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Rathaussturm
Krawatte ab: Sander Rathauschef verliert gegen Hexenpower
Rathaussturm Sand
Die Sander Hexen übernahmen die Macht im Rathaus und eroberten den überdimensionalen Rathausschlüssel. // Christian Licha
Signet des Fränkischen Tags von Christian Licha
Sand – Die Hexen stürmen das Rathaus, und der Bürgermeister schneidet beim „Herzblatt“ auch ohne Krawatte gut ab.

Traditionell an Altweiberfasching stürmten die Hexen am Donnerstag das Rathaus in der Faschingshochburg Sand und übernahmen dort bis Aschermittwoch die Macht. Gegen die rund 20 Hexen hatte Bürgermeister Jörg Kümmel keine Chance.  

Der Rathauschef rückte den überdimensionalen Rathausschlüssel freiwillig heraus, ehe er gefangen genommen und dem wartenden Volk in der Aula der Grundschule vorgeführt wurde. Dort hatten sich rund 200 Bürgerinnen und Bürger versammelt, um das närrische Schicksal ihres Gemeindeoberhauptes mitzuerleben.  

Jubel für die Mini Chillies

Für einen schwungvollen Auftakt sorgten die Jüngsten der Mini Chillies vom TV Sand, die mit ihrer gekonnten Tanzeinlage großen Applaus ernteten. Oberhexe Anna-Maria Götz fackelte anschließend nicht lange und schnitt dem Bürgermeister kurzerhand die Krawatte ab.  

Rathaussturm Sand
Die Mini Chillies vom TV Sand glänzten mit ihrer Tanzeinlage. // Christian Licha

Mit spitzer Zunge nahm sie den Leerstand im Ort aufs Korn: „Das Dorf wird leer, man glaubt es kaum, kein Wirt, kein Laden, wie im Albtraum. Wo früher nach Wurst und Brot roch die Luft, da bleibt uns heut nur noch Dönerduft.“  

Der Bürgermeister im Sander Herzblatt

Bei einer ganz eigenen Ausgabe des „Sander Herzblatts“ durfte Bürgermeister Kümmel aus drei Kandidatinnen aus den Reihen der Hexen wählen, die mit Herz, Charme und pfiffigen Geschäftsideen frischen Wind nach Sand bringen wollten. Kandidatin Nummer eins war die harmonische Sarah, die mit Düften und Yoga verzaubern und vegetarische Wurst verkaufen wollte. 

Rathaussturm Sand
Bei einer ganz eigenen Ausgabe des „Sander Herzblatts“ durfte Bürgermeister Jörg Kümmel aus drei Kandidatinnen wählen, die mit pfiffigen Geschäftsideen frischen Wind nach Sand bringen wollten. // Christian Licha

Kandidatin Nummer zwei, die rüstige Beate, setzte auf Viehzucht, Strohballenwerfen auf dem Dorfplatz und Kuhglocken, die lauter läuten sollten als der Kirchturm. Kandidatin Nummer drei schließlich war die feurige Helena, die Ouzo aus Pokalen versprach, Olympia nackt nach Sand holen wollte und vor allem eines ankündigte: den Griechen im Ort wieder zu eröffnen.  

Die Wahl fällt klar aus

Die Entscheidung des Bürgermeisters war eindeutig: „Am Ende braucht Sand vor allem eins: endlich wieder einen Griechen“, erklärte Kümmel unter dem Jubel der Zuschauer. Seine Wahl fiel auf Kandidatin Nummer drei. „Ouzo verbindet, und ein gutes Dorf braucht einen Ort, an dem man zusammenkommt und feiert. Yoga kann warten, der Stall bleibt draußen – aber der Grieche gehört nach Sand.“  

Rathaussturm Sand
Bürgermeister Kümmel entschied sich für die feurige Helena, die wieder einen Griechen nach Sand bringen will. // Christian Licha

Damit war klar: Die Hexen hatten nicht nur den Rathausschlüssel erobert, sondern auch wieder einmal für einen närrischen Höhepunkt gesorgt, der den Altweiberfasching in Sand unvergesslich machte.  

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