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Krimi im Königsbad
Streit um Bewirtschaftung des Schwimmbads
Königsbad
Königsbad // Andreas Wolfger
Signet des Fränkischen Tags von Andreas Wolfger
– Bereits seit Monaten brodelt die Stimmung in der Gastronomie des Königsbads. Eine Geschäftspartnerin des Pächters erhebt seit Jahresbeginn nun öffentlich ernste Vorwürfe. Aber was ist an diesen behauptungen dran?

Im Forchheimer Königsbad hängt derzeit gehörig der Haussegen schief. Nicht nur, weil die Stadt gerade gerichtlich gegen die ursprünglichen Planer des Bades vorgeht. Auch um die Gastronomie herrscht bereits seit einiger Zeit ein Streit.

Offener Brief im Internet

Besitzer des Restaurants ist eigentlich die Stadt. Die verpachtet es jedoch bereits seit geraumer Zeit an Birol Köksal. Laut einem Kaufvertrag, den seine Geschäftspartnerin Xingying Wu jedoch bereits seit einiger Zeit im Internet veröffentlicht hat, hat Köksal am im September 2022 jedoch seinen Betrieb an Wu verkauft.

„Seit Übernahme des Betriebs führe ich die Geschäfte also in Rahmen einer Unterverpächtung, da Herr Köksal immer noch der Hauptpächter ist“, schreibt Wu. Hierfür zahlte sie 40.000, wie aus dem Vertrag hervorgeht. Im Gegenzug habe sie das Eigentum über alle Ausstattungsgegenstände erworben. Außerdem werde Köksal sich dafür einsetzen, dass der aktuell bestehende Pachtvertrag zwischen ihm und der Stadt Forchheim an Wu übergehen möge. Falls dies nicht gelinge, erhalte Wu die Möglichkeit, vom Kauf zurückzutreten.

Hausverbot für Geschäftspartnerin

Zu einer solchen Übertragung des Pachtvertrags ist es offenbar aber nicht gekommen.  Stattdessen hat die Stadt zum 6. Januar die Schlösser des Betriebs ausgetauscht, wie Wu in ihrem Schreiben berichtet. Nachdem sie die Polizei gerufen habe, sei schließlich Herbert Fuchs, Leiter der Bäderbetriebe gekommen und habe ihr ein Hausverbot erteilt.

„Wir könnten nicht mal unsere eigene Sachen nehmen“, schreibt Wu. Stattdessen führe nun Köksal einfach den Betrieb fort. Das sei Betrug. Aus diesem Grund habe sie inzwischen einen Anwalt eingeschaltet.

Besorgt um guten Ruf

Birol Köksal schildert die Situation anders und empfindet das Vorgehen von Wu und ihrem Geschäftspartner als Rufmordkampagne. „In meinen Augen sollten das jetzt besser die Anwälte klären“, betont er.

Er habe sei seit Mai 2020 Pächter der Gastronomie im Königsbad. Im Sommer 2022 habe er aufgrund von persönlichen Gründen sowie infolge des Schwimmbadbetriebs, der nach der Pandemie deutlich angezogen habe, deutlich unter Stress gestanden. In dieser Zeit habe ein Geschäftspartner, der ihn bislang mit Marketingmaterialien versorgt habe, angeboten, ihm Hilfe zu besorgen und Frau Wu vorgestellt.

Pächter fühlt sich ausgenutzt

„Ich war so fertig mit den Nerven, dass ich mich darauf eingelassen habe“, erklärt Köksal. Um diese Zusammenarbeit abzusichern, hätten die beiden schließlich eine gemeinsame GmbH gegründet. Und auch der Kaufvertrag stamme aus dieser Zeit. „Den haben die beiden mir irgendwann mal vorgelegt und ich habe unterschrieben, ohne ihn richtig zu lesen. So fertig war ich“, erklärt der Pächter. Wu und ihr Partner hätten diese Situation schamlos ausgenutzt, so Köksal.

Tatsächlich entpuppte sich auch die Zusammenarbeit nach wenigen Wochen bereits als äußerst unharmonisch. „Der Deal war, dass ich mich in erster Linie um die Küche kümmere und Frau Wu um den Verkauf“, berichtet Köksal. Mit der Zeit habe er jedoch das Gefühl gehabt, dass Wu und ihre Mitarbeiter immer stärker versuchten, ihn aus dem Betrieb zu verdrängen.

Kommunikation über Anwalt

Zeitgleich habe die Zahl der Beschwerden, seitens der Stadt in Bezug auf die Gastronomie, massiv zugenommen. Außerdem habe man ihm signalisiert, dass kein Interesse bestehe, das Pachtverhältnis auf Wu zu übertragen. „Als ich diese Nachricht Frau Wu mitgeteilt habe, haben sie und ihr Geschäftspartner gesagt, das sei ihnen egal, sie würden weitermachen“, erklärt er. Auch Versuche seines Anwalts, Kontakt aufzunehmen und die Situation zu erklären, seien ignoriert worden.

„Aus diesem Grund entschied ich mich, die Kooperation zu beenden und die GmbH aufzulösen“, erinnert sich Köksal. Dies habe er bereits im Frühjahr 2022 eingeleitet und Wu die Möglichkeit eingeräumt, bis Jahresende den Laden zu verlassen. Auch das habe sie nicht einsehen wollen, weshalb letztendlich die Schlösser getauscht wurden.

Pächter will Schlüssel zurück

„Die letzten drei Wochen bin ich damit beschäftigt gewesen, zu putzen und das Chaos aufzuräumen, das sie mir hinterlassen hat“, erklärt Köksal. Wu könne sich jederzeit bei ihm melden, um die Einrichtung abzuholen, die sie laut Vertrag erworben habe. Alternativ sei er auch bereit, ihr das Geld zurückzugeben, welches sie ihm gegeben habe. „Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass sie mir die Schlüssel zurückgibt“, betont er. Das verweigere Wu jedoch beharrlich.

Auch die weiteren Anschaffungen, wie etwa den Pizzaofen, Getränke und Eisautomaten, sowie ein Kassensystem im Wert von 21.000 Euro, die Wu gekauft habe, solle sie wieder mitnehmen, so Köksal. „Im Schwimmbad wird eigentlich über Chipsystem bezahlt. Ich wüsste gar nicht, was ich mit so einem System anfangen sollte“, erklärt er. Aus diesem Grund habe der Hausmeister des Königsbads die Kasse bereits wieder abgebaut.

Stadt erkennt nur einen Pächter an

Für eine Gesprächsanfrage unserer Zeitung weder Frau Wu, noch ihr Geschäftspartner oder ihr Anwalt zu erreichen. Seitens der Stadt heißt es zu der Situation: „Die Stadt Forchheim hatte mit Frau Wu niemals einen rechtsgültigen Vertrag für den gastronomischen Betrieb im Königsbad. Diesen haben und hatten wir ausschließlich mit Herr Birol Köksal.“

Zwar habe es diesbezüglich mehrere Gespräche - unter anderem zwischen Frau Wu und Oberbürgermeister Uwe Kirschstein - gegeben. Trotzdem werde es wohl nicht zu einem Pachtvertrag mit ihr kommen. Eine Sorge, dass die Besucher auf eine Gastronomie im Königsbad verzichten müssten, bestehe keinesfalls.

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