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Katastrophenfall ausgerufen
Großbrand im Tennenloher Forst: So ist die Lage vor Ort
Im Markwald zwischen Baiersdorf und Röttenbach ist am Nachmittag ein Feuer ausgebrochen. Etwa 4000 Quadratmeter stehen in Flammen. (Symbolbild)
Im Markwald zwischen Baiersdorf und Röttenbach ist am Nachmittag ein Feuer ausgebrochen. Etwa 4000 Quadratmeter stehen in Flammen. (Symbolbild) // Foto: Kreisfeuerwehr Erlangen-Höchstadt/ Weber
Erlangen/ Erlangen-Höchstadt – Löschfahrzeuge und Hubschrauber sind rund um die Uhr im Einsatz, um den Brand im Tennenloher Forst bei Erlangen zu löschen. Auch an Tag drei ist noch kein Ende in Sicht. Das ist die Lage vor Ort.

Tag drei an der Einsatzzentrale am Tennenloher Forst in Erlangen. Seitdem am Mittwochnachmittag, 30. April, das Feuer im Wald entdeckt wurde, sind rund um die Uhr hundert Feuerwehrkräfte hier mit Löscharbeiten beschäftigt. Vom Wald her sind die Hubschrauber zu hören. Den ganzen Tag über fliegen sie von der Wasseraufnahmestelle in den Wald, werfen in Kleinarbeit Wasserladungen von 500 bis 1000 Litern Wasser im Tiefflug über den Bäumen ab.

Parallel dazu hat sich an der zentralen Einsatzstelle eine Art Kreisverkehr entwickelt. Im Minutentakt fahren hier Traktoren mit Güllefässern, Löschfahrzeuge herum, um zwei riesige orangerote Wasserbecken mit Wasser zu befüllen. Noch riesiger ist der Wasserwerfer der Polizei Bamberg. Das meterhohe, panzerartige Gefährt wird zum Wassertransport benutzt. 

Munition im Waldboden und Betretungsverbot: Löscharbeiten schwierig

Von den 10.000-Liter-Becken wird der wertvolle Inhalt tiefer in den Wald gepumpt, wo Einsatzkräfte am Boden, Löschroboter und am Freitag noch zwei Polizeihubschrauber aus Roth damit die Glutnester löschen. „Die Glut ist hartnäckig und der Waldboden 20 Zentimeter tief voll glühender Asche“, sagt Sebastian Weber, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Erlangen-Höchstadt.

Mittlerweile brennt kein Feuer mehr. Die Glutnester gilt es vollständig zu löschen. Die Feuerwehr versuche außerdem zu verhindern, dass sich ein neues Feuer auf noch unverbranntes Gras und Waldboden ausbreitet.

Die Arbeit im Tennenloher Forst geht schrittweise voran. Nicht nur, dass ein Wald im Falle eines Brandes ohnehin schwer begehbar ist. Weil hier früher die US-Armee Truppenübungen veranstaltete, ist das Waldgebiet munitionsbelastet. Darum erließ das Landratsamt ein Betretungsverbot jenseits der Wege für Besucherinnen und Besucher des Waldes. Abseits der Wege herrscht im Bombenwald Lebensgefahr. 

Hubschrauber, Einsatzkräfte und Löschroboter im Einsatz

Unter diesen Bedingungen löschen die Feuerwehrkräfte von Wegen und Trampelpfaden aus die Glutstellen. Mit dabei sind auch die zwei Löschroboter, die das Landratsamt Erlangen-Höchstadt im vergangenen Jahr anschaffte. Für Szenarien wie diesen Waldbrand wurden die Roboter gekauft. Am Donnerstag, 1. Mai, sind sie laut Weber zum ersten Mal eingesetzt worden. Mit einer Reichweite von 50 Metern fahren sie auf den befestigten Wegen umher. Zwischen den Bäumen umherfahren, das kann der Roboter nicht. Alles, was weiter weg ist, müssen die Hubschrauber besorgen. Wenn die Hubschrauber nicht fliegen, werde das Waldgebiet aus der Luft mit den Wärmebildkameras aus der Luft überprüft, erklärt Pressesprecher Weber.


Die Kreisfeuerwehr Erlangen-Höchstadt informiert auf Instagram und Facebook über den Brand:

Einsatzleiter Heideloff: Längster Einsatz seit Langem

„So einen langen Einsatz haben wir schon lange nicht mehr gehabt“, sagt Thomas Heideloff, der örtliche Einsatzleiter und ehemalige Leiter des BRK Erlangen-Höchstadt. Die Brandbekämpfung gestalte sich ziemlich langwierig.  Das liegt daran, dass Feuerwehrkräfte den Brand nur von außen bekämpfen könnten. „Unsere Leute sind in Schichten sechs bis acht Stunden im Einsatz“, sagt Heideloff. Die hohen Temperaturen erschweren die Arbeit von Feuerwehrkräften, THW und Sanitätsdienst aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus. Falkendorf, Heroldsberg, Baiersdorf, Röttenbach, Herzogenaurach, Igelsdorf, Aisch, auch die Wehren aus Nürnberg und dem Nürnberger Land und sogar die Bergwacht Bayerin sind vor Ort. Manche der Helfer waren laut Pressesprecher Weber auch wiederholt im Einsatz. 

Einsatz im Tennenloher Forst könnte bis Montag andauern

Um die Personalstärke des Einsatzes weiterhin gewährleisten zu können, hatte Landrat Tritthart am Freitagmittag entschieden, wegen des Brandes im Tennenloher Forst den Katastrophenfall zu erklären. Für den Einsatz vor Ort bedeutet das, dass nun auch überregionale Kräfte angefordert werden können, wie Heideloff erklärt. Das schien notwendig. Denn noch ist die Gefahr nicht gebannt. „Wir haben die Lage im Griff, müssen aber abwarten“, sagt Heideloff.

Im Dunkeln dürfen die Hubschrauber nicht mehr löschen. Über Nacht überwacht die Feuerwehr die Situation im Wald mit den Wärmebildkameras ihrer Drohnen. Im Moment geht die Feuerwehr davon aus, dass der Einsatz noch bis Sonntag oder Montag andauern wird.

 

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