Motivation
Ein Zaubertisch für die Senioren
Die „Zaubertafel“ Tover projiziert Bilder auf den Tisch. Deren Berührung stimuliert die Sinne von Menschen mit Demenz.
Die „Zaubertafel“ Tover projiziert Bilder auf den Tisch. Deren Berührung stimuliert die Sinne von Menschen mit Demenz.
Tover
Irmtraud Fenn-Nebel von Irmtraud Fenn-Nebel Fränkischer Tag
Ebern – Eine Tovertafel ist ein wunderbares Spielzeug für demente Bewohner im Eberner Haus St. Elisabeth. Im Moment fehlt das Geld dafür. Spenden Sie bei „Franken helfen Franken“.

„Ach, schön, vom Fränkischen Tag sind Sie? Den lese ich schon lange“, sagt die flotte Dame am Tisch im großen Saal des Seniorenzentrums St. Elisabeth. Ursula Lerche heißt sie, „wie der Vogel“, klärt die sympathische Frau auf und lacht. Vielleicht haben sie und ihre Mitbewohner bald noch mehr Grund zur Freude: Wenn durch die Spendenaktion des Fränkischen Tags eine Tovertafel angeschafft werden kann, die jede Menge Spiel und Spaß in den Alltag der Senioren bringen wird.

Sie haben es schon ausprobiert: bei einer Vorführung mit einem Tover-Mitarbeiter. Er kam auf Einladung von Einrichtungsleiter Stefan Dünkel nach Ebern, um die Pflegeinnovation aus den Niederlanden vorzustellen. Dünkel hatte die „Zaubertafel“ im Internet entdeckt und steckte mit seiner Begeisterung Pflegedienstleiter Manuel Hofmann und die Gerontofachkräfte Lena Hennig und Elke Käb an.

Allen war schnell klar: „Das ist toll und wird unseren Bewohnern gefallen.“ Und so war es auch bei der Präsentation: „Wir waren geflasht“, sagt Dünkel. „Die Senioren waren mit Leben erfüllt und engagiert beim Spielen.“

Lehrreich und spielerisch

Im Prinzip ist Tover ein Beamer, der allerhand Unterhaltsames und Lehrreiches auf den Tisch projiziert. „Man kann zum Beispiel Besteck polieren und das rutscht dann in eine Schublade, man kann ein Lied durch das Verschieben von Noten abspielen“, beschreibt Dünkel die Optionen.

Und das alles durch bloße Berührung der gezeigten Gegenstände mit den Händen. Doch dann kam das Angebot: Der Projektor inklusive Software-Programm kostet 10.000 Euro. „Da waren wir ganz schön ernüchtert.“ Sie haben angefangen, Geld zu sammeln, und auch schon „bisschen was zusammen“. Aber längst nicht genug. Jetzt hofft die Heimleitung auf die Spendenaktion von Franken helfen Franken.

Demenz hat viele Gesichter

Im Seniorenzentrum des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim leben 64 Bewohner. Drei Viertel der Bewohner sind demenzkrank. Die Ausprägungen dieser Erkrankung sind sehr unterschiedlich. Da gibt es Menschen, die immer wieder „Hallo“ rufen, „Wie spät ist es?“ fragen oder permanent sagen „Ich will heim“.

Eine ältere Frau ist so hochgradig dement, dass sie vor die Türen uriniert und in alle Zimmer hineinspaziert. „Es ist schon eine enorme psychische Belastung“, sagen Dünkel und Hennig. „Die Bewohner geben einem viel, aber es ist auch ein harter Job, körperlich und psychisch anstrengend.“

Polieren, bis der Fotograf zufrieden ist

Wenn die Demenz weit fortgeschritten ist und sich die Sprache verliert, müssen die Expertinnen zur Kontaktaufnahme auf die Mimik und Körpersprache der Betroffenen achten. Bei der Morgenrunde mit Ursula Lerche, Anni Krug, Eugenie Kuchta und Helmut Marquard ist das nicht nötig: Sie haben nur leichte Einschränkungen.

Ursula Lerche kann sich zum Beispiel nicht mehr daran erinnern, dass die Zaubertafel vorgestellt wurde. Aber Besteck analog polieren: Das können sie alle und tun es eifrig.

„Macht ruhig ein Bild, damit wir in die Zeitung kommen“, sagen sie und hantieren, bis der Fotograf zufrieden ist. Vielleicht gehen diese und alle anderen Aktionen bald auch virtuell, wenn genügend Spenden für die Tovertafel über Franken helfen Franken zusammenkommen. Dann können sich die flotten Bewohner wie von Zauberhand in andere Welten vortasten.

Zum Hintergrund

Spendenverein Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Tageszeitungen wie den Fränkischen Tag sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600.000 Menschen. Außerdem ist die mgo als Multimediaunternehmen mit Tochterfirmen wie dem Marketing-Komplettdienstleister mgo360, den mgo Fachverlagen oder mgo Digital Ventures breit aufgestellt.

Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein „Franken helfen Franken“ seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurde seit 2009 rund eine Million Euro von Franken helfen Franken vergeben.

Wer für das Eberner Projekt spenden möchte gibt als Verwendungszweck „Zaubertisch Ebern“ an.

Spendenkonto

Mediengruppe Oberfranken – Franken helfen Franken e.V.; Sparkasse Bamberg

IBAN DE62 7705 0000 0302 1945 01

BIC BYLADEM1SKB.

 

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