Das Landgericht Nürnberg-Fürth verhandelt derzeit gegen einen Mann aus Erlangen wegen Drogenhandels. Der 41 Jahre alte Koch aus Erlangen wird beschuldigt, zwischen August 2022 und Dezember 2022 mit insgesamt circa 3000 Gramm Methamphetamin sowie 1127 Gramm Kokain Handel betrieben zu haben.
Darüber hinaus soll der Angeklagte 1978 Gramm Methamphetamin, 68 Gramm Kokain sowie eine Ecstasy-Tablette aufbewahrt haben. Den Großteil seiner Ware lagerte der Angeschuldigte in einem Anwesen in Nürnberg-Eibach zum Weiterverkauf portioniert und abgepackt in einem Tresor.
Aus dieser Menge verkaufte und übergab der Angeschuldigte den Angaben zufolge dort am 10. August 2022 mindestens 50 Gramm Methamphetamin an eine „Geschäftspartnerin“ zu einem bislang unbekannten Kaufpreis auf Kommission. Bis zum 31. August 2022 verkaufte und übergab der Angeschuldigte demnach an die gleiche Person dort noch bei mindestens fünf Gelegenheiten sowie in einem Anwesen in der Nürnberger Südstadt bei weiteren vier Gelegenheiten jeweils 50 Gramm Methamphetamin.
Drogen auf Parkplatz in Erlangen weitergegeben
Auch diese Rauschgiftgeschäfte erfolgten zunächst auf Kommission. Wann und in welchem Umfang die Schulden aus diesen Ankäufen bei dem Angeklagten beglichen worden sind, ist derzeit noch nicht bekannt.
Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt am oder um den 12. Oktober 2022 setze der Angeschuldigte der „Geschäftspartnerin“ im Anwesen in Nürnberg-Eibach auf deren Wunsch hin wissentlich und willentlich eine Spritze mit wenigstens 0,1 ml Kokaingemisch. Den Rest der Vorratsmenge verkaufte er abzüglich einer Eigenkonsummenge an bislang unbekannte Abnehmer weiter.
Ferner wird dem 41-Jährigen zur Last gelegt, Ende August 2022 auf dem Parkplatz des Bezirksklinikums Erlangen von einem anderweitig Verfolgten mindestens 127 Gramm Kokain übernommen zu haben. Die Betäubungsmittel verkaufte der Angeschuldigte während seines Aufenthalts im Bezirksklinikum Erlangen abzüglich eines Eigenkonsumanteils gewinnbringend weiter.
Am 1. Dezember 2022 bewahrte der Angeschuldigte im Zimmer eines Erlanger Hotels neben zwei Smartphones, einer unbenutzten weiteren Sim-Karte, zwei Walkie-Talkies, einer mobilen Türklingel, einer Feinwaage, Schuldenlisten und aus vorausgegangenen Rauschgiftverkäufen stammendes Bargeld im Wert von 3350 Euro, 1978,06 Gramm Methamphetamin, 68,33 Gramm Kokain und eine Ecstasy-Tablette „Blue-Punisher“ auf. Von diesem Vorrat verkaufte er am 1. Dezember 2022 50 Gramm Methamphetamin.
Koch: 88.800 Euro Gewinn mit Drogen
Auch die übrigen Betäubungsmittel wollte der Angeschuldigte abzüglich eines Eigenkonsumanteils gewinnbringend verkaufen. Hierzu kam es nicht mehr, da der Koch aufgrund übermäßigen Rauschgiftkonsums in seinem Hotelzimmer ausfällig wurde und ein Polizeieinsatz im Hotel das Handelstreiben stoppte.
Er befindet sich seit 3. Dezember 2023 in Untersuchungshaft. Insgesamt werden seine Einnahmen aus den Drogengeschäften auf rund 88.800 Euro geschätzt.
Er hat sich nicht nur mit dem Verkauf und Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in mehreren Fällen strafbar gemacht, auch für die Verabreichung von Betäubungsmitteln muss sich der 41-Jährige vor Gericht verantworten. Das Landgericht hat für die Vielzahl an Vergehen derzeit drei Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am Mittwoch weitergeführt.
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