegeln zu wollen“, sagt Martin Distler.
Hinzu komme mehr Lärm, mehr Verkehr und die laut Distler anzunehmende Kostenexplosion des Mega-Projekts.
Vorentwurf der Autobahn GmbH seit 2021 bekannt
2021 haben die Eggolsheimer zum ersten Mal den Vorentwurf gesehen. Eine Gesamtfläche von 13 Hektar, geschätzte Kosten von 24 Millionen Euro. Der Aufschrei war groß.
Dabei haben die IG, Bürgermeister Claus Schwarzmann und der Gemeinderat mit ihrer„Kleinen Lösung“ eine Alternative vorgeschlagen. Nach dieser hätte man die bestehenden Rastanlagen modernisieren und vergrößern können.
Dass die Plätze nicht ausreichen und der Zustand mangelhaft ist, weiß man im Regnitztal. Nur glaube man nicht an den Sinn der Mammut-Anlage.
Die Planungsbehörde will davon offenbar nichts wissen. Von der Autobahn GmbH heißt es dazu: „Auf einem 24 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Autobahnkreuz Bamberg und Anschlussstelle Forchheim-Nord wurden Standortalternativen untersucht. In der Gesamtabwägung hat sich gezeigt, dass der Standort südlich von Eggolsheim als geeignetster zu verfolgen ist.“
Region vereint sich hinter einem Nein
Die IG treiben neben der Standortfrage weitere Fragen um: Braucht es eine zusätzliche Tankstelle in der Region? Und ist die Dimensionierung überhaupt noch angemessen?
Nein, sagt der Gemeinde-Chef. Nein, sagt der Gemeinderat. Nein, sagen viele Bürger. Seit Jahren. Nur: Bringen wird es wohl nichts.
Kann Eggolsheim etwas ausrichten?
„Meine Haltung dagegen hat sich nicht geändert. Aber wir als Gemeinde können bei Bundesplanungen nur bedingt Einfluss nehmen“, räumt Bürgermeister Claus Schwarzmann ein. Er klingt resigniert.
Anders Maier und Distler, die beiden Vertreter der IG. „Wir werden unsere Möglichkeiten ausschöpfen.“ Was das konkret heiße?
„Aus der IG kann schnell eine Bürgerinitiative werden. Auf jeden Fall kann es nicht sein, dass hier weiter an Planungen festgehalten wird, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind.“
Apropos Zeit: Davon wird noch jede Menge ins Land gehen. 2024 wolle die Autobahn GmbH ein Baurechtsverfahren einleiten, hieß es. Vor 2030 wird also voraussichtlich kein neuer Laster parken.
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