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Verhandlungen stocken
Loparex-Beschäftigte bangen um ihre Jobs
Nicht nur vor dem Werkstor von Loparex ist derzeit schlechtes Wetter. Auch im Betrieb scheint die Stimmung eher durchwachsen zu sein.Forchheim & Fränkische Schweiz
Nicht nur vor dem Werkstor von Loparex ist derzeit schlechtes Wetter. Auch im Betrieb scheint die Stimmung eher durchwachsen zu sein. // Stephan Großmann
Forchheim – Bei Loparex dauern die Verhandlungen um den Abbau von 184 Stellen weiter an – obwohl die Geschäftsführung damit eigentlich bereits fertig sein wollte. Nun soll eine Einigungsstelle einberufen werden.

Auch sieben Wochen nach dem ersten Schock hat sich die Lage für die Belegschaft des Folienherstellers Loparex nicht beruhigt. Im Gegenteil. Die Verunsicherung unter den Arbeitnehmern bleibt groß und wächst, zumal sie entgegen der Ankündigung noch keinen sozialverträglichen Plan bis zu den Sommerferien vorgelegt bekommen haben.

Wie geht es weiter bei Loparex?

Wie der Flurfunk am Mittwoch aus den Betriebshallen heraus berichtet, wurden seit Bekanntgabe des Stellenabbaus bereits alle potenziell Betroffenen mündlich informiert. Eine lange Liste mit Namen sei das, erzählt einer aus der Belegschaft, der lieber anonym bleiben möchte. 100 Mitarbeiter mit Zeitverträgen stünden darauf, aber auch mehr als 80 aus dem Stammpersonal. „Teilweise sind die Leute seit mehr als 40 Jahren dabei, auch Menschen mit Behinderung sind darunter.“

Wie Mitte Juli noch von der Geschäftsführung bestätigt, sollen in Forchheim 184 der insgesamt rund 650 Mitarbeiter am einzigen deutschen Standort das Unternehmen verlassen. Man wolle sich auf eine gesunde Größe schrumpfen, hieß es seinerzeit.

Ende der Verhandlungen nicht in Sicht

Eigentlich sollten die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat über das Wie sowie die Sozialverträglichkeit bis zu den Sommerferien abgeschlossen werden – auch weil vorher keine offiziellen Maßnahmen anlaufen könnten. Heißt: Vor einer Einigung gebe es keinen Stellenabbau.

Und jetzt? Noch am Montag, 31. Juli, reagierte die Geschäftsführung auf FT-Nachfrage über den aktuellen Stand der Verhandlungen zurückhaltend: „Aufgrund der Komplexität und Tragweite der Situation, können wir zum aktuellen Stand der Verhandlungen mit dem Betriebsrat zum Interessensausgleich derzeit kein Statement abgeben“, schreibt ein Sprecher auf FT-Anfrage.

Beziehungen angespannt

Tatsächlich scheinen die Verhandlungen derzeit nicht unbedingt harmonisch zu verlaufen. „So wie ich das wahrnehme, ist das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung derzeit sehr angespannt“, erklärt Dieter Koppenhöfer, Gewerkschaftssekretär der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), der den Betriebsrat abseits des Verhandlungstisches beratend unterstützt. Bei den Verhandlungen selbst werde der Betriebsrat jedoch nicht von ihm, sondern von einer Fachjuristin begleitet und beraten.

Das Problem bei den Verhandlungen – soweit er es mitbekomme – sei, dass die Arbeitgeberseite mit unrealistischen Vorstellungen arbeite. So sei der Zeitrahmen, den man sich vorgenommen habe, viel zu straff. Außerdem zeige die Geschäftsführung – so wie er es mitbekomme – auch ausgesprochen wenig Gesprächsbereitschaft.

Einigungsstelle soll es richten

„Der Betriebsrat macht seine Arbeit sehr gut und gründlich im Sinne der Belegschaft“, betont Koppenhöfer. Etwa werde alles, was von der Geschäftsführung komme, sehr streng geprüft. Das stoße bei dem anderen Verhandlungspartner wohl übel auf. Aus diesem Grund habe man zuletzt überlegt, den Weg über eine Einigungsstelle zu gehen, um eine Lösung herbeizuführen. „So wie sich die Arbeitgeberseite ein solches Verfahren vorstellt, wird ein solches Verfahren aber nicht laufen“, erklärt Koppenhöfer. Allein bis ein passender Vorsitzender für die Einigungsstelle gefunden sei, dürfe es noch vier bis sechs Wochen dauern. Mit einer Einigung könne man dann vermutlich frühestens im vierten Quartal des Jahres rechnen.

Bis zum Redaktionsschluss war es leider weder möglich den Betriebsrat noch Geschäftsführer Rüdiger Schmitz telefonisch zu erreichen. Auch schriftliche Anfragen blieben bis zum späten Nachmittag unbeantwortet.

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