Nomen est omen. Wer dieser Tage hungrig und durstig durch den Forchheimer Kellerwald spaziert, landet irgendwann beinahe zwangsläufig auf dem Neder Keller. Mit bis zu 1800 Sitzplätzen ist er nicht nur der größte der 23 Bierkeller, sondern auch einer der wenigen auch außerhalb des Annafestes geöffneten. In den vergangenen Wochen hatte sich jedoch eine für viele Forchheimer emotionale Frage aufgetan – könnte es auf dem Neder Keller etwa kein Nederbier mehr geben?
Nicholas Mohnlein kauft Neder Keller – und das Bier?
Bewirtet wird der Keller übers Jahr eigentlich von Carola Bernklau, nur während des Annafestes hatte dies die Brauerei Neder traditionell selbst übernommen. Laut der Neder-Erbin Astrid Neder-Haub habe ihr Brauerei-Chef Rafael Thiermeyer das Annafest heuer nicht mehr stemmen wollen. Weil sie den Keller aber keinesfalls leer stehen lassen wollte, habe sie ihn schließlich verkauft – an den Forchheimer Unternehmer und selbst erklärten „Kellerwald-Enthusiasten“ Nicholas Mohnlein.
Und laut dem ist die Bierfrage nun endgültig beantwortet. „Erfreulicherweise wird es weiterhin das Bier der Brauerei Neder auf unserem Keller geben“, sagt Nicholas Mohnlein. So hätte es einige („gute“) Gespräche mit Thiermeyer gegeben und seit dieser Woche steht fest: Die Brauerei Neder bleibt dem Neder Keller als Bierlieferant erhalten. Vorübergehende Gerüchte, denen wegen einer technischen Panne der neuen Website zufolge gar Erlanger Bier ausgeschenkt werden könnte, sind mit dieser Einigung allerspätestens ausgeräumt. Thiermeyer selbst war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, in den sozialen Medien drückte Thiermeyer aber bereits seine Freude über die Einigung aus.
Annafest 2025: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren
„Wir haben uns bewusst für Forchheimer Bier auf unserem Forchheimer Keller entschieden“, sagt Mohnlein. Veränderung gebe es im gesamten Kellerwald genug im Moment und selbstverständlich wolle er auch seine Handschrift auf seinem Keller hinterlassen. „Dass nun die Biertradition aufrechterhalten bleiben kann, freut mich ganz besonders“, sagt der neue Keller-Chef. Denn für ihn bedeutet die gelöste Bierfrage eine Sorge weniger in der Fülle an Annafest-Vorbereitungen, mit denen er laut eigener Aussage gerade mehr als Vollzeit beschäftigt ist.
Denn nachdem Thiermeyer als Annafest-Wirt abgesprungen ist, übernimmt Mohnlein mit seinem Team selbst die elf Annafesttage auf 1343 Quadratmetern Fläche (Haupt- und Zusatzfläche). Ob die eigentliche Wirtin und Pächterin des Kellers, Carola Bernklau, eventuell wieder die Küche übernehmen wird, sei noch in Klärung. Aber Ausschank, Bar, Musik und Co. liegt heuer alles in den Händen des gebürtigen Forchheimers Mohnlein. Erfahrungen hat er genug; so hatte bereits zehn Jahre am Schaufel Keller gearbeitet und mit seiner damaligen Agentur Jungadler zusammen zwei Jahre lang den Hofmanns Keller betrieben.
Mohnlein will Tradition bewahren und Modernes schaffen
Für die kommenden Jahre hat sich Mohnlein viel vorgenommen, um den beliebten Keller zukunftsfähig aufzustellen. Immerhin blickt der Keller auf eine lange Geschichte zurück, laut Informationen Mohnleins hatte Johann Rath 1807 das Kellerrecht von der Stadt Forchheim erhalten. 1882 erhält der Keller den heutigen Namen von Sebastian Neder und bleibt 143 Jahre in Familienbesitz – bis ihn Nicholas Mohnlein von Astrid Neder-Haub erwirbt.
„Der Kellerwald ist ein Heiligtum für mich und liegt mir sehr am Herzen. Es soll alles so bleiben, wie es ist, aber an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden“, sagt Mohnlein. Dazu gehören einige dringende Sanierungsarbeiten am Haus sowie an Strom- und Wasserleitungen und die Ertüchtigung sowie eventuelle Neuausrichtung der Bühne. Hinter allem steht Mohnleins Vision, auf dem Neder Keller einen Ganzjahresbetrieb mit vielen Highlights, beispielsweise die Teilnahme am Winterzauber, ein eigener Weihnachtsmarkt, ein Maifest oder auch ein Kinosommer.















