Sie ist rot, sie ist wendig und sie ist ein Fahrzeug für die italienischen und für die fränkischen Momente im Leben. Die Rede ist von der Piaggio Ape, die bei Fritz Hebendanz den Fuhrpark seiner Forchheimer Brauerei verstärkt. Im Einsatz ist das Lastendreirad, wie der offizielle Name in den Fahrzeugpapieren lautet, „im Schnelldienst oder wenn in einer Gaststätte oder im Kellerwald grad mal ein Kasten Bier fehlt.“ Also immer dann, wenn sich eine Fahrt mit dem großen Liefer-Lkw der Brauerei nicht lohnen würde.
Aber nicht nur die betriebswirtschaftliche Vernunft sprach für die Anschaffung, sondern auch das Herz: „Ich hatte schon immer ein Faible für so ein Dreirad“, sagt Hebendanz: „Man setzt sich da schnell rein und ist ruck-zuck am Ziel.“ Auch beim Annafest im Kellerwald, wo es mitunter eng zu geht, wenn viel los ist, bewährt sich der wendige Flitzer bei der Belieferung des Hebendanz-Kellers.
Einst wurde das Bier mit dem Fahrrad ausgeliefert
Früher habe er für solche Kurzstrecken im Stadtgebiet ein Fahrrad benutzt – um genau zu sein ein ehemaliges Post-Fahrrad mit zwei großen Gepäckständern, mit dem zuvor von der Bundespost Briefe und Päckchen verteilt worden sind, erinnert sich Hebendanz. „Da hat vorne und hinten jeweils ein Kasten Bier drauf gepasst.“ Das alte Postrad hat er noch, allerdings liegt es heute eingemottet auf dem Dachboden.
Zum Kaufzeitpunkt der bereits 1997 gebauten Ape im Jahr 2005 war das Getriebe defekt und eine der Seitenscheiben zerbrochen. Mängel, die der Brauereichef vor der Inbetriebnahme in einer Werkstatt beheben ließ. „Außerdem habe ich eine Heizung einbauen lassen.“ Als Fritz Hebendanz das wendige Dreirad vor fast zwei Jahrzehnten erwarb, trug es auch noch eine andere Farbe: Warsteiner-Beige.
Zum Fahren braucht man Gefühl und Gehör
Zum Glück gab es damals aber noch genug roten Lack in der Reparaturwerkstatt, denn dass ein Fahrzeug der alteingesessenen Brauerei Hebendanz in den Farben einer konkurrierenden Großbrauerei herumfährt, wäre in der Bierstadt Forchheim schlicht undenkbar. Außer ihm selbst darf nur sein Schwiegersohn Daniel Bayer-Hebendanz die Ape steuern, erklärt der Chef. „Denn man braucht da schon ein bisschen Gefühl dafür. Man muss wissen, wo die Gänge liegen, und auf die Fahrgeräusche achten. Wenn irgendwas nicht passt, dann kann man das hören.“
Fritz Hebendanz ist häufig mit seiner Piaggio Ape in Forchheim unterwegs.
Der lautstark knatternde Motor läuft mit Zweitakt-Gemisch und beschleunigt den kleinen Laster auf immerhin 39 Stundenkilometer. Ein Lenkrad gibt es in der kleinen Fahrerkabine nicht: Gesteuert wird mit einer Lenkstange wie bei Motorrädern und -rollern. Das war schon so, als das Ur-Modell der Ape anno 1948 auf den Markt kam. Die Ladefläche hat einen mit Holzbrettern verstärkten Boden und darf 110 Kilogramm laden. Dann ist das zulässige Gesamtgewicht von 0,4 Tonnen erreicht. Das entspricht ziemlich genau fünf bis sechs Kästen Bier.
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