Forum Forchheim
So diskutiert Forchheim die Energiekrise
Beim Forum Forchheim von Fränkischer Tag und Radio Bamberg zum Thema Energiepreise ist es am Mittwochabend um die Überwindung der Energiekrise gegangen.
Beim Forum Forchheim von Fränkischer Tag und Radio Bamberg zum Thema Energiepreise ist es am Mittwochabend um die Überwindung der Energiekrise gegangen.
Barbara Herbst
Stephan Großmann von Stephan Großmann Fränkischer Tag
Forchheim – Können sich die Menschen ihre warmen Wohnungen im Winter noch leisten? Die vier hochkarätigen Talk-Gäste des Forums Forchheim diskutieren eifrig, ob und wie sich die Krise bewältigen lässt.

Reges Interesse beweist, dass das Thema bewegt. Bei der Podiumsdiskussion von Fränkischer Tag und Radio Bamberg ging es am Mittwochabend in der Sparkasse Bamberg um das Thema Energiepreise. Zahlreich Gäste verfolgten die Diskutanten live vor Ort und schalteten sich online dazu.

Vor Ort in der Sparkasse  Forchheim sowie online findet das Thema reges Interesse.
Vor Ort in der Sparkasse Forchheim sowie online findet das Thema reges Interesse.
Barbara Herbst

Auf dem von Radio Bamberg-Moderator Marc Peratoner und Lutz Herkner, Redaktionsleiter des Fränkischen Tags Forchheim, moderierten Forum setzten sich IHK-Präsident Michael Waasner, Klimaaktivistin Franziska Wild, Stadtwerke-Chef Christian Sponsel und der Initiator des Bioenergiedorfes Willersdorf Richard Fischer mit dem leidvollen Thema Energiepreise auseinander.

Wie viele Pullover sind nötig?

Zur Eingangsfrage, ob sich der Weihnachtsmann in diesem Jahr warm anziehen müsse, entspann sich schnell eine rege Diskussion auf dem Podium. Denn natürlich lässt sich die leidvolle Frage nach der Energiesicherheit auf jeden Haushalt und die Wirtschaft projizieren. Zu sprunghaft sind die Kosten für Strom und Wärme in den vergangenen Wochen angestiegen – und werden es noch weiter tun.

Einer der Diskutanten: Oberfrankens IHK-Präsident Michael Waasner.
Einer der Diskutanten: Oberfrankens IHK-Präsident Michael Waasner.
Barbara Herbst

Immerhin hat Christian Sponsel eine gute Nachricht im Gepäck: Zwar sei eine Prognose schwierig zu stellen, aber er rechne damit, dass der Markt sich beruhigen könnte. Auch wenn die Endverbraucher das laut Sponsel wohl nicht vor dem Jahr 2024 spüren werden.

Und ein weiterer Punkt entlässt den Zuschauer nach der gut 90-minütigen Veranstaltung mit einem positiven Grundgefühl in den späten Herbstabend: Die vier Gäste sind sich in der Marschrichtung einig; trotz unterschiedlicher Voraussetzungen und Zielsetzungen: Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse – auch und vor allem lokal – dringend so schnell wie möglich ausgebaut werden.

So schnell wie möglich ausbauen

Dass Klimaaktivistin Franziska Wild am liebsten bestmöglich aufs Tempo drücken möchte („es ist billiger, jetzt auszubauen, als zu warten“), ist dabei genauso klar, wie der IHK-Präsident Michael Waasner gleichzeitig die Unternehmen nachhaltig gut aufgestellt wissen will. In einem sind sich alle einig: Bürokratische Hürden müssen fallen, sonst kann der Ausbau nicht schnell vorangehen.

Im Gespräch mit FT-Redaktionsleiter Lutz Herkner (rechts): Stadtwerke-Chef Christian Sponsel.
Im Gespräch mit FT-Redaktionsleiter Lutz Herkner (rechts): Stadtwerke-Chef Christian Sponsel.
Barbara Herbst

Konträr wird es in der Gestaltung der Übergangsphase. Entgegen Wilds Meinung kommt der beschlossene Streckbetrieb der Atomkraftwerke auf dem Podium gut an. Darüber hinaus sind Industrie und Versorgungswerke naturgemäß bemüht, die bereits laufenden oder zumindest angedachten Maßnahmen herauszustellen. Und tatsächlich tut sich einiges im Landkreis Forchheim.

Franziska Wild von Fridays for Future sowie Richard Fischer vom Bioenergiedorf Willersdorf komplettieren das Forum.
Franziska Wild von Fridays for Future sowie Richard Fischer vom Bioenergiedorf Willersdorf komplettieren das Forum.
Barbara Herbst

Sei es das seit Jahren als Paradebeispiel gerne gesehene Bioenergiedorf in Willersdorf sowie die anderen dezentralen Bemühungen, Nahwärme lokal zu produzieren.

Einzig bleibt die Erkenntnis, dass die Region genauso wie der Rest Deutschlands noch ganz am Beginn der Energiewende steht. Und dass wir globale Krisen wie den Krieg in der Ukraine immer auch vor Ort spüren. Zum Beispiel daran, dass wir die Heizung ein Stück herunterdrehen müssen.

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