0
Wirtschaft
Metzgerei Schatz in Ebermannstadt schließt für immer
Zwei Wochen lang können die Kunden noch Fleisch und Wurst in der Metzgerei Schatz kaufen, dann schließt der Traditionsbetrieb in Ebermannstadt.Forchheim & Fränkische Schweiz
Zwei Wochen lang können die Kunden noch Fleisch und Wurst in der Metzgerei Schatz kaufen, dann schließt der Traditionsbetrieb in Ebermannstadt. // Carmen Schwind
Signet des Fränkischen Tags von Carmen Schwind
Ebermannstadt – Traurige Nachricht für Ebermannstadter: Die Traditionsmetzgerei Schatz in Ebermannstadt macht dicht. Wann es soweit ist.

Ende September schließt die Traditionsmetzgerei Schatz aus Ebermannstadt. Der Metzgermeister und Geschäftsinhaber Alexander Schatz sieht die Schließung „so und so“.

Bereits als kleiner Knirps im Alter von fünf Jahren durfte er dem Vater in der Metzgerei helfen, die es seit 77 Jahren gibt. Er liebe seine Arbeit und er habe einen besonderen Bezug zur Metzgerei. Doch auch dem 40-Jährigen werden die 70- bis 80-Stunden-Wochen langsam zu viel.

Einfach zu viel: Im Sommer musste er zuletzt sieben Tage die Woche arbeiten

Seine Arbeitstage beginnen früh um halb fünf, sechs Tage in der Woche und im Sommer auch oft sonntags. „Man kommt schon ins Grübeln, wenn der Vater mit 47 Jahren verstorben ist, weil er so schwer geschuftet hat“, sagt Alexander Schatz nachdenklich. Und auch seine Mutter starb mit Anfang 60.

Seine Hauptgründe für die Schließung sind allerdings hohe Investitionen, die er tätigen müsste, zum Beispiel in eine neue Kühlanlage und eine neue Räucherkammer. „Außerdem gibt es keinen Nachfolger und kein Personal. Es ist nicht sinnvoll, viel zu investieren und nach ein paar Jahren ohne Personal dazustehen“, fügt Schatz hinzu. Dann lacht er und meint: „Jetzt werde ich Teilzeit arbeiten, nur mehr 40 Stunden in der Woche.“ Alexander Schatz hat sich als neuen Arbeitgeber einen Familien-Metzgereibetrieb gesucht, bei dem er auch weiterhin seine eigene Rezeptur für seine Bratwurst umsetzen kann. Denn er will auch weiterhin Catering anbieten.

Bürgermeisterin Meyer bedauert Schließung der Traditionsmetzgerei sehr

„Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich da als Kind immer ein leckeres Stück Wurst bekommen habe, wenn wir eingekauft haben“, erzählt Bürgermeisterin Christiane Meyer und sagt weiter, dass die Schließung einen großen Verlust für Ebermannstadt bedeute. „Besonders auch für die Mitarbeiter des Krankenhauses, deren Cafeteria gerade geschlossen ist, und die sich mittags in der Metzgerei Schatz etwas Warmes zu essen holen konnten“, meint sie weiter und zählt auf, dass auch viele Handwerker ihre Brotzeit dort holen, aber auch andere, da die Metzgerei günstig nahe der Bundesstraße liege.

Dass Schatz weiterhin Catering mache, darüber sei sie „echt froh“, freut sich die Bürgermeisterin darüber, denn die Verwaltungsgemeinschaft habe bisher immer wieder für Veranstaltungen bei der Metzgerei Schatz nachgefragt.

„Mein neuer Arbeitgeber ist ein wenig weiter weg, sodass ich jetzt um halb drei aufstehen muss. Aber das macht mir nichts aus, denn um 15 Uhr bin ich dann fertig mit der Arbeit. Und ich arbeite nur an vier Tagen“, sagt der Metzgermeister. Er hat noch fünf Mitarbeiter, von denen die meisten schon in anderen Unternehmen untergekommen sind: „Das geht im Augenblick ohne Probleme.“

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!