Mitsprache
Der Anwalt der Gymnasiasten kommt aus Haßfurt
Der 18-jährige Heinrich Ritter aus Haßfurt-Sylbach wurde zum Landesschülersprecher der Gymnasien in Bayern und damit in den Landesschülerrat gewählt.
Der 18-jährige Heinrich Ritter aus Haßfurt-Sylbach wurde zum Landesschülersprecher der Gymnasien in Bayern und damit in den Landesschülerrat gewählt.
Günther Geiling
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
Haßfurt – Heinrich Ritter wurde zum Landesschülersprecher gewählt. Der 18-Jährige vertritt damit 1,7 Millionen Schüler in Bayern. Was kommt auf ihn zu?

Der Landesschülerrat in Bayern ist die offizielle Vertretung der Schüler aller Schulen in Bayern. Er vertritt damit die Anliegen von rund 1,7 Millionen Schülerinnen und Schülern und ist Ansprechpartner und Sprachrohr zwischen der bayerischen Schülerschaft und dem Kultusministerium sowie anderen Verbänden und Organisationen. Es ist ein verantwortungsvolles Gremium, in das vor wenigen Tagen Heinrich Ritter aus Haßfurt-Sylbach vom Regiomontanus-Gymnasium als Landesschülersprecher gewählt wurde, und zwar für den Bereich der Gymnasien.

Die Wahl nahmen die 40 bayerischen Bezirksschülersprecher vor, die aus ihrer Mitte den „Landesschülerrat“ bestimmen, der aus sechs Landesschülersprechern besteht. Kultusminister Michael Piazolo gratulierte und sagte: „Wir erfahren auf direktem Wege, was die Schülerinnen und Schüler bewegt. Sie wiederum dürfen Schulpolitik an entscheidender Stelle aktiv mitgestalten und erfahren, dass ihre Belange ernst genommen werden.“

Schulleiterin sagt: Landesschülersprecher Heinrich Ritter hat Charme und ein gewinnendes Wesen

Dass Heinrich Ritter in das Gremium gewählt wurde, freut die ganze Schule und Schulleiterin Maria Eirich. Sie gratulierte mit folgenden Worten: „Ich habe mich sehr über seine Wahl zum Landesschülersprecher gefreut und ich bin sicher, dass Heinrich dieses herausragende Amt mit Leidenschaft und großer Motivation ausfüllen wird. Heinrich erlebe ich seit Jahren als engagierten Schüler, der sich am Regiomontanus-Gymnasium für die Belange seiner Mitschülerinnen und Mitschüler einsetzt und es mit Charme und seinem gewinnenden Wesen schafft, andere für seine Ideen und Initiativen zu begeistern. Als Schulleiterin schätze ich die tolle Zusammenarbeit und sein großes Interesse, das Schulleben aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten.“

Informations-, Anhörungs- und Vorschlagsrecht im bayerischen Landtag

Die Aufgaben des Landesschülerrates sind dabei sehr vielfältig. Er darf bei Gesetzesvorhaben des Landtages im Bereich Schulen die Anliegen der Schülerinnen und Schüler vorbringen und hat dazu ein Informations- und Anhörungsrecht sowie ein Vorschlagsrecht. Der Bildungsausschuss des Landesschülerrates kann um eine Stellungnahme zum jeweiligen Thema bitten und es gibt die Möglichkeit, dass die Landesschülersprecher ihre Meinung bei einer Anhörung im Ausschuss vortragen.

Heinrich Ritter ist seit sieben Jahren in der Schülermitverantwortung, war auch drei Jahre lang Schülersprecher am Gymnasium und ist seit zwei Jahren Bezirksschülersprecher in Unterfranken.

Interessen der Schüler zu vertreten, fange bei einfachen Veranstaltungen in der Schule an wie einem Mottotag oder einer Weihnachtsaktion. „Solche gemeinsamen Veranstaltungen schweißen die Schulfamilie zusammen.“

Landesschülersprecher Heinrich Ritter will durchaus unbequem sein

Dann geht es hin bis zu Fragen an Ministerialbeamte, wie es mit Luftfiltern aussehe oder warum Schüler ab einer bestimmten Klasse ihr Busticket nicht mehr bezahlt bekämen. „Man muss immer wieder an die Türen der Politik klopfen und darauf aufmerksam machen.“ Konkret vor hat er als Erstes, dass das „Abi-Bac“, das bilinguale Abitur in Französisch, in Unterfranken eingeführt wird. Auch das Abi in Englisch wäre eine sinnvolle Ergänzung, hinter die er sich klemmen werde. Er habe dazu schon einen Antrag beim Kultusminister gestellt und warte auf eine Antwort.

Der 18-Jährige weiß schon ziemlich konkret, was auf ihn zukommen wird. Viele Aufgaben werde er von Haßfurt aus erledigen, er werde aber sehr häufig auch in München oder Würzburg sein. „Dabei werde ich wohl einen Großteil der Zeit im Zug nach München auch damit verbringen, verpassten Unterrichtsstoff nachzuholen. Es werden nämlich auch zahlreiche Sitzungen und Präsenztermine in München oder auf Bezirksebene stattfinden. Außerdem werden wir von den Landtagsfraktionen zu Gesprächen eingeladen und an Ausschusssitzungen des Kultusministeriums teilnehmen, so dass mehrere Tage im Monat zusammenkommen.“

Bei seinem Berufsziel hat sich der Landesschülersprecher noch nicht konkret festgelegt

Seine Lieblingsfächer in der Schule seien Sozialkunde und Wirtschaft, generell auch politische Themen. Seinen künftigen Berufsziel könnte er sich in der freien Wirtschaft oder auch als Selbstständiger vorstellen. „ Aber auch die Politik erscheint mir sehr interessant“, sagt Heinrich Ritter.

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